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Stormarn Am Telefon oder im Netz: Hilfe für Oldesloer
Lokales Stormarn Am Telefon oder im Netz: Hilfe für Oldesloer
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13:48 22.03.2020
Stehen bereit: Andrea Kefrig-Blase (l.) und Wiebke Finck vom Mehrgenerationenhaus Oase in Bad Oldesloe.
Stehen bereit: Andrea Kefrig-Blase (l.) und Wiebke Finck vom Mehrgenerationenhaus Oase in Bad Oldesloe. Quelle: hfr
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Bad Oldesloe

„In Zeiten, in denen Verunsicherung besteht und wir unseren Bewegungsradius drastisch einschränken müssen, fehlen uns die Sozialkontakte. Gemeinsamkeit ist die Stärke in einer solchen Krise, da wir den Austausch mit anderen Menschen brauchen, die uns zuhören, Hilfestellung geben können oder vermitteln.“ Das schreibt Wiebke Finck in einer Mitteilung. Sie ist Geschäftsführerin des Mehrgenerationenhauses Oase in Bad Oldesloe, das nun zum einen zur Solidarität aufruft und zum anderen selbst für andere Menschen da sein möchte.

„Derzeit, da viele Informationen uns berühren, brauchen wir mehr denn je den Austausch, ein Stück Neutralität und die Meinung einer anderen Person“, sagt Wiebke Finck. Das Familienzentrum Oase bietet den Mitbürgerinnen und Mitbürgern an, über Alltagsfragen, Gedanken, Sorgen oder Verunsicherungen zu sprechen. „Unser Mehrgenerationenhaus steht für gewöhnlich immer offen, in der momentanen Situation ist es aber nur telefonisch möglich, Kontakte zu halten, deshalb dieses Angebot“, so die Geschäftsführerin.

„Wenn wir alle gemeinsam die kritische Situation überwunden haben, freuen wir uns auf ein persönliches Wiedersehen mit allen, die uns immer gerne aufsuchen. So zum Beispiel donnerstags bei dem beliebten Frühstück mit Freu(N)den, dem Erzählsalon, den vielen Aktivitäten oder einfach einem Gespräch nebenbei. Auch die unterhaltsamen Angebote im Bürgerhaus werden dann wieder aufgenommen. „Wir wünschen uns, dass alle gesund bleiben und uns gerne kontaktieren unter der Telefonnummer 04531/ 670 848.“

„Sprechzeiten“ bei der Kirche

Wie alle Kirchengemeinden der Nordkirche musste auch die Kirchengemeinde Oldesloe mit großem Bedauern aufgrund der Coronakrise alle öffentlichen Veranstaltungen und Gottesdienste absagen. Das Kirchenbüro und alle Pastoren stehen aber telefonisch für Fragen und Gespräche zur Verfügung.

Darüber hinaus bieten die Pastoren der Kirchengemeinde von Montag bis Sonntag in der Zeit von 9 bis 12 Uhr und von Montag bis Freitag von 15 bis 18 Uhr eine besondere „Sprechzeit“ an: Menschen, die sich einsam fühlen, Sorgen haben oder einfach nur klönen wollen, können sie in dieser Zeit unter der Nummer 04531/1689-900 telefonisch erreichen. In den Gesprächen versuchen die Seelsorgenden, u.a. regelmäßige Kontakte untereinander oder Hilfe beim Einkaufen oder bei Besorgungen zu vermitteln. „Auch Menschen, die anderen helfen möchten, können sich also unter der angegebenen Telefonnummer melden“, sagt Susanne Brandt-Stange. Sie macht für die Oldesloer Kirchengemeinde die Öffentlichkeitsarbeit. „Damit spürbar wird: Wir denken in diesen schwierigen Zeiten aneinander und unterstützen uns gegenseitig.“

Mit Bedacht handeln und Hände waschen

Auch auf den Homepages der Kirchengemeinde (www.kirche-oldesloe.de) und des Kirchenkreises (www.kirche-ps.de) finden sich verschiedene Angebote, Andachten und virtuelle Veranstaltungen, die das Glaubensleben stärken und Halt in dieser schwierigen Zeit vermitteln wollen. Alles nach dem Motto: Ruhig bleiben, das Gottvertrauen nicht verlieren, mit Bedacht handeln, Hände waschen und nicht die anderen vergessen.

Für Jugendliche steht unter anderem auch das bundesweite Angebot Jugendnotmail zur Verfügung. „Die Schule hat plötzlich ,Corona-Ferien’. Der Sportverein stellt das Training bis auf Weiteres ein. Freunde sollen und können plötzlich nicht mehr persönlich getroffen werden. Es haben nur noch wenige Geschäfte offen. Und ob es noch weitere Einschränkungen geben wird, ist zurzeit noch nicht klar. Insbesondere Kinder und Jugendliche werden aus ihrem klar strukturierten Alltag gerissen und wissen nicht, wie sie damit umgehen sollen“, heißt es in einer Mitteilung des Services aus Berlin. Die Berater von Jugendnotmail sind rund um die Uhr online erreichbar.

Seniorenbeirat hat offenes Ohr

Die Mitglieder des Oldesloer Seniorenbeirats arbeiten ebenfalls telefonisch und online weiter und möchten nach wie vor mit den Seniorinnen und Senioren im Gespräch bleiben. „Da unsere persönlichen Sprechstunden und Sitzungen nicht wie gewohnt stattfinden können, bitten wir Sie, mit Ihren Anliegen einfach telefonisch oder per E-Mail Kontakt mit uns aufzunehmen“, wendet sich der Vorsitzende Manfred Huppermann an die Oldesloer Senioren. „Wir hoffen, dass Sie gesund durch diese Zeit kommen und dass wir uns am 28. April zur Sprechstunde im Bürgerhaus wiedersehen.“

Der Seniorenbeirat ist in seinen telefonischen Sprechstunden am 24. März und 14. April von 13.30 Uhr bis 14.30 Uhr und darüber hinaus nach Bedarf erreichbar unter der Tel. 04531- 504 181. E-Mails können jederzeit an seniorenbeirat-b.o@gmx.de gerichtet werden.

Auch der Kreis Stormarn hat ein Bürgertelefon (Tel. 04531/ 160-1160) eingerichtet, an das sich die Bürgerinnen und Bürger mit ihren Fragen wenden können. Für medizinische Fragen oder bei Krankheitsverdacht sollte der ärztliche Bereitschaftsdienst (Tel. 116 117) oder der Hausarzt kontaktiert werden.

Besondere Herausforderung für Jugendliche

„Die kommenden Wochen werden insbesondere für die seelische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen eine besondere Herausforderung“, sagt Lisa Tammena, Online-Beraterin bei Jugendnotmail. „Denn zu den bereits bestehenden Problemen, die einige Jugendliche mit sich herumtragen, kommen neue durch Social Distancing hinzu. Jetzt ist es wichtig, weiterhin mit Freunden in Kontakt zu bleiben, beispielsweise durch regelmäßige feste Treffen via Videokonferenz, Sprachnachrichten oder Chats. Natürlich ist Jugendnotmail auch jederzeit bei Sorgen, Ängsten, Einsamkeit oder jeglichen anderen Problemen erreichbar.“

Rund 150 ehrenamtliche Psychologen und Sozialpädagogen mit Zusatzausbildung beraten online zu allem, was Kindern und Jugendlichen Sorgen bereitet, sie beschäftigt oder wenn sie sich einsam fühlen. Natürlich wird auch weiterhin zu Themengebieten wie Depression, Selbstverletzung, Mobbing oder familiären Problemen. Im Dialog mit den Jugendlichen werden individuelle Lösungen erarbeitet. Neben Einzelberatung bietet Jugendnotmail außerdem einen wöchentlichen Themenchat sowie ein Forum zum Austausch an. Alle drei Angebote wirken präventiv und sollen den Ratsuchenden frühzeitig und niedrigschwellig Lösungswege aufzeigen.

Die kostenlose Online-Beratung von Psychologen und Sozialpädagogen gibt es im Internet unter jugendnotmail.de.

Beratung für Kinder und Eltern

Der Stormarner Kinderschutzbund empfiehlt das Beratungsportal bke-beratung.de. Wie sollen wir diese Zeit nur gut durchstehen? Das fragen sich viele Eltern jetzt, wo die Kinder den ganzen Tag zu Hause sind und sie selbst ebenfalls. „Alle geben ihr Bestes und trotzdem ist die Herausforderung riesengroß, sich nicht gegenseitig auf die Nerven zu gehen. Brechen dann Konflikte in der Familie auf, so ist es wichtig, Gesprächspartner zu haben und Unterstützung zu erhalten“, sagt Ingo Loeding, Geschäftsführer des Kinderschutzbundes im Kreis.

Genau diese Unterstützung bietet das Online-Portal bke-beratung.de – und zwar ohne Ansteckungsrisiko: Für Eltern und Jugendliche gibt es jeweils eine eigene Plattform für den Austausch mit Gleichgesinnten und mit professionellen Beraterinnen und Beratern in Lebens- und Erziehungsfragen. Sie sind im Internet erreichbar unter www.bke-jugendberatung.de und www.bke-elternberatung.de. Das Online-Portal bietet Jugendlichen von 14 bis 21 Jahren sowie Eltern Einzel- und Gruppenberatungen. Foren laden die Besucher zum direkten Austausch ein, in Chats können sich Jugendliche zeitgleich austauschen.

In der E-Mail-Beratung können Eltern zum Beispiel eine E-Mail mit ihrem Anliegen abschicken. Eine Beraterin oder ein Berater meldet sich dann in der Regel am nächsten Tag zurück und nimmt den Kontakt per E-Mail auf. Daraus kann sich dann eine längere Beratung über mehrere Tage oder Wochen entwickeln. Dabei muss es nicht nur um Erziehungsthemen gehen. Auch bei Themen wie Magersucht, Gewalt oder Schulproblemen sind Eltern bei der Online-Beratung richtig. Falls es nötig sein sollte, vermitteln die Beratenden auch an andere Institutionen weiter.

Von mc