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Stormarn Ammersbek: Protest gegen Baugebiet
Lokales Stormarn Ammersbek: Protest gegen Baugebiet
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20:41 01.11.2016
Bodo Schultz (v.l.), Ute Dörling, Gesine Schultz, Karl-Heinz Dörling sowie Anette und Helmut Laudan kritisieren die Baupläne. Quelle: Albrod
Ammersbek

Verdichtung“ heißt das bauliche Ziel im Kreis: Weil für die kommenden Jahre ein wachsender Wohnungsbedarf zu erwarten ist, möchte der Kreis, dass die Orte in Stormarn sich für die Nachfrage wappnen. Nicht immer stößt die Verdichtung auf Gegenliebe bei den Anliegern. In Bargteheide wehren sich Nachbarn gegen ein Bauprojekt im Voßkuhlenweg und an anderer Stelle gegen ein Bauprojekt „An den Stücken“. Jetzt haben auch Anlieger in Ammersbek-Rehagen 170 Unterschriften gesammelt. Sie fürchten, dass ein geplantes Baugebiet östlich des Heidewegs an der Alten Landstraße zu groß dimensioniert ist.

„Wir möchten, dass der Siedlungscharakter des Wohngebiets erhalten bleibt“, erklärt Helmut Laudan von der Anlieger-Interessengemeinschaft. Ein Investor plant hier auf einem 10.000 Quadratmeter großen Grundstück den Bau von zehn Doppel- und vier Einzelhäusern. Dabei soll der gegenwärtige Bauplan so abgeändert werden, dass drei Geschosse statt ein Geschoss möglich werden, die Firsthöhe von 8,50 Meter auf 9,50 Meter erhöht wird und der Abstand zur Nachbarbebauung statt 7,50 Meter nur noch drei Meter betragen soll. „Wir sind nicht gegen eine Bebauung“, betont Karl-Heinz Dörling, „aber wir möchten nicht, dass die bestehenden Standards aufgeweicht werden.“

Denn durch die geplante Bebauung sehen die Anlieger sich nicht nur Nachteilen wie der Verschattung ihrer Südterrassen ausgesetzt. „Der Investor hat noch ein Grundstück dazu gekauft, das einen Teil des Verkehrs aus dem Wohngebiet über einen Sandweg ableiten soll, der derzeit Sackgasse ist“, erläutert Gesine Schultz. „Außerdem ist das bisher reine Wohngebiet in ein allgemeines Wohngebiet umgeändert worden, was in geringem Umfang Gewerbe beispielsweise durch Praxen erlaubt und verstärkt Publikumsverkehr nach sich ziehen wird.“ Ein großes Thema sei die Entwässerung, die in die Strusbek erfolgen soll, obwohl die, so die Kritiker, dem gar nicht mehr gewachsen sei.

„2011 und 2013 hat es hier nach Starkregen Hochwasser gegeben, und der Damm an den Timmerhorner Teichen drohte zu brechen“, so Gesine Schultz. „Die Strusbek soll das Wasser ableiten, aber der Durchmesser des Rohres an der Überführung beträgt nur einen Meter, das reicht nicht.“ Bei Hochwasser müssten die Anwohner Sandsäcke stapeln, damit ihre Keller nicht überfluten. „Es geht nicht, dass mit dem geplanten Baugebiet und einem zusätzlich geplanten Baugebiet an den Timmerhorner Teichen die unzulängliche Entwässerung zusätzlich strapaziert wird“, so Laudan. „Wir sind nicht gegen Veränderung“, betonen die Bürger ihr Anliegen, „aber wir sind dagegen, einen bestehenden Bauplan für die Gewinnmaximierung zu ändern. Das schafft einen Präzedenzfall für ähnliche Grundstücke hier.

Wir hoffen auf Gespräche und wollen das Thema auf gutem Wege lösen.“

Das möchte auch Ammersbeks Bürgermeister Horst Ansén. „Die Interessengemeinschaft hat ihre Fragen sachlich und konstruktiv bei der letzten Bauausschusssitzung vorgebracht“, sagt er. „Wir nehmen das Ernst und werden mit dem Investor sprechen, es soll alles abgearbeitet werden, was vorgebracht wurde.“ Das sei Bürgerbeteiligung statt Bürgerprotest und gutes Engagement. Die Sorge wegen der drohenden Überschwemmungen könne er verstehen. „Es hat damals aber Auflagen der Unteren Wasserbehörde des Kreises gegeben, nach denen der Deich und der Abfluss verbessert werden mussten. Das ist auch geschehen.“ Dabei gehe es um eine technische Fragestellung, die im Zusammenhang mit der Baugenehmigung geklärt werden müsse.

Demografischer Wandel

Aktuelle Bevölkerungs- und Haushaltsvorausberechnungen des Landes Schleswig-Holstein und des Kreises Stormarn weisen darauf hin, dass viele Kommunen des Kreises auch künftig attraktiv für Hinzuziehende – sowohl für Familien als auch für die „Generation 50plus“ – sein werden. Gleichzeitig werden die dort lebenden Menschen immer älter. Das bis zum Jahr 2030 prognostizierte Bevölkerungswachstum von rund 12 000 Einwohnern führt zu einem Neubaubedarf von rund 15 700 Wohneinheiten und erzeugt Wachstumsdruck in regional unterschiedlicher Ausprägung und Intensität.

(www.kreis-stormarn.de)

Bettina Albrod

Der Oldesloer ist Vorsitzender und Kandidat der Freien Wähler Stormarn.

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