Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Stormarn Amoklauf: Es blieb bei einer Drohung
Lokales Stormarn Amoklauf: Es blieb bei einer Drohung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:54 13.03.2015
Alle Schüler mussten an den Polizisten vorbei. Nur der Haupteingang war geöffnet. Einige Eltern brachten ihre Kinder bis zur Tür.
Bargteheide

Eine Szenerie, die aus einem Spielfilm stammen könnte: Schwer bewaffnete Polizisten stehen vor einer Schule, beobachten argwöhnisch alle Schüler, die in die Schule kommen. Einige von ihnen werden angehalten, um Taschen und Rucksäcke zu kontrollieren.

Diese Szenen spielten sich gestern früh am Kopernikus- Gymnasium und an allen drei anderen Schulen am Bargteheider Schulzentrum ab. Anlass war eine anonyme Amokdrohung aus der vergangenen Woche.

Mit mehreren Funkstreifenwagen zeigte die Polizei Präsenz am Schulzentrum. Und das, obwohl die Kriminalpolizei davon ausgegangen war, dass es sich eher um einen Scherz als um eine ernstgemeinte Drohung handelte. Ein Unbekannter hatte diese an die Tür einer Jungentoilette am Gymnasium gekritzelt.

Die Verunsicherung unter den Eltern, aber auch unter den Schülern war groß. „Ich habe in den vergangenen Tagen mit vielen besorgten Eltern telefoniert“, sagte Schulleiterin Brigitte Menell. Nach einer Absprache mit Polizei und Stadt hatte sich die Schule entschieden, den Unterricht nicht ausfallen zu lassen. Doch nur etwa die Hälfte der Schüler des Kopernikus-Gymnasiums war gestern zum Unterricht erschienen. „Letztlich können Eltern für ihre Kinder entscheiden, ob die Gefahr für sie zu groß ist und ihre Kinder an diesem Tag zu Hause behalten“, sagte Schulleiterin Menell.

Disziplinarische Maßnahmen wegen des Fehlens vom Unterricht an diesem Tag dürften die Schüler nicht zu befürchten haben.

„Natürlich nehmen wir die Drohung ernst. Wir müssen jedes noch so kleine Risiko ausschließen und sind deshalb auch in einer angemessenen Stärke vor Ort“, sagte die Sprecherin der Polizeidirektion Ratzeburg, Sonja Kurz. Bislang gebe es aber noch keine Hinweise auf den oder die Urheber der Drohung.

Sämtliche Taschenkontrollen der Polizeibeamten verliefen negativ — bis auf eine. Bei einem Schüler fand ein Beamter ein so genanntes Multitool, eine Kombination aus Taschenmesser und diversen Werkzeugen wie Schraubendreher oder Minizange und Hilfsmitteln wie Flaschenöffner oder Korkenzieher. Der Beamte stellte dieses Werkzeug sicher und notierte die Personalien des Schülers. Ob der Schüler das Teil nach Unterrichtsende wieder bekommen sollte, blieb offen.

Auch an der Anne-Frank- Gemeinschaftsschule, der Emil-Nolde-Grundschule und der Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinschaftsschule in Bargteheide patrouillierten gestern Polizeibeamte, sicherten die Eingänge und kontrollierten die Schüler. Und auch an diesen Einrichtungen blieben zum Teil mehr als die Hälfte aller Schüler zu Hause. Ein Vater hatte sein Kind sogar gleich für drei Tage vom Unterricht an der Anne-Frank-Schule abgemeldet. Das aber ist bisher nur ein Einzelfall geblieben.

Suche ohne Erfolg
Bereits im Januar hatten Unbekannte per E-Mail einen Amoklauf am Schulzentrum Glinde und an der Erich-Kästner-Gemeinschaftsschule in Barsbüttel angekündigt. Auch damals war die Polizei mit einem größeren Aufgebot vor Ort. Trotz erheblicher Bemühungen, den Absender zu ermitteln, blieb die Suche erfolglos. Inzwischen bestätigte die Polizei, dass die Ermittlungen in diesem Fall eingestellt worden sind.       jeb

Jens Burmester

Gegner und Befürworter des geplanten Stalls für knapp 1500 Tiere ringen um eine Lösung.

12.03.2015

Verletzt wurden zwei Autofahrer bei einem Unfall, der sich gestern gegen 14 Uhr auf der Autobahn bei Reinfeld in Richtung Süden ereignete.

13.03.2015

„My challenge“ fördert die Persönlichkeitsentwicklung von Jugendlichen.

13.03.2015