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Stormarn Eine ganze Verwaltung zieht um
Lokales Stormarn Eine ganze Verwaltung zieht um
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15:58 19.02.2019
Katharina Weber freut sich auf ihren neuen Arbeitsplatz. Sie ist für die Wasser- und Bodenverbände zuständig sowie Personalrätin.  Quelle: mc
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Bad Oldesloe

Telefone klingelten, E-Mails ploppten auf, es gab Besprechungen: Am Montag wurde noch weitgehend normal gearbeitet in der Verwaltung des Amtes Bad-Oldesloe-Land in der Mewesstraße, wo sie seit 1975 angesiedelt ist. Nur die Unmengen von Kartons auf den Fluren des Erdgeschosses und im ersten Stock deuteten auf das große Projekt Umzug in die Louise-Zietz-Straße hin, das am Mittwoch losgeht. Einiges haben die knapp 40 Mitarbeiter bereits verpackt, vieles wurde aber noch benötigt bis zum Dienstagnachmittag. „Wir haben rund 1400 Kartons dabei“, sagt Günter Börner vom gleichnamigen Umzugsunternehmen. Seine Mitarbeiter sind bereits seit einigen Tagen im Einsatz. Unter anderem macht sich ja auch das Amtsarchiv auf die Reise an den neuen Standort. „Und das sind rund 700 Aktenmeter“, betont Mielczarek.

Von Mittwoch bis Freitag ist die Verwaltung dann komplett geschlossen. „Auch danach wird sicher noch nicht alles auf Anhieb klappen“, sagt der Leitende Verwaltungsbeamte Steffen Mielczarek und warnt so die Kunden aus den neun angehörigen Gemeinden schon mal vor. Zum Beispiel werde die Anlage, die die Kunden aufruft, wohl erst im März ihren Betrieb aufnehmen können.

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Bad Oldesloer „Chilehaus“

Denn bis zum letzten Moment wird noch gewerkelt in dem fast futuristisch aussehenden Neubaus nicht weit weg vom jetzigen Standort direkt an der Bahnstrecke. Verantwortlich für den verklinkerten Stahlbeton-Hingucker ist der Oldesloer Architekt Frank Prick van Wely. Weil das Grundstück dreieckig ist, hat er kurzerhand auch für das Gebäude die Dreiecksform gewählt. Die Bezeichnung „Chilehaus von Bad Oldesloe“ machte bereits die Runde, der Neubau erinnert tatsächlich an das markante Gebäude in Hamburg.

Da geht wirklich eine Ära zu Ende. Nach 44 Jahren zieht die Amtsverwaltung des Amtes Bad-Oldesloe-Land von der Mewesstraße in die Louise-Zietz-Straße.

Drinnen sind schon die neuen Möbel da (alle Schreibtische sind höhenverstellbar), einige Schränke und Regale werden aber auch mitgenommen. Die Amtsverwaltung zieht ins Erd- und das erste Geschoss, das zweite bildet eine Ausbaureserve. So soll es nicht schon frühzeitig zu neuen Platzproblemen kommen, die im Endeffekt jetzt der Auslöser für den Neubau waren. Die Büros dort stehen jedoch nicht leer, sondern werden an den Kreis vermietet.

Neue Räume für die Kreisverwaltung

Da die Kreisverwaltung auch immer weiter wächst (die LN berichteten), benötigt auch sie immer neue Räume. So werden Abteilungen des Kreises – nach erfolgter Renovierung – in die Räume der Amtsverwaltung in der Mewesstraße ziehen. Im zweiten und dritten Stock arbeiten ohnehin auch schon Mitarbeiter des Kreises, unter anderem die des IT-Verbundes. Das Gebäude gehört auch dem Kreis, er hat es vor einigen Jahren von der Amtsverwaltung für 800 000 Euro gekauft. Außerdem zieht die Ausländerbehörde des Kreises in die ehemaligen Räume der Deutschen Rentenversicherung am Bahnhof.

Das Amt Bad-Oldesloe-Land zieht in diesen futuristisch anmutenden Neubau, der im Volksmund in Anlehnung an das bekannte markante Gebäude in Hamburg bereits „Chilehaus von Bad Oldesloe“ genannt wird. Quelle: Markus Carstens

Während das Amt also zuletzt Mieter war, ist es nun Hausbesitzer. 4,6 Millionen Euro hat der Bau gekostet, die Bauzeit betrug 20 Monate, die Unternehmen stammen alle aus der näheren oder weiteren Umgebung. „Sowohl Kosten als auch Bauzeit blieben im veranschlagten Rahmen“, sagt Mielczarek. Zuschüsse gibt es keine, zahlen müssen die neun Gemeinden über die Amtsumlage. Mielczarek rechnet damit, das Gebäude in 30 Jahren abbezahlt zu haben. Für die Mitarbeiter ist es gut fußläufig vom Bahnhof zu erreichen; es stehen zudem 25 Parkplätze zur Verfügung, zehn weitere für Besucher.

Wegen der unmittelbaren Nähe zur Bahnstrecke mussten im Vorwege Schwingungen sowohl der Züge als auch des Gebäudes selbst gemessen werden, damit diese sich nicht überlagern und gegenseitig verstärken. Gegen den Lärm hilft eine Dreifachverglasung, entsprechender Schallschutz und Dämmung, für frische Luft sorgt eine Be- und Entlüftung. So müssen die Mitarbeiter zum Durchlüften gar nicht die Fenster aufmachen.

 

Markus Carstens