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Stormarn Ansturm auf Immobilien in Stormarn
Lokales Stormarn Ansturm auf Immobilien in Stormarn
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20:10 06.02.2013
Von Michael Thormählen
Qualitativ hochwertigen Wohnraum haben wir zu wenig.“ Armin Baghai, SIG Holstein
Bad Oldesloe

Kapitalanleger, vor allem aus Hamburg, haben auch den Kreis Stormarn ins Visier genommen, um sich intensiv nach Immobilien umzuschauen. „Wir spüren eine deutlich höhere Nachfrage, vermutlich weil bei uns die Preise nicht so hoch sind wie in Hamburg“, betont Armin Baghai, Makler der Sparkassen-Immobilien-Gesellschaft (SIG) Holstein. Und für Jutta Kirsch-Carême, Immobilien-Vertriebsleiterin bei der Volksbank Stormarn, gehört mittlerweile auch Bad Oldesloe zum so genannten Hamburger Speckgürtel, der für Investoren immer attraktiver werde.

Interessenten, die häufiger Häuser oder Wohnungen nicht mehr nur für den eigenen Bedarf suchen, klopfen bei den Maklern in der Region an. „Da gibt es den Käufer, der bei uns nach einem Reihenhaus sucht und nicht nur Interesse an der Immobilie hat. Wir sollen dann auch gleich noch einen Mieter dafür finden“, erläutert Baghai. Für die Immobilienmakler liegen die Gründe auf der Hand: Angesichts der nur noch geringen Zinsen, die es zurzeit zumindest für die ganz sicheren Geldanlagen gibt, suchten viele Investoren nach einer Anlageform, die eine höhere Dividende verspricht — und das könnten Immobilien durchaus sein.

Wer aber glaubt, ein Haus oder eine Wohnung mit geringer Qualität wegen der gestiegenen Nachfrage zu einem Superpreis zu verkaufen, erlebt nach den Erfahrungen des Reinfelder Maklers Norbert Radünz oft eine Enttäuschung. „Eine Immobilie, die wir vor wenigen Jahren nicht zu dem vom Verkäufer gewünschten Preis veräußern konnten, geht jetzt auch nicht weg.“

Trotz des größeren Interesses verhalten sich nach den Worten von Jutta Kirsch-Carême potenzielle Käufer kostenbewusst. Vor allem bei älteren Immobilien, die im energetischen Bereich nicht mehr aktuellen Ansprüchen gerecht werden, rechneten die künftigen Eigentümer mit hohen Investitionskosten: „Es gibt aber durchaus Interessenten, die bereit sind, in die gerade erworbene Immobilie zu investieren.“ Immerhin: Wer noch weiteres Geld benötige, könne derzeit bei der Aufnahme einer Hypothek auf niedrige Darlehenszinsen bauen.

Auch Reinfeld haben Anleger aus Hamburg in den Fokus genommen. Der Erwerb von Mehrfamilienhäusern, so Norbert Radünz, erscheine lukrativ. „Die Stadt ist dank der guten Verkehrsanbindung auch für Pendler interessant.“ Wegen des aktuellen wirtschaftlichen Umfeldes registriert der Makler seit einiger Zeit auch steigende Preise für ansprechende Immobilien — in einigen Fällen bis zu zehn Prozent. Radünz: „Der Käufer ist bereit, mehr zur bezahlen.“ Ähnliche Erfahrungen macht auch Jutta Kirsch-Carême: „Von Seiten der Käufer wird jetzt weniger versucht, den Preis nach unten zu handeln. Verkäufer sollten sich aber im Klaren sein, dass auch jetzt keine Phantasiepreise zu erzielen sind, auch wenn Vermittlungszeiten kürzer geworden sind.“

Wohnungen in guter Lage bleiben nicht lange auf dem Markt. „Qualitativ hochwertigen Wohnraum haben wir zu wenig“, sagt Armin Baghai mit Blick auf die bei der SIG vorliegen Nachfragen. „Für einen Neubau in Spitzenlage können schon 2700 Euro pro Quadratmeter verlangt werden.“ Das sei noch vor drei bis vier Jahren in Bad Oldesloe nicht möglich gewesen. Die Kreisstadt biete viele Standortvorteile — unter anderem einen attraktiven Arbeitsmarkt mit namhaften Unternehmen. „Auch nach einer kleineren Wohnung für die eigenen Kinder, die in Hamburg studieren, wird jetzt häufiger gefragt“, sagt der Makler.

Prognosen sind auch für die Fachleute nicht ganz einfach. Armin Baghai geht von einem weiterhin „stark zunehmenden Markt“ aus. Jutta Kirsch-Carême nennt Faktoren, die eine Rolle spielten: politische Entscheidungen oder auch steigende Zinsen für Geldanlagen, die damit Immobilien weniger attraktiv erscheinen ließen.

Michael Thormählen

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