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Stormarn Anwohner fordern Schutz vor Straßenlärm
Lokales Stormarn Anwohner fordern Schutz vor Straßenlärm
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17:00 27.09.2019
Der Sülzberg soll nach dem Willen der Oldesloer Ausschussmitglieder nicht nur Tempo 30 erhalten, sondern auch ein Durchfahrverbot für Lkw erhalten. Quelle: SUSANNA FOFANA
Bad Oldesloe

Auf vielen Oldesloer Straßen sind Autos und Trucks zu schnell unterwegs. Nachdem sich schon vor Kurzem ein Anlieger der Grabauer Straße über Raser in seiner Wohnstraße beklagt hatte, meldeten sich nachdem LN-Artikel weitere Nachbarn sowie Anlieger von Düpenau und Ratzeburger Straße wegen Geschwindigkeitsüberschreitungen in ihren Straßen in den politischen Gremien zu Wort. Im Umwelt-, Energie- und Verkehrsausschuss sprachen sich bei der jüngsten Sitzung alle Fraktionen klar für lärmreduzierende Maßnahmen im Rahmen der Lärmaktionsplanung 2019 aus. Die einstimmige Empfehlung geht jetzt an die Stadtverordnetenversammlung, die bei ihrer Sitzung am 30. September zu dem Thema das letzte Wort hat.

Tempo 30 und Lkw-Verbot

Angestrebt wird in etlichen Oldesloer Straßen Tempo 30 rund um die Uhr oder aber wenigstens in der Nacht. Für die Lorentzenstraße soll zum Schutz des dortigen Schulzentrums und des Altenheims nach dem Willen der Oldesloer Kommunalpolitiker zwischen den Kreuzungen Hamburger Straße und Schützenstraße dauerhaft Tempo 30 gelten. Dies ist auch rund um den Tunnel Pölitzer Weg (Industriestraße Höhe Stoltenrieden bis Kreisel Sülzberg/Kurparkallee) geplant. Dort soll zudem ein LKW-Verbot gelten.

Beschluss mit Zeitverzögerung

Eine 30er Zone für nachts ist in Teilen der Ratzeburger Straße (Up den Pahl bis Treppenaufgang Turmstraße), im Berliner Ring und im Konrad-Adenauer-Ring angedacht. Die Ausschuss-Beschlüsse wurden mit einer Zeitverzögerung von sieben Monaten gefällt. Denn schon im Februar hatte es eine Einigung über die Lärmschutzmaßnahmen im Stadtgebiet gegeben.

Für die Stadtverordnetenversammlung und die Ausschusssitzung im August stimmte die Verwaltungsvorlage jedoch nicht mit den bereits gefassten Beschlüssen überein. Der Bürgermeister als städtische Verkehrsaufsichtsbehörde habe die bereits im Februar gefassten Beschlüsse „nicht ausgeführt und durch eine geänderte Beschlussvorlage für die Stadtverordnetenversammlung am 15. April 2019 zensiert“, hieß es im August in einem Antrag der Fraktion Die Linke. In der jetzt überarbeiteten Fassung gab es dann den einstimmigen Beschluss für das Oldesloer Lärmschutz-Paket.

Abstimmung mit anderen Behörden ist notwendig

Allerdings kann die Verwaltung den Schutz ihrer Bürger vor Straßenlärm nicht in allen Fällen allein in die Tat umsetzen. Für stadtinterne Maßnahmen ist zwar der Bürgermeister die Verkehrsaufsicht. Für Bundesstraßen jedoch muss er sich mit dem Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr abstimmen.

Herausgenommen hatte die Verwaltung aus den Februar-Beschlüssen Geschwindigkeitsreduzierungen an Hauptstraßen. Denn ein solcher Versuch war in Bad Oldesloe bereits 2012 gescheitert. Damals hatte die Funktionalität von Bundesstraßen eine große Bedeutung und wurde über das Schutzbedürfnis der Bürger gestellt. „Das ist jetzt widerlegt worden“, stellte Christian Vollpott (Die Linke) nach Recherchen fest.

Das kommunale Selbstbestimmungsrecht wurde gestärkt

Vollpott: „Das Selbstbestimmungsrecht der Gemeinde wurde gestärkt.“ Unter anderem fand er Sachverständigengutachten vom Bundesumweltamt und Gerichtsurteile zum Thema. Bundesimmissionsschutzgesetz und Straßenverkehrsordnung würden geändert werden und den Schutz des Menschen vor Lärm in den Mittelpunkt stellen. Vollpott: „Irgendwann landet es im Bundestag.“

Für Lärmreduzierungen am Sülzberg hatten mehr als 200 Anlieger Unterschriften gesammelt. In der Grabauer Straße hat die Reduzierung auf Tempo 30 bisher allerdings nicht den gewünschten Erfolg gebracht. Vielleicht könnten Schilder mit „Achtung Straßenschäden“ oder „Achtung Radarkontrolle“ die Fahrer dazu bewegen, den Fuß vom Gaspedal zu nehmen, regten Anlieger an. Christoph Schwencke wies insbesondere auf die vielen Straßenschäden der Grabauer Straße. Er regte eine Grundsanierung und ein Lkw-Verbot oder Lkw-Verkehrs-Aufteilung an.

„Wer 50 Stundenkilometer fährt, wird angehupt“

Viele vergessen, dass Tempo 50 eine Höchstbegrenzung und keine Mindestgeschwindigkeit ist. Ein Anlieger der Ratzeburger Straße beklagte: „Wer 50 Stundenkilometer fährt, wird angehupt. Lkw brettern nachts mit Tempo 70/80 Kilometer pro Stunde durch die Straße. Da sitzen Sie senkrecht im Bett.“ Dabei werde die Ratzeburger Straße von den Berufsschülern und Eltern mit kleinen Kindern als Schulweg genutzt.

„Was können Sie machen, damit die Kinder die Straße sicher als Schulweg benutzen können“, lautete die Frage einer Anliegerin der Düpenau an die Politiker. „Es kann nicht sein, dass regelmäßig Straßenrennen vor unserer Haustür stattfinden“, betonte sie. Bürgermeister Jörg Lembke will nun prüfen, ob man die ganze Düpenau zur 30er Zone machen könnte.

Wenn die Lärmaktionsplanung 2019 am Montag von den Stadtverordneten abgesegnet wird, stehen als Nächstes Lärmmessungen an, die ein Ingenieurbüro übernimmt. Und dann müssen noch die anderen Behörden mitspielen.

Von Susanna Fofana

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