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Stormarn Archive sind auf dem Weg aus dem Keller ins Internet
Lokales Stormarn Archive sind auf dem Weg aus dem Keller ins Internet
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22:10 08.11.2016
Kreisarchivar Stefan Watzlawzik (l.) und Leif Erik Pöppel aus Trittau und Siek: „Die Zukunft der Archive ist digital.“ Quelle: ba
Trittau

„Das ist ein bundesweites Netzwerk für sämtliche Archive“, erklärte Watzlawzik am Rande der Tagung. „Das soll ein bundesweites Nachschlagewerk mit Zugriff auf alle Unterlagen werden.“ Von 150 Archiven in Schleswig-Holstein seien hier erst 13 Archive dabei: „Schleswig-Holstein ist in der Hinsicht noch ein weißer Fleck auf der Landkarte.“ Das Kreisarchiv, das wie das Amtsarchiv Siek bereits in dem Portal vertreten ist, will die anderen Archive in Stormarn dabei unterstützen, sich dort anzumelden. Gleichzeitig baue das Land Schleswig-Holstein in Kooperation mit den anderen norddeutschen Ländern einen digitalen Speicher in Mecklenburg-Vorpommern auf, um dort gemeinsam Daten auf einem Server abzulegen.

Denn die Arbeitsweise der Archive hat sich mit dem Wegfall des Papiers und der Umstellung auf elektronische Sitzungsunterlagen grundlegend geändert. „Die digitale Archivierung ist ein großes Thema“, so der Kreisarchivar. „Archivare sollen sämtliche Sitzungsprotokolle und kommunalen Unterlagen bekommen, um zu entscheiden, was davon archivierungswürdig ist.“ Die gibt es mittlerweile hauptsächlich in digitaler Form. Dazu kommt die Digitalisierung der noch in Papierform vorliegenden Dokumente.

Mit einer Archivierung solle zum einen Transparenz für die Bürger geschaffen werden, zum anderen Rechtssicherheit in strittigen Fragestellungen. „Hier ist jede Kommune betroffen“, ergänzt Leif Erik Pöppel, Archivar der Archivgemeinschaft Trittau-Siek. Mit der Datenmenge, die es zu sichten gelte, gehe ein erhöhter Personalbedarf einher. „Wir brauchen die Ressourcen, um die Daten rechtzeitig ordnen zu können“, so Kreisarchivar Watzlawzik.

Eine Vorreiterrolle nehme Stormarn bei der Teilnahme an einem Programm ein, bei dem Original- Urkunden aus Landesmitteln restauriert werden können. „Stormarn profitiert im landesweiten Vergleich, weil hier die Informationen weitergegeben und damit Anträge auf die Mittel gestellt werden“, sagte Wazlawzik. „Im Kreisarchiv sind auf diese Weise gerade alte Kreistagsprotokolle digitalisiert worden.“ Das empfindliche Papier der alten Dokumente habe eine Nutzung durch andere schwer gemacht. „Durch die Digitalisierung wird altes Kulturgut geschützt und der Inhalt der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.“

Knapp 30 Archivare aus Stormarn und den Nachbarkreisen kommen einmal im Jahr zusammen, um sich zu Fachthemen auszutauschen. Bettina Albrod

LN