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Stormarn Ausländerbehörde: So will der Kreis die Warteschlangen auflösen
Lokales Stormarn Ausländerbehörde: So will der Kreis die Warteschlangen auflösen
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11:15 27.06.2019
Seit April befindet sich die Ausländerbehörde in den ehemaligen Räumen der Deutschen Rentenversicherung. Quelle: mc
Bad Oldesloe

Die langen Warteschlangen vor der Ausländerbehörde des Kreises in der Nähe des Oldesloer Bahnhofs sollen bald der Vergangenheit angehören. Dafür trifft die Kreisverwaltung unterschiedliche Maßnahmen, die jüngst in der Sitzung des Hauptausschusses vorgestellt wurden. Hintergrund ist auch eine Anfrage der Linken-Fraktion zur Situation der Ausländerbehörde. Die wichtigsten Fragen und Antworten:

Standen Kunden umsonst an?

Da die Kunden bisher eine Nummer ziehen müssen, gab es schon vor Öffnung der Ausländerbehörde häufiger Schlangen. „Grundsätzlich haben wir es fast immer hinbekommen, dass Kunden mit einem Ticket auch bedient worden sind“, erklärt Andreas Rehberg, der zuständige Fachbereichsleiter. Allerdings habe es im April einige Tage gegeben, an denen das nicht der Fall war.

Was wird nun geändert?

Daher stellt die Behörde ihren Service ab 1. Juli auf Terminvergabe um. Das geht telefonisch (045 31/16018 22) von Montag bis Freitag 8.30 bis 12 Uhr und zusätzlich donnerstags 14 bis 17 Uhr oder auch per Mail (termine-abh@kreis-stormarn.de). Die Kunden werden auch auf mehrsprachigen Flyern darüber informiert. Der Service gilt für Angelegenheiten des allgemeinen Aufenthaltsrechts (Erstantrag und Verlängerung von Aufenthaltserlaubnissen, Beantragung von Gestattungen, Aufenthaltskarten für Angehörige von EU-Staatsangehörigen etc.).

Wie lang ist die Wartezeit?

Die durchschnittliche Wartezeit betrug etwa eine Stunde und 45 Minuten. Die Mitarbeiter haben dann wiederum jeweils 8,5 Minuten Zeit für die Kunden – pro Tag werden es so 25 Kunden. „Vor einem dreiviertel Jahr war die Zeit noch kürzer“, sagt Andreas Rehberg. „Daher brauchen wir deutlich längere Bearbeitungszeiten.“ Künftig sollen die Mitarbeiter etwa 20 Minuten pro Fall bekommen – allerdings inklusive Nachbereitung.

Mittlerweile verhindert ein Security-Dienst, dass etwa ältere oder schwache Menschen vom Ticketautomaten weggedrängt werden. Ernsthafte Vorfälle mit einer körperlichen Auseinandersetzung hat es laut Kreisverwaltung zwei gegeben – beide mit derselben Person, die daraufhin einen Platzverweis erhielt. Mitarbeiter würden Deeskalationsschulungen absolvieren, fremdenfeindliche Äußerungen von Mitarbeitern seien nicht angezeigt worden. „Sollte das mal der Fall sein, können sich die Personen direkt an mich wenden“, sagt Landrat Görtz.

Wie viele Überstunden sind angefallen?

Die Zahl der Überstunden habe sich signifikant erhöht, sagt Fachbereichsleiter Rehberg. Innerhalb kurzer Zeit habe sie sich von 350 auf 700 Überstunden verdoppelt.

Gibt es jetzt mehr Personal?

Im April wurden nach Aussage von Landrat Henning Görtz drei neue Mitarbeiter eingestellt, dazu kamen jetzt zwei für die Terminvereinbarung. Ab Ende Juni sollen drei weitere Teilzeitkräfte eingearbeitet werden. „Ab August sind wir dann voll einsatzbereit und haben unseren Personalbestand fast verdoppelt“, sagt Görtz. 2014 vor Beginn der Flüchtlingskrise seien in der Ausländerbehörde neun Mitarbeiter beschäftigt gewesen, demnächst seien es dann 17,5 Stellen. Außerdem wird es eine externe Organisationsuntersuchung der Arbeitsabläufe geben. Erste Ergebnisse werden für Ende Juli erwartet.

Was können die Kommunen tun?

Bisher mussten Personen zum Beispiel für eine Adressänderung zwei Behörden besuchen: einmal beim Kreis und auch noch in ihrer Gemeinde. Das fällt nun weg, weil die Kommunen den Service des Kreises übernehmen. Dafür zahlt der Kreis den Städten und Gemeinden jeweils eine Pauschale pro Bearbeitung.

Welche Bereiche bleiben ohne Terminvereinbarung?

Die Bereiche für Besuchseinladungen, Einreisevisa für einen Daueraufenthalt, Einbürgerung, Duldung und Ausreisemanagement bleiben ohne Terminvereinbarung. Hier gelten weiterhin die Öffnungszeiten am Dienstag, Donnerstag und Freitag von 8.30 Uhr bis 12 Uhr sowie am Donnerstag von 14 Uhr bis 17 Uhr. Adressänderungen, die Abholung von Aufenthaltstiteln und die Beantragung beziehungsweise die Übertragung von Niederlassungserlaubnissen sowie die Ausgabe von Schülerreisendenlisten wird ohne Terminvereinbarung im Rahmen der Öffnungszeiten möglich sein.

Markus Carstens

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