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Stormarn B 404 wird weiter ausgebaut: Große Umleitung
Lokales Stormarn B 404 wird weiter ausgebaut: Große Umleitung
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11:08 08.02.2019
Bisher in Teilen dreispurig ausgebaut: die B 404 auf Höhe Trittau. Quelle: kks
Bargteheide

Sie war mal die Strecke im Kreis Stormarn mit den meisten Unfällen, und auch heute noch kracht es regelmäßig: die Bundesstraße 404 zwischen dem Autobahnkreuz Bargteheide und der A 24 bei Grande, auf der täglich rund 20 000 Fahrzeuge unterwegs sind. Schon vor mehr als zehn Jahren gab es erste Planungen für einen dreispurigen Ausbau der Straße mit wechselnden Überholstreifen.

Genauso alt ist die Befürchtung vieler in Politik und Wirtschaft, dass es dann bei den drei Fahrstreifen bleibt. Denn das eigentliche Ziel war auch schon vor zehn Jahren der Ausbau der Strecke zur Autobahn 21. Das wiederum steht nun auch seit 2016 mit vordringlichem Bedarf im Bundesverkehrswegeplan mit der Zielmarke 2030.

Grafik Bauarbeiten B 404 bei Lütjensee. Quelle: Jochen Wenzel

Zunächst wird nun jedoch der dritte Abschnitt zwischen den Anschlussstellen Lütjensee/Schönberg und Lütjensee/Grönwohld in Angriff genommen. Erste Vorarbeiten laufen bereits, offizieller erster Spatenstich mit dem Kieler Verkehrsminister soll am 19. Februar sein. Schon ab dem 15. Februar wird es für den Fernverkehr eine großräumige wie langfristige Umleitung bis Dezember dieses Jahres geben. Sie führt aus Richtung Norden kommend von Bargteheide über die A 1, die Abfahrt Barsbüttel und dann auf der A 24 zur Anschlussstelle Schwarzenbek/Grande. Aus knapp 17 Kilometern werden so mehr als doppelt so viele, je nach Verkehrsaufkommen auf den Autobahnen brauchen Autofahrer jedoch nur etwa fünf bis zehn Minuten länger, heißt es.

Für den regionalen Verkehr wird es eine Umleitung durch Lütjensee geben. Die dortige Landesstraße 92 ist zwar schon seit Jahren in einem desolaten Zustand, soll dann aber nach Abschluss der Arbeiten auf der B 404 im Jahr 2020 saniert werden. Das versprach jüngst der CDU-Landtagsabgeordnete Tobias Koch aus Ahrensburg.

Ausbau kostet 9,5 Millionen Euro

Die betroffene Strecke im Verlauf der B 404 ist rund vier Kilometer lang, der Ausbau kostet 9,5 Millionen Euro. Die Fahrbahn wird dort so ausgebaut, dass die Straße auf drei Spuren verbreitert wird, die abschnittsweise abwechselnd zum Überholen genutzt werden dürfen. Außerdem soll die Straße auch gleich grundsaniert werden.

Zu den Baumaßnahmen gehören weiter der Abriss und Neubau der Brücke über die Ripsbek bei der Grönwohlder Drahtmühle, die Herstellung von Entwässerungsanlagen in dem Bereich sowie die Erneuerungen der beiden betroffenen Anschlussstellen.

Das erste Stück von der A 24 bis Trittau war bereits 2013 fertig, das zweite bis Grönwohld schon ein Jahr später. Ist auch der vierte Abschnitt fertig, kann die B 404 auf knapp 17 Kilometern fast durchgängig von Bargteheide bis zur A-24-Anschlussstelle Schwarzenbek/Grande auf drei Spuren befahren werden. „Die zahlreichen und zum Teil tödlichen Unfälle auf der B 404 gehören anschließend hoffentlich der Vergangenheit an“, sagt der Landtagsabgeordnete Koch. Lediglich rund zwei Kilometer zwischen den B-404-Anschlussstellen Trittau-Nord und Lütjensee/Grönwohld bleiben ohne dritte Fahrspur.

Für den letzten Abschnitt zwischen dem A-1-Kreuz Bargteheide und der Abfahrt Lütjensee/Schönberg läuft das Planfeststellungsverfahren. „Wir hoffen auf einen zügigen Verlauf, der einen Baubeginn noch in 2020 zulässt“, sagt Dagmar Barkmann, Pressesprecherin der Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr in Kiel. Eine verbindliche Aussage dazu sei aber nicht möglich.

Schon die aktuelle Planung war durch zwei Klagen gegen den Planfeststellungsbeschluss verzögert worden. Dem Verkehrsministerium gelang es jedoch, die Einwände außergerichtlich zu verhandeln und eine Rücknahme beider Klagen zu erreichen.

Markus Carstens

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