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Stormarn Babyboom bei Stormarns Störchen
Lokales Stormarn Babyboom bei Stormarns Störchen
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12:06 07.08.2019
In diesem Jahr gibt es Drillinge im Storchennest von Klein Wesenberg. Quelle: Britta Matzen
Bad Oldesloe/Klein Wesenberg

Perfektes Storchenwetter und ein reichhaltiges Nahrungsangebot führten in diesem Jahr zu so sensationellen Ergebnissen bei den Stormarner Störchen, wie es sie seit Beginn der Aufzeichnungen 1971 noch nicht gegeben hat. Das teilen die Nabu-Storchengebietsbetreuer Kerstin Kommer und Andreas Hack vom Nabu Bad Oldesloe in einer ersten Bilanz für das laufende Jahr mit.

Viele Neuansiedlungen

„Die Saison fing schon vielversprechend an“, so die Naturschützer. Mit einem neuen Rekord von 34 Horstpaaren hätten sich drei Storchenpaare mehr als im letzten Jahr in Stormarn niedergelassen. Ein Einzelstorch ohne Partner hielt sich in Klein Schenkenberg auf. Neuansiedlungen habe es in Lütjensee, Großensee, Kronshorst, Jersbek Lange Reihe und nach fünf Jahren ohne Störche auch wieder in Delingsdorf gegeben. Wohnungsnot besteht für die großen Vögel nicht, weil es in Stormarn dreimal so viele Nistunterlagen gibt wie Storchenpaare. Für die Statistik wird ein Storchenpaar gezählt, wenn es sich zwischen Mitte April und Mitte Juni durchgehend mindestens vier Wochen am Horststandort aufgehalten hat.

„Im Gegensatz zu den letzten beiden Jahren hat das wechselhafte und nicht zu kühle Wetter für perfekte Aufzuchtbedingungen gesorgt“, heißt es in der Mitteilung weiter. Insgesamt hätten die Störche in diesem Jahr 69 Junge durchgebracht und damit den bisherigen Rekord von 1999 mit 56 Jungen deutlich in den Schatten gestellt. Zum Vergleich: Im Vorjahr waren es 39 junge Störche, der langjährige Durchschnitt liegt bei 33 Storchenjungen. Damit bietet 2019 doppelt so viele Storchenküken wie in durchschnittlichen Aufzuchtsperioden.

Die Störche in Klein Wesenberg. Quelle: Erhard Graf

„Insgesamt haben 28 Paare erfolgreich Junge aufgezogen, im Vorjahr waren es 19, der langjähriger Durchschnitt liegt bei 14.“ Die Natur profitiere hier von einer intensiven Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Flächen. „Von April bis September gibt es auf den Wiesen und Äckern ein gutes Nahrungsangebot. Es wird immer irgendwo Grünland gemäht, Maisland vorbereitet oder Getreide geerntet“, erklären Hack und Kerstin Kommer. In diesem Jahr hätten einige Landwirte auf ihrem Maisacker vorher noch Gras ausgesät und gemäht, weil sie wie im Vorjahr Futterengpässe fürs Vieh befürchteten. Das brachte den Störchen einen reich gedeckten Tisch für ihre Jungen, die in den ersten Lebenswochen fast ausschließlich mit Regenwürmern gefüttert werden.

Fortbestand in Stormarn gesichert

Der für einen Bestandserhalt notwendige Durchschnitt von 1,7 Jungen pro Storchenpaar wurde mit 2,0 deutlich überschritten und lässt die Storchenbeauftragten hoffen, dass die letzten drei schwachen Jahre damit nahezu ausgeglichen werden konnten und der Fortbestand der Störche in Stormarn gesichert ist, wobei in Stormarn auch Zuwanderungen aus den Nachbarbundesländern zu verzeichnen sind. So hätten zwei Ringablesungen gezeigt, dass ein Todendorfer Storch aus der Nähe von Bremen stammt und ein Sprenger Storch aus der Nähe von Rostock. „Die Untersuchungen der AG Storchenschutz haben ergeben, dass sich die meisten Jungstörche in einem Umkreis von etwa 100 km zu ihrem Geburtsort ansiedeln.“

Pastor Erhard Graf beobachtet die Störche per Webcam. Quelle: LN

Besonders fruchtbar waren die Störche in Hammoor, Langelohe, Mollhagen, Sprenge, Sühlen und Westerau mit jeweils vier Küken im Nest. Delingsdorf, Grönwohld, Heilshoop, Kronshorst, Papendorf, Rethwischfeld, Todendorf und Klein Wesenberg liegen mit jeweils drei Storchenjungen gut im Rennen. Die sind in Klein Wesenberg bereits Profis vor der Kamera. „Wir beobachten die drei Jungstörche seit Anfang Juli mit einer Webcam“, erzählt Erhard Graf, Pastor in Klein Wesenberg, wo das Storchennest direkt zwischen Pastorat und Kirche steht.

Da könne man sehen, dass die Ministörche bereits fleißig bei den Flugübungen seien, abends aber immer noch ins Nest zurück kehrten. „Die beiden alten Störche sitzen meist im zweiten Nest oder auf dem Dach des Pastorates und Gemeindehauses. In Westerau, das ja auch zu unserer Kirchengemeinde gehört, kann man in diesem Jahr Vierlinge beobachten“, so Graf. Ende August seien dann alle so fit, dass sie sich zur ersten großen Reise versammeln und gen Süden fliegen würden.

Kerstin Kommer inspiziert einmal im Jahr die Storchennester Quelle: Markus Carstens

Gut möglich, dass man sie im nächsten Jahr wiedersieht, denn Störche können über 20 Jahre alt werden. Laut Internetlexikon Wikipedia wurde ein beringter Weißstorch 33 Jahre alt. In Gefangenschaft können Störche noch älter werden; der Rekord liege hier bei 48 Jahren. Einmal im Jahr werden die Storchennester durch die Nabu-Storchengebietsbetreuer kontrolliert und repariert.

Die Kükenzahlen

Bargfeld-Stegen Tonnenteich 1, Bargfeld-Stegen Mittelweg 1 und 1, Bargfeld-Stegen Wilhelmshöhe 2, Bargfeld-Stegen Elmenhorster Str. 1, Delingsdorf 3, Fischbek 1, Grönwohld 3, Groß Barnitz 1, Großensee 0, Hammoor 4, Heilshoop 3, Jersbek Lange Reihe 2, Jersbek Hartwigsahler Weg 1, Klein Wesenberg 3, Kronshorst 3, Langelohe 4, Lasbek-Dorf 3, Lütjensee 0, Meddewarde 0, Mollhagen 4, Neritz 2, Papendorf 3, Rethwischfeld 3, Rümpel 2, Seefeld 2, Sprenge 4, Stellau 0, Stemwarde 0, Sühlen 4, Tangstedt 0, Todendorf 3, Tremsbüttel 1, Westerau 4

Bei der mit finanzieller Unterstützung der Sparkassen-Kulturstiftung Stormarn durchgeführten Tour werden zehn bis 15 Storchennester kontrolliert und gereinigt oder saniert. Alle zwei bis drei Jahre muss das stark verdichtete Nistmaterial von den Horsten abgetragen und mit Holzhackschnitzeln wieder aufgefüllt werden, um die Nässe in den Nestern besser abzuleiten. Außerdem wird die Unterkonstruktion auf Tragfähigkeit überprüft und es werden eingeschleppte Fremdkörper wie Plastikfolie und Schnüre entfernt, die eine Gefahr für die Störche darstellen könnten. Weitere Informationen zu den Störchen findet man auch im Internet unter www.nabu-badoldesloe.de

Von LN

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