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Stormarn Bei Anruf Geburt: Leitstellen-Mitarbeiter holte am Telefon Baby auf die Welt
Lokales Stormarn Bei Anruf Geburt: Leitstellen-Mitarbeiter holte am Telefon Baby auf die Welt
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12:26 07.09.2019
Seit 2000 arbeitet er im Rettungsdienst, seit 2009 in der Leitstelle in Bad Oldesloe; eine Geburt am Telefon hatte er jedoch bis Mittwoch auch nicht: Andreas Fichtner. Quelle: Carstens
Bad Oldesloe

Diesen Anruf wird Andreas Fichtner aus Güster (Herzogtum Lauenburg) so schnell nicht vergessen: Es war am Mittwoch irgendwann zwischen 6.30 und 7.30 Uhr kurz nach dem Dienstbeginn für den Mitarbeiter der Rettungsleitstelle in Bad Oldesloe, als er einen ganz aufgeregten Mann aus Ammersbek am anderen Ende der Leitung hatte.

„Als erstes habe ich allerdings einen markerschütternden Schrei aus dem Hintergrund gehört“, erinnert sich Fichtner. Das war die schwangere Freundin des Mannes, die offenbar starke Wehen hatte. „Kommen Sie schnell, unser Kind ist gleich da“, sagte der werdende Vater nur. Fichtner versuchte per Telefon, den Mann zu beruhigen, und alarmierte gleichzeitig den Rettungsdienst.

Drei Hausgeburten

Auf diesen wollte das Mädchen, das ihren Stichtag um wenige Tage verpasst hatte, aber offensichtlich nicht warten. „Die Frau war auf der Toilette. Ich habe dem Mann gesagt, er soll sie woanders hinführen und auch nicht auf einen Stuhl setzen, damit das Baby bei der Geburt nicht auf den Boden fällt“, erzählt Fichtner. „An den Presswehen habe ich schon gehört, dass das Mädchen sich nicht mehr viel Zeit lassen wird.“ Der 45-Jährige war selbst bei der Geburt seines Sohnes dabei und hat als Rettungsassistent bereits drei Kindern bei Hausgeburten auf die Welt geholfen. Diese Art war jedoch auch für ihn neu.

Der werdende Vater legte ein paar Handtücher zurecht und machte es seiner Freundin so bequem wie möglich, als er schon durch den Hörer rief: „Ich sehe das Köpfchen.“ Andreas Fichtner blieb ganz ruhig und antwortete: „Das ist ein ganz natürlicher Prozess, das läuft quasi von allein, wir drei schaffen das zusammen!“ Er leitete die Frau an, in die Wehe hineinzupressen, und nach drei bis vier Wehen war das Kind schon da. „Das ging richtig schnell. Wir sind froh, dass mit der Hilfe von Herrn Fichtner alles so gut gelaufen ist“, sagte der Vater am Telefon den LN.

Schrecksekunde für den jungen Vater

Kurz nach der Geburt gab es jedoch eine kurze Schrecksekunde für den jungen Vater: Sein Mädchen sei ganz blau und atme nicht. Fichtner behielt die Ruhe und sagte: „Es ist ganz normal, dass Kinder am Anfang etwas bläulich aussehen.“ Unter Anleitung des Leitstellen-Mitarbeiters legte der Mann sein Kind mit dem Gesicht nach unten auf den Arm und klopfte ihm leicht auf die Schulter. Das Mädchen spuckte Fruchtwasser aus und fing nicht nur an zu atmen, sondern auch zu schreien.

Dazwischen mischten sich anschließend Jubelschreie des Vaters. Fichtner: „Er war überwältigt und rief ständig ,ich bin Vater geworden, ich bin Vater geworden!’“ Er wickelte sein Baby in ein Tuch, als auch schon der Rettungsdienst klingelte und alle drei ins Krankenhaus brachte. Die Oma blieb derweil bei der anderen Tochter Lotta, die nun am Freitag ihre kleine Schwester zu Hause begrüßen konnte.

Sehr besonderer Moment

„Ein sehr besonderer Moment auch für mich. Ich war sehr berührt, als ich die ersten Schreie des Mädchens hörte“, sagt Andreas Fichtner, der allerdings sofort den nächsten Anrufer annahm. „An dem Tag war viel los, in Glinde war zum Beispiel die Bombenräumung.“ Erste später nach dem Feierabend habe er auf der Heimfahrt länger darüber nachgedacht.

„Jeder Tag ist anders, man erlebt immer neue Dinge“, sagt Fichtner. Das sei das Schöne an seinem Beruf. „Obwohl eine Geburt am Telefon wirklich selten ist, sind unsere Mitarbeiter alle fit auch für solche Situationen“, lobt Andreas Rehberg, als Leiter des Fachbereichs Sicherheit und Gefahrenabwehr oberster Chef aller Leitstellen-Mitarbeiter. Regelmäßig würden sie zum Beispiel Reanimationen anleiten.

Von Markus Carstens

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