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Stormarn Goldmarie hat in Oldesloe einen Schutzengel
Lokales Stormarn Goldmarie hat in Oldesloe einen Schutzengel
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09:00 03.12.2019
Lina Hamm (13) - hier bei der Handwäsche als Marie - spielt seit 2013 Theater. Quelle: SUSANNA FOFANA
Bad Oldesloe

Amateurschauspielerin Heidi Jurawitz hat bei der Probe in der Theaterwerkstatt der Oldesloer Bühne, die nun zum Werkstatt-Theater wurde, schon wieder einen Apfel in der Hand. Mit einem Ähnlichen wollte sie im vorigen Weihnachtsmärchen als böse Königin noch das schöne Schneewittchen vergiften. Dieses Mal schlüpft sie zu Weihnachten in eine Rolle, die gegensätzlicher nicht sein könnte: Sie ist die nette Frau Holle.

Frau Holle kommt als Oldesloer Weihnachtsmärchen etwas moderner daher.

„Ich habe mich sehr gefreut, etwas ganz anderes zu machen“, kommentiert sie ihre bisher vierte Bühnenerfahrung. „Ihr seid jetzt ganz still“, sagt Regisseurin Marion Teller zu den bezaubernden Schneeflöckchen, die lustig durcheinander schnattern. Und dann öffnet sich der rote Vorhang der neuen Bühne für die Goldmarie, die mit dem kalten Brunnenwasser Wäsche wäscht.

Spielleiterin Marion Teller hat dem Grimm’schen Märchen für ihre dritte Regie nach „Der kleine Muck“ und „Schneewittchen“ einen modernen Anstrich gegeben. Teller: „Das Textbuch habe ich selber geschrieben.“ Und weil so viel Nachwuchs auf die Bühne drängte, können in ihrer Fassung Brot und Äpfel sogar sprechen.

Die Schwestern heißen in Bad Oldesloe Goldmarie und Pechsophie

Eine Spindel, wie im Original, kommt bei ihrer Oldesloer Version ebenfalls nicht vor. Denn kaum ein Kind kennt heute noch eine Spindel. So ließ Teller sich eine andere Lösung einfallen. Auch die Hauptfiguren heißen bei ihr nicht beide Marie, was schnell zu Verwirrung bei Kindern führt. Die Goldmarie blieb, die Schwester heißt nun Pechsophie.

Noch etwas ist bei Teller komplett neu: Der Schutzengel, der auf die Schwestern aufpasst und sie sicher durchs Stück begleitet. Die Regisseurin: „Schutzengel gibt es im Original nicht.“ Und der Schneeflockentanz auf der Bühne, wenn Frau Holle die Betten ausschüttelt, ist ebenfalls neu.

Erste Schulklassen buchten schon ab Ostern den Märchenbesuch

Begeistert ist Teller auch von ihrer Co-Regisseurin aus der Jugendgruppe, von der 17-jährigen Mette Harms: „Sie macht es ganz toll.“ Der Nachwuchs wachse in die Aufgaben hinein. Das sei schön. Entsprechend ist die Nachfrage groß nach der Oldesloer Fassung des Märchenklassikers. Die ersten Grundschulklassen sicherten sich bereits zu Ostern ihre Tickets. Insgesamt gibt es vier Schul- und Kindergarten-Vorstellungen am 12. und 13. Dezember, an die sich zehn weitere Vorführungen an den Wochenenden bis zum 22. Dezember anschließen.

Die Oldesloer Bühne bringt Frau Holle bereits zum vierten Mal auf die Bühne. 1979, 1991 und 2004 wurde das Märchen ebenfalls aufgeführt. Alle Rollen – bis auf die der Frau Holle – wurden dieses Mal doppelt besetzt. So kommen abwechselnd insgesamt elf Spielerinnen und Spieler auf die Bühne, von denen der Jüngste erst sechs Jahre alt ist. Das Märchenspiel ist für Besucher ab vier Jahren geeignet.

Kinder würden die Bühne in den Probe-Pausen am liebsten zum Toben nutzen

Für das Weihnachtsmärchen konnte erstmals auf der im Oktober angelieferten Bühne geprobt werden. Die mitspielenden Kinder waren begeistert, aber mussten auch manches Mal in den Spielpausen von der großen Bühne geholt werden, da sie darin einen Abenteuerspielplatz entdeckten, verrät Teller lachend. Für die Anschaffung des Bühnenkabinetts gab es Unterstützung von vielen Seiten.

14 Aufführungen geplant

Das Weihnachtsmärchen Frau Holle hat mit einer Schulvorstellung am 12. Dezember, 9 Uhr, Premiere. Die ersten zwei Tage sind für vier Schulvorstellungen reserviert.

Öffentliche Vorstellungen um 14 und 17 Uhr sind am 14., 15., 20., 21. und 22. Dezember.

Alle Vorstellungen finden erstmals im Werkstatt-Theater des KuB statt.

Karten im Vorverkauf zu 8,50€ in der Stadtinfo, bei Pareibo und Mirus, am Bühnentelefon 0176/48 56 11 31 oder unter karten@oldesloerbuehne.de

Info: www.oldesloerbuehne.de

Neu: Wegen der großen Nachfrage wird „Der Gott des Gemetzels“ am Wochenende 25. und 26. Januar noch einmal wiederholt. Dieses Mal im Werkstatt-Theater. Es gibt bereits Karten im Vorverkauf für 10,50 €.

„Wie jedes Jahr ist unser Weihnachtsmärchen der krönende Abschluss“, sagt Vorsitzende Heike Gräpel. Weihnachtsmärchen gibt es bei der Oldesloer Bühne seit 1971. Das erste Märchen war Rumpelstilzchen. Viele Generationen haben sich in den 48 Jahren die Märchenklassiker angesehen, die mit „Die Prinzessin auf der Erbse“ von Hans Christian Andersen und „Der kleine Muck“ von Wilhelm Hauff nur zweimal nicht von den Gebrüdern Grimm stammten.

Von Susanna Fofana

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