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Stormarn Ehrennadeln für zwei starke Oldesloer Frauen
Lokales Stormarn Ehrennadeln für zwei starke Oldesloer Frauen
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18:31 22.03.2019
Kreispräsident Hans-Werner Harmuth (l.) und Landrat Henning Görtz zeichneten Sabine Tiedtke (2.v.l.) und Birgitt Zabel mit der Ehrennadel des Kreises aus. Quelle: mc
Bad Oldesloe

Es hatte beinahe Symbolcharakter: Obwohl vor wenigen Tagen umgeknickt, ließ es sich Sabine Tiedtke nicht nehmen, auch mit einem Bänderriss zur Kreistagssitzung zu kommen und persönlich die Ehrennadel entgegenzunehmen. Dieser eiserne Wille war es auch in den vergangenen zehn Jahren, der die Oldesloerin immer wieder angetrieben hat, um nun in diesem Jahr ihr großes Ziel zu erreichen: den Bau eines Hospizes für den Kreis Stormarn.

Von der Bankkauffrau zur Krankenschwester

Sabine Tiedtke machte zunächst eine Banklehre, in ihr schlummerte aber schon immer eine Krankenschwester. Also sattelte sie um, hatte aber nach eigener Auskunft „Horror davor, Tote zu sehen“. Sie sei daher einer Krankenschwester sehr dankbar, die sie vorsichtig an dieses Thema heranführte, nachdem eine Dame sanft eingeschlafen war. „Wir haben sie ganz würdevoll versorgt und den Raum mit Blumen geschmückt“, sagte Tiedtke vor kurzem den LN, die ihre jüngste Weihnachtsaktion „Hilfe im Advent“ dem Hospiz-Verein „Lebensweg“ widmeten.

Diese Begegnung im Krankenhaus ließ die 56-Jährige fortan nicht mehr los. Sie habe danach viel Unsicherheit und Ängste zum Thema Tod erlebt. Tiedtke: „Da war und ist noch viel zu tun. Ich finde, dass Sterbende nicht alleingelassen werden sollten.“

Einweihung Ende des Jahres

Gesagt, getan: Trotz vieler Widrigkeiten und Unwägbarkeiten soll Ende des Jahres nun das Hospiz am Oldesloer Sandkamp fertiggestellt sein. „Sie hat nicht nur viele Mitstreiter für dieses Projekt gewinnen können, sondern auch in unzähligen Gesprächen Investoren und Mitfinanzierer überzeugen können“, sagte Kreispräsident Hans-Werner Harmuth bei der Verleihung der Ehrennadel.

„Ich bin überwältigt und stolz“, sagte Sabine Tiedtke. So viele Personen in Stormarn hätten sie und den Verein „Lebensweg“ unterstützt. „Eine Freundin hat mal gesagt, dass wir die Welt nicht verändern können. Doch ich halte dagegen. Wir können die Welt wirklich verändern.“

Auf eine sehr erfolgreiche Zeit kann auch Birgitt Zabel ebenfalls aus Bad Oldesloe zurückblicken. Sie arbeitet seit 24 Jahren ehrenamtlich für den Kinderschutzbund in Stormarn, gehört seit 20 Jahren dem Vorstand an und ist seit 2001 die Vorsitzende. „Kinder zu stärken, sich für ihre Rechte einzusetzen und sie bei der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu unterstützen, sie in ihrer Entwicklung zu fördern und für das Leben stark zu machen“, zitierte Kreispräsident Harmuth die Ziele des Kinderschutzbundes. Dieser hat zurzeit 363 Mitglieder und beschäftigt 76 hauptamtliche Mitarbeiter sowie 180 Ehrenamtler. Während der Amtszeit von Birgitt Zabel hat sich die Zahl der Mitarbeiter verdoppelt.

„Ich freue mich sehr über die Anerkennung unserer Arbeit für Kinder in schwierigen Lebenssituationen“, sagte Birgitt Zabel, wies aber auch daraufhin, dass auch in Stormarn noch einiges zu tun sei im Kampf gegen die Kinderarmut.

Nicht meckern, sondern anpacken!

„Meine Eltern legten zu Hause immer großen Wert darauf, dass man nicht einfach nur meckert und kritisiert, sondern dass man Verantwortung übernimmt und auch mitgestaltet“, hatte Birgitt Zabel mal den LN gesagt, ebenfalls im Rahmen der Aktion „Hilfe im Advent". Deshalb sei es für sie immer eine Selbstverständlichkeit, sich zu engagieren, ob in der Schule ihrer Kinder, im Sportverein oder während ihrer Berufszeit als Betriebsrätin. Nachdem ihre drei Kinder auf der Welt waren, ließ sie sich beim Kinder- und Jugendtelefon ausbilden, um Kinder zu beraten, die Sorgen haben und nicht weiterwissen.

„Dort habe ich gesehen, mit welch großen Problemen Kinder zu kämpfen haben. Gerade als Mutter war das manchmal schwer zu ertragen, was die Kinder mir am Telefon erzählt haben. Auf der anderen Seite habe ich aber auch gesehen, wie wichtig unsere Arbeit ist. Denn es ist für mich unmöglich wegzuschauen. Ich weiß, wie wichtig unsere tägliche Hilfe für Kinder und Familien ist. Und es ist schön zu sehen, dass diese Hilfe wirklich ankommt.“

Hohe Bedeutung des Ehrenamts

Mit der Verleihung der Ehrennadel möchte der Kreis Stormarn laut Kreispräsident Harmuth zum Ausdruck bringen, welch große Bedeutung er dem ehrenamtlichen Engagement seiner Bürgerinnen und Bürger beimisst. „Ein starkes Ehrenamt ist auch der Garant für eine lebendige kommunale Selbstverwaltung und wichtiger Bestandteil von Freiheit und Demokratie.“ Es müsse das Ziel sein, das Ehrenamt insgesamt attraktiver zu machen und möglichst viele Menschen – vor allem auch die jüngeren – in die Pflicht zu nehmen.

Markus Carstens

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