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Stormarn Erntekrone als Zeichen der Verbundenheit
Lokales Stormarn Erntekrone als Zeichen der Verbundenheit
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15:00 04.10.2019
Elke Stolten hatte zum richtigen Reifezeitpunkt das Getreide für die Erntekrone geschnitten. Quelle: Petra Dreu
Bad Oldesloe

Kaum ein anderes Fest hat seine Tradition über fast zwei Jahrtausende bewahren können wie das Erntedankfest als Ausdruck der Verbundenheit von Mensch und Natur. Von ihr und einer guten Ernte hing bereits in der vorchristlichen Zeitrechnung das Überleben ab. Wer nicht rechtzeitig einen Vorrat angelegt hatte, für den wurde es schwer, den nächsten Winter zu überleben. Entsprechend groß war der Dank, wenn der mühsame erarbeitete Ertrag gut ausgefallen ist.

Ausdruck der Verbundenheit von Mensch und Natur

Das Erntedankfest wird regional sehr unterschiedlich gefeiert. In fast allen Gegenden aber werden Feldfrüchte und Obst als Zeichen des Dankes zusammengetragen und es gibt eine Erntedankkrone, die auch für Jochim und Elke Stolten eine ganz besondere Bedeutung hat. Als Landwirtspaar im Ruhestand weiß es aus eigener Erfahrung, wie wichtig das Zusammenspiel von Mensch und Natur ist und wie groß der Einfluss des Wetters auf eine gute oder schlechte Ernte ist. „Es ist seit Jahrzehnten unser Anliegen, den Sinn des Erntedankes weiter zu tragen und in der nächsten Generation erlebbar zu machen“, verrät Elke Stolten.

Erntedankfeste haben eine lange Tradition

Wie viele christlich geprägte Feste hat auch das Erntedankfest vorchristliche Vorläufer. Bereits im Römischen Reich, im antiken Griechenland und in Israel waren Rituale zum Erntedank bekannt. Mit ihnen baten die Menschen um göttlichen Beistand, denn ohne eine gute Ernte wäre kein Überleben im Winter möglich gewesen.

Die Christen übernahmen den Brauch und drückten ihm den christlichen Stempel auf. In der römisch-katholischen Kirche ist ein Erntedankfest seit dem 3. Jahrhundert belegt. Wie es gefeiert wird, ist regional sehr unterschiedlich und mit einer Vielfalt an Bräuchen verbunden. Auch in anderen Kulturkreisen wird Erntedank gefeiert, wobei sich in Süd- und Ostasien die Tradition großer Volksfeste entwickelt hat, etwa das tamilische Pongal oder das japanische Matsuri.

Gemeinsam mit Ehemann Jochim, Helga Priebsch und Andreas Klempau ist sie in der Oldesloer Kirchengemeinde als Küsterin tätig. Alle vier hatten sich in diesem Jahr eine neue Erntekrone für das „Haus der Begegnung“ am Poggenseer Weg vorgenommen. „Die alte Erntekrone ist zwar immer gut verpackt im Keller gelagert worden, aber sie war bereits 14 Jahre alt und nicht mehr so schön. Es wurde Zeit für eine neue“, erzählt Elke Stolten.

Auf den richtigen Zeitpunkt der Reife kommt es an

So eine Erntekrone, die aus den vier Getreidesorten Wintergerste, Weizen, Hafer und Roggen oder Triticale, eine Kreuzung aus Weizen und Roggen, besteht, braucht Vorbereitung. „Das Getreide ist lange vor dem Erntedankfest reif. Es muss geschnitten werden, wenn es reif zur Ernte ist. Es darf aber auch nicht überreif sein. Sonst wird es schwierig“, weiß Elke Stolten, die frühmorgens im Abstand von rund zehn Tagen auf den Feldern unterwegs war, um das jeweilige Getreide zum richtigen Zeitpunkt zu schneiden.

Entsprechend früh ist deshalb auch die neue Erntekrone gebunden worden. Im August hatten sich Elke Stolten, Susanne Ludolf, Lotti Schubert, Andreas Klempau, Monika Hickstein, Helga Priebsch, die sechsjährigen Lilli und ihrem Ehemann Jochim Stolten um einen Tisch voller Getreide getroffen, um die neue Erntekrone für das „Haus der Begegnung“ zu binden. Elke Stolten freute sich besonders darüber, dass sie ihre Erfahrung an vier Frauen weitergeben konnte, für die das Binden einer Erntekrone Neuland war.

Erntedankgottesdienste in Bad Oldesloe

Alle Erntedankgottesdiensteder Kirchengemeinde Bad Oldesloe finden am Sonntag, 6. Oktober statt: 9.30 Uhr, Travenbrück, Zur Kirche 6, mit Pastor Diethelm Schark und Robert Gießler; 10 Uhr: Rümpel, Lindenstraße 5; 10 Uhr: Peter-Paul-Kirche mit Pastor Martin Pommerening und Kirchenmusiker Daniel Zickenrott; 10 Uhr: Rethwisch, Kirchberg 15, mit Pastorin Barbara Süptitz, Christine Mansch und dem Chor der Christuskirche; 11.15 Uhr: Haus der Begegnung, Poggenseer Weg 28, mit Pastor Volker Hagge, dem Kirchenchor Ehmkenberg und Kirchenmusiker Hans-Friedrich Schulz; 15 Uhr: Seefeld, Feuerwehrgerätehaus mit Pastor Diethelm Schark, Pastor Volker Hagge und Kirchenmusiker Hans-Friedrich Schulz.

Auch die Bänder haben ihre Bedeutung

Nicht nur darin wurden sie eingewiesen, sie bekamen zudem eine Lehrstunde für die Auswahl der Farben, die die Bänder der Erntekrone haben sollten. Elke Stolten: „Wir haben uns bewusst gemacht, dass der Boden (braun), das Können der Landwirte, Wachstum und Segen (grün) sowie die Sonne und Wärme (gelb) das Getreide reifen lassen. Mit den Gedanken haben wir schon die Seidenbänder für die erste Krone ausgewählt.“

Wer einen Blick auf die neue Erntekrone im Bad Oldesloer Haus der Begegnung, Poggenseer Weg 28, werfen möchte, hat dazu am Sonntag, 6. Oktober, ab 11.15 Uhr die Gelegenheit.

Von Petra Dreu

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