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Stormarn Neue Details im Fall Ivonne Runge – Anklage gegen Ex-Freund erhoben
Lokales Stormarn Neue Details im Fall Ivonne Runge – Anklage gegen Ex-Freund erhoben
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16:20 05.09.2019
Seit Ende Oktober 2017 vermisst, Ende April fand man ihre Leiche: Ivonne Runge. Quelle: hfr
Bad Oldesloe/Lübeck

Rund vier Monate nach dem Fund der Leiche von Ivonne Runge auf einem Feld bei Hammoor hat die Staatsanwaltschaft Lübeck ihre Ermittlungen abgeschlossen und Anklage gegen Runges ehemaligen Lebensgefährten erhoben. Der 39-Jährige aus Rümpel ist seit dem Fund in Haft in der Justizvollzugsanstalt Lübeck. „Es besteht der dringende Verdacht des Mordes aus niedrigen Beweggründen“, teilte Oberstaatsanwältin Dr. Ulla Hingst mit.

Die Staatsanwaltschaft geht nach dem Ergebnis der Ermittlungen davon aus, dass sich die Getötete nach einer mehrjährigen Partnerschaft spätestens Anfang September 2017 endgültig von dem Angeschuldigten getrennt hatte und eine Beziehung mit einem anderen Mann eingegangen war. „Ab dem 30. September 2017 hatte sie eine eigene Wohnung in Schlamersdorf angemietet“, so Ulla Hingst.

Genaue Todesursache bleibt ungeklärt

Dem Mann wird vorgeworfen, Ivonne Runge am späten Abend des 25. Oktober 2017 in seiner Wohnung in Rümpel auf bislang nicht bekannte Weise getötet zu haben. Laut Staatsanwaltschaft war er offensichtlich nicht bereit zu akzeptieren, dass sie sich von ihm getrennt hatte und ihr Leben mit einem neuen Partner führen wollte. Die Todesursache konnte im Rahmen der Obduktion nicht mehr geklärt werden.

Ulla Hingst: „Der Angeschuldigte und das Opfer waren am späteren Abend des mutmaßlichen Tattages verabredet gewesen, um Fragen bezüglich eines Kaufvertrages über eine Immobilie zu klären. Diesen hatten sie gemeinsam noch vor der Trennung abgeschlossen.“

Ort vorher ausgekundschaftet

Die Staatsanwaltschaft zieht aus den Standortdaten des Mobiltelefons des Angeschuldigten den Schluss, dass er direkt vor dem Treffen gezielt den späteren Ablageort des Leichnams in einem Waldstück in der Nähe des Autobahnkreuzes an der A 1 in Hammoor ausgekundschaftet hat. Dort hatte ein Landwirt am 25. April 2019, gut anderthalb Jahre nach dem Verschwinden der damals 39-jährigen Frau, den Leichnam aufgefunden.

Nach der Tötung der Frau soll der Angeschuldigte die Leiche in ihr Auto gelegt haben und mit diesem dann zunächst nach Schlamersdorf gefahren sein, um dort das Handy der Frau zu deponieren. Anschließend fuhr er laut Anklage nach Hammoor und versteckte dort die Leiche.

Spezielle Plastiksäcke

Die Staatsanwaltschaft begründet den dringenden Tatverdacht außerdem damit, dass der Leichnam in spezielle Plastiksäcke für leere Öldosen verpackt war, die von einer Entsorgungsfirma ausschließlich an Betriebe der Mineralölwirtschaft ausgegeben werden. Der Mann betrieb eine Tankstelle. Darüber hinaus wurde bei der Toten eine Jacke gefunden, die nach Überzeugung der Lübecker Staatsanwaltschaft dem Angeschuldigten gehört.

Angeschuldigter schweigt

Der 39-Jährige hatte in zwei Vernehmungen im November 2017 bestritten, etwas mit dem Verschwinden der Frau zu tun zu haben. Ivonne Runges neuer Freund, der von dem Treffen der beiden wusste, hatte besorgt die Polizei eingeschaltet, nachdem sie nicht mehr erreichbar war. Gegenüber den Ermittlungsbeamten hatte der Tatverdächtige angegeben, er habe seine Ex-Freundin mit ihrem Auto zurück nach Schlamersdorf gefahren und sie an der Bushaltestelle aussteigen lassen. Da sich der Verdacht auf ein Tötungsdelikt seinerzeit nicht erhärten ließ, wurde er wieder auf freien Fuß gesetzt.

Die Polizei hatte damals bereits in der Nähe des späteren Fundortes eine große Suchaktion gestartet, blieb jedoch erfolglos. „Wir waren sogar bis auf 200 Meter an die Fundstelle herangekommen“, sagte Staatsanwältin Hingst später. Auch die Suche im Fernsehen bei Aktenzeichen XY blieb erfolglos, ebenso das Ausloben einer Belohnung.

Seit seiner Festnahme am 30. April schweigt der Angeschuldigte. Ihm droht eine lebenslange Freiheitsstrafe. Über die Zulassung der Anklageschrift und die Eröffnung des Hauptverfahrens hat das Landgericht Lübeck noch nicht entschieden.

Von mc

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