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Stormarn Großer Andrang bei der Ausländerbehörde
Lokales Stormarn Großer Andrang bei der Ausländerbehörde
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16:35 15.05.2019
Seit wenigen Wochen hat die Ausländerbehörde ihren Sitz am Oldesloer Bahnhof. An manchen Tagen bilden sich hier lange Schlangen. Quelle: mc
Bad Oldesloe

Laut Landrat Henning Görtz kommen gerade mehrere Dinge zusammen. Zum einen ist die Ausländerbehörde umgezogen in die ehemaligen Räume der Deutschen Rentenversicherung, wodurch sich Abläufe erst neu sortieren müssten. Dazu kämen Urlaub und Krankheitsfälle. Aufgrund der Arbeitszunahme hatte die Kreisverwaltung bereits intern die Behörde ausgegliedert und einen eigenen Fachdienst daraus gemacht. Dessen Leiter ist Carsten Frerichmann-Brandt. Auch drei neue Mitarbeiter wurden bereits eingestellt, um unter anderem Aufenthaltsgenehmigungen und Asylanträge zu bearbeiten. Insgesamt arbeiten dort knapp 20 Personen.

Steigende Fallzahlen

„Außerdem registrieren wir steigende Fallzahlen“, erklärt Henning Görtz. Zum Beispiel kämen immer noch Briten, um einen deutschen Pass zu beantragen. Besonders vor dem ursprünglichen Brexit-Datum 29. März sei der Andrang groß gewesen.

Derzeit ist es noch so, dass die Kunden eine Nummer ziehen und dann warten, bis sie aufgerufen werden. Teilweise war es nun schon so, dass gegen 9 Uhr morgens alle Mitarbeiter für den Tag ausgebucht waren. Das Gespräch kann jeweils auch länger dauern; manchmal ist ein Dolmetscher erforderlich, weil die Besucher weder Deutsch noch Englisch sprechen. Viele Kunden mussten also unverrichteter Dinge wieder gehen und am Folgetag einen nächsten Versuch unternehmen.

Das sei ärgerlich und nicht bürgerfreundlich, gibt der Landrat zu. „Daher wollen wir das System auf Terminvergabe umstellen, was jedoch wohl erst ab Sommer losgehen kann“, sagt Landrat Görtz. Eine weitere Entlastung verspricht er sich von der Neuerung, dass demnächst Ummeldungen auch von den Kommunen bearbeitet werden können. Das wird auch der Sozialausschuss auf seiner Sitzung absegnen. Außerdem ist Henning Görtz froh, dass es weiterhin so viele ehrenamtliche Helfer in den Stormarner Städten und Gemeinden gibt, die sich um Geflüchtete kümmern.

Flüchtlinge brauchen Arbeitserlaubnis

Wie bereits in den LN berichtet, werden derzeit auch vom Land mehr Flüchtlinge an die Kreise zugewiesen, weil in den großen Landesunterkünften weniger Menschen untergebracht werden sollen. „Außerdem geht es um Aufenthaltungserlaubnisse, Duldungen und so weiter“, sagt Ingo Lange, stellvertretender Fachbereichsleiter.

Großen Andrang habe es auch bereits vor dem Umzug der Ausländerbehörde gegeben, „dieser war jedoch nicht so sichtbar wie derzeit am Oldesloer Bahnhof“, erklärt Lange und gibt zu, dass ein Sicherheitsdienst erst seit diesem Jahr erforderlich ist. Jeweils ein Security-Mitarbeiter passt auf, dass alles in geordneten Bahnen verläuft.

Drei Öffnungstage

Die Ausländerbehörde ist lediglich an drei Tagen für Publikumsverkehr geöffnet: am Dienstag, Donnerstag und Freitag von 8.30 bis 12.00 Uhr und am Donnerstag auch von 14.00 bis 17.00 Uhr. Am Montag und Mittwoch ist die Ausländerbehörde ganztägig geschlossen.

Lange erklärt die vielen Antragsteller auch mit Zuzügen aus anderen Bundesländern. „Viele wollen in Hamburg arbeiten, können sich dort aber keine Wohnung leisten.“ Und viele Flüchtlinge aus den vergangenen Jahren wollten nun arbeiten, auch die kämen für die Arbeitserlaubnisse in die Kreisbehörde.

Jeder Fall brauche seine Zeit, denn das Ausländerrecht ist laut Ingo Lange kompliziert; und es gebe häufig neue Erlasse von Bund und Land. Deshalb sei es auch nicht einfach für neue Mitarbeiter, sich schnell in die Materie einzuarbeiten. Trotzdem wird auch zusätzlich noch eine Beratungsfirma, um sich die Arbeitsabläufe zu untersuchen und die Organisation möglicherweise weiter zu optimieren.

mc

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