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Stormarn Ein Loch am Bella-Donna-Haus
Lokales Stormarn Ein Loch am Bella-Donna-Haus
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18:52 08.05.2019
Im Bella-Donna-Haus (rote Fassade) klafft jetzt in der ersten Etage ein Loch. Das Nachbarhaus wurde in der Nacht abgerissen. Quelle: mc
Bad Oldesloe

Große Aufregung um das Bella-Donna-Haus in der Bahnhofstraße Bad Oldesloe: Schon den ganzen Vormittag blieben Passanten stehen und zeigten auf das große Loch im ersten Stock. Daneben stand ein Abrissbagger auf einem riesigen Schuttberg.

Was war passiert? Das Abrissunternehmen Wernecke aus Travenbrück hatte den Auftrag, das dort bestehende Gebäude abzureißen. Ein Oldesloer Architekt will an der Stelle ein neues, dreistöckiges Haus mit 14 barrierefreien Wohnungen errichten. Die Abrissarbeiten waren für die Nacht geplant – und liefen dann aber nicht planmäßig. Wo eigentlich noch eine Wand des Bella-Donna-Hauses sein sollte, klaffte plötzlich ein riesiges Loch. Eine Heilpraktikerin hat dort ihre Räume, von denen einer jetzt nicht mehr genutzt werden kann.

Staub und Steine lagen auch am Mittag noch im Bella-Donna-Haus, im Erdgeschoss sind deutliche Risse zu erkennen. Auch Versorgungsleitungen für Strom und Wasser wurden getroffen. Personen befanden sich in der Nacht nicht im Bella-Donna-Haus.

Mieter sind geschockt

„Wir sind völlig geschockt“, sagte Dagmar Greiß vom Vorstand des Bella-Donna-Vereins. Diesem gehört das Gebäude, in dem der Verein auch mehrere Räume vermietet hat, unter anderem an „Frauen helfen Frauen“. Eine Mitarbeiterin erblickte am Morgen als erste den Schaden und alarmierte alle Betroffenen. Auch Polizei und städtisches Bauamt kamen, erklärten sich jedoch für nicht zuständig. Einsturzgefährdet ist das Gebäude nicht. Das bestätigte ein Statiker am Nachmittag.

Bei Abrissarbeiten in der Oldesloer Bahnhofstraße wurde das Nachbargebäude stark beschädigt. Im Bella-Donna-Haus klafft ein riesiges Loch.

Die Mieter sagten trotzdem alle Termine für Mittwoch ab und begannen schon mit Aufräumarbeiten. Auch in den kommenden Tagen wird der Betrieb nur eingeschränkt laufen. Es gibt einen weiteren Zugang über die Außentreppe, der jedoch nicht für Kinderwagen oder Rollstühle geeignet ist.

Keiner sagte Bescheid

„Weder Bauherr noch Abrissunternehmen haben uns Bescheid gesagt“, empörten sich Dagmar Greiß und Astrid Lobreyer ebenfalls vom Bella-Donna-Verein. „Jetzt ist genau das passiert, was wir befürchtet haben“, sagte Lobreyer und verwies aus Gespräche mit dem Bauherren im Vorwege, um genau das zu verhindern.

Die Bella-Donna-Frauen fragen sich nun, wie es weitergeht. Sie hoffen auf breite Unterstützung, denn möglicherweise bleiben die engagierten Frauen auf den Kosten für die Instandsetzung sitzen. Am Mittag kam die Architektin des Hauses, um den Schaden zu begutachten. „In den Bauzeichnungen gibt es auch für unser Haus eine eigene Wand, die aber offenbar gar nicht existiert“, erklärte Dagmar Greiß.

Kleiderschrank statt Wand

Genau darauf beruft sich auch Abrissunternehmer. „Die Wand, die wir eingerissen haben, gehört zu dem alten Gebäude. Allerdings sollte auch das Bella-Donna-Haus laut unseren Unterlagen eine 24 Zentimeter dicke Brandschutzwand aus Kalksandstein besitzen“, erklärte Karl-Friedrich Wernecke auf LN-Anfrage. „Anderenfalls hätten wir Schutzmaßnahmen ergriffen.“

Der Unternehmer saß selbst auf dem Bagger in der Nacht und war nach eigener Aussage erschrocken, dass da „plötzlich die Rückwand eines Kleiderschranks stand, wo eigentlich eine Wand sein sollte“. Eine Schuld sieht er aber weder bei sich noch beim Bauherren. „Statisch besteht auch keine Gefahr.“ Noch am Nachmittag fuhr das Unternehmen Bauschutt weg und brachte eine Staubschutzwand am Bella-Donna-Haus an.

Provisorische Stützen angebracht

Die Betroffenen hatten da bereits gehandelt und eine Firma beauftragt, provisorische Stützen anzubringen. „Die müssen wohl etwa ein halbes Jahr halten, bis wir wieder eine richtige Wand bekommen“, sagte Astrid Lobreyer. Beziffern konnte sie den Schaden am Mittwoch noch nicht. Das neue Haus nebenan soll übrigens wieder direkt an das Bella-Donna-Haus gebaut werden.

„Die Wand gehört ganz klar zu meinem Haus“, sagte auch Bauherr Hinrich Rickmers den LN. „Wir helfen trotzdem bei den erforderlichen Sicherheitsmaßnahmen.“

Auch die Stadt Bad Oldesloe bestätigt die Einschätzung des Eigentümers. „Es gab in den 1960er Jahren die Auflage für den damaligen Eigentümer, eine Brandschutzwand einzuziehen“, erklärt Sprecherin Agnes Heesch. 2002 übernahm der Bella-Donna-Verein dann das Gebäude und erweiterte es. Die erforderliche Wand ist jedoch offenbar nie gebaut worden.

Markus Carstens

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