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Stormarn Berufliche Schule wirbt für Abitur
Lokales Stormarn Berufliche Schule wirbt für Abitur
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15:57 15.01.2019
Die Unterzeichner: Landrat Henning Görtz, Schulleiterin Sabina Cambeis, Berufsschulleiter Kai Aagardt und Großhansdorfs Bürgermeister Janhinnerk Voß.
Die Unterzeichner: Landrat Henning Görtz, Schulleiterin Sabina Cambeis, Berufsschulleiter Kai Aagardt und Großhansdorfs Bürgermeister Janhinnerk Voß. Quelle: hfr
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Bad Oldesloe

Die Friedrich-Junge-Schule in Großhansdorf und die Berufliche Schule in Bad Oldesloe haben eine verbindliche Kooperation für den Übergang in die Jahrgangsstufen 11 bis 13 geschlossen. Damit können die Kinder der Großhansdorfer Gemeinschaftsschule, die über keine eigene Oberstufe verfügt, in einem Rutsch zum Abitur kommen. Bislang mussten sich die Schüler nach dem Mittleren Schulabschluss in Klasse zehn an den Schulen mit Oberstufe bewerben.

Hintergrund ist das vor fünf Jahren novellierte Schulgesetz des Landes. Demnach haben alle Schüler, wenn sie die Leistungsvoraussetzungen erfüllen, einen Anspruch auf Aufnahme in die Oberstufe der kooperierenden Schule. Für die Berufliche Schule ist die Friedrich-Junge-Schule bereits der dritte Kooperationspartner nach den Oldesloer Einrichtungen Theodor-Storm-Schule und Schule am Masurenweg. Knapp 30 Schüler wechseln inzwischen jährlich von diesen Schulen an die Berufsschule am Oldesloer Schanzenbarg.

„Die Kooperation ermöglicht den Schülerinnen und Schülern der Gemeinschaftsschule einen verlässlichen Weg zum Abitur, da diese zukünftig – die entsprechenden Noten vorausgesetzt – einen Anspruch auf einen Platz in der Oberstufe des acht Profile umfassenden Beruflichen Gymnasiums haben“, unterstreicht Kai Aagardt, Schulleiter der Beruflichen Schule, die Bedeutung des Vertrages.

So erhält die Friedrich-Junge-Schule mit der Unterzeichnung des Kooperationsvertrags zum Sommer 2019 quasi eine eigene Oberstufe. Dadurch wird laut Aagardt die Chancengleichheit zwischen Gemeinschaftsschulen ohne Oberstufe im Verhältnis zu den Schulen mit Oberstufe hergestellt. „Wir freuen uns, unseren Schülerinnen und Schülern durch den verbindlichen Übergang an das Berufliche Gymnasium ein im Kreis Stormarn einzigartiges Angebot beruflicher Profile unterbreiten zu können“, freut sich Sabina Cambeis, Schulleiterin der Friedrich-Junge-Schule.

Diese hat damit nun „die umfangreichste Oberstufe weit und breit, wenn auch nicht im eigenen Haus“, wie Cambeis selbst im aktuellen Infoflyer der Schule schreibt. Denn die Schüler können nun quasi zwischen vier Oberstufen wählen. Vor der Beruflichen Schule Bad Oldesloe hatte die Friedrich-Junge-Schule bereits Kooperationsverträge mit dem Emil-von-Behring-Gymnasium in Großhansdorf, der Selma-Lagerlöf-Gemeinschaftsschule in Ahrensburg sowie auch der Beruflichen Schule in Ahrensburg unterzeichnet.

Lehrpläne werden abgestimmt

Um den Übergang zwischen den Schulen zu erleichtern, stimmen die kooperierenden Schulen ihre Lehrpläne aufeinander ab und bieten diverse Informationsveranstaltungen sowie intensive Beratungsgespräche für Schüler und Eltern an. Tatsächlich schätzen bereits jetzt ehemalige Schüler der Großhansdorfer Schule die Profilvielfalt der Beruflichen Schule in Bad Oldesloe. „Den etwas längeren Fahrweg nehme ich für das Bildungsangebot dieser Schule gerne in Kauf“, betont Louisa Leuning, Schülerin des zwölften Jahrgangs im Gesundheitsprofil.

„Unser Profilangebot reicht aktuell von Business, Kommunikation und Medien, über Maschinenbau- beziehungsweise Elektrotechnik, Gesundheit, Ernährung, IT- und Mediendesign bis hin zu Pädagogik und Psychologie“, sagt Studiendirektor Detlef Krohn. „Mit dieser Vielfalt sind wir landesweit einzigartig.“

Der Vertrag selbst wurde nicht nur von den zwei Schulleitungen sowie Schulrätin Kirsten Blohm-Leu unterschrieben. Als Vertreter der Schulträger zeichneten im Rahmen einer kleinen Feierstunde auch Landrat Dr. Henning Görtz und Schulverbandsvorsteher Janhinnerk Voß mit. Aus dem Bildungsministerium in Kiel reiste zu diesem Anlass der Schulaufsichtsbeamte Jörn Schelzig an, der den Vertrag im Vorfeld ratifizieren musste.

Markus Carstens

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