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Stormarn Bad Oldesloe-Land: Nicht überall gibt‘s die ganze Bandbreite
Lokales Stormarn Bad Oldesloe-Land: Nicht überall gibt‘s die ganze Bandbreite
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10:08 24.05.2013
Torsten Heuer managt die Wahlen in Oldesloe-Land. Er zeigt den Stimmzettel für Grabau (l.) und den von Rethwisch. Quelle: Foto: dvd
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Bad Oldesloe

Wer hat‘s geschafft und mit wie vielen Stimmen? Fragen, die eine Wahl zur kribbligen Angelegenheit machen. Doch nicht überall im Amt Bad Oldesloe-Land wird voller Spannung erwartet, wer künftig in die Gemeindevertretung einzieht.

In Grabau steht das Ergebnis im Prinzip jetzt schon fest. Als einzige Gruppierung im Ort tritt die Wähler-Gemeinschaft (WGG) Grabau an. Eine Alternative stellten früher die Sozialdemokraten dar. Aber schon bei der Wahl 2008 traten sie nicht mehr an. Die WGG geht dagegen mit 16 Kandidaten ins Rennen, ihre sechs Direktkandidaten belegen auch die ersten Listenplätze.

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Doch es gibt auch Gemeinden mit größerer politischer Bandbreite. In Rümpel könnte man gar von der Qual der Wahl sprechen. Dort listet der Stimmzettel gleich 28 Namen auf. Es ist einer der längsten im ganzen Kreis. 13 und somit die meisten Bewerber für Sitze in der Gemeindevertretung schickt die CDU ins Rennen, gefolgt von der Allgemeinen Wählervereinigung Rümpel mit zehn, der Gruppe Active Bürgerinnen und Bürger mit neun und der SPD als Schlusslicht mit sieben Kandidaten. Bei der Kommunalwahl 2003 hatte sich in Rümpel gar ein Einzelbewerber aufstellen lassen, doch er fand nicht die nötige Unterstützung, weshalb er es fortan wohl auch nicht mehr probiert hat.

Gemessen daran, dass es in Rethwisch nur 936 Wahlberechtigte gibt, ist das Spektrum auch dort weit gefächert. Die Wählergemeinschaften beherrschen das Geschehen. Zwar tritt auch die CDU mit zehn Kandidaten an, doch bieten die Allgemeine Wähler Gemeinschaft Rethwisch und die Freie Wählergemeinschaft Rethwisch jeweils elf Bewerber auf. Die Sozialdemokraten schwächeln dagegen. 2008 stellten sie noch sechs Kandidaten, inzwischen sind es fünf.

In Pölitz wäre die SPD bei den Wahlen um ein Haar gar nicht präsent gewesen. Alle vier Gemeindevertreter, die die Partei bis dato gestellt hatte, zogen sich zurück. Gerade noch rechtzeitig vor der Meldefrist ließen sich zwei neue SPD-Kandidatinnen für die Wahl am kommenden Sonntag aufstellen. Über derlei Personalprobleme kann sich die CDU nicht beklagen, war es doch für sie keine Hürde, 16 politisch engagierte Pölitzer für ihre Liste zu finden.

Als Hochburg der Sozialdemokratie kann dagegen Lasbek eingestuft werden. Während die CDU dort nur acht und damit gleichviele Kandidaten wie die Allgemeine Wählervereinigung Lasbek stellt, sind es bei der SPD 13.

Ein wenig aufgeholt haben die Sozialdemokraten in Travenbrück. Sie konnten drei neue Leute hinzugewinnen und treten dieses Mal zu zehnt an. Die CDU stellt neun Kandidaten und die Allgemeine Wählergemeinschaft Travenbrück bringt es auf 13 Bewerber.

Steinburg stellt im Amt Bad Oldesloe-Land in mehrerer Hinsicht eine Besonderheit dar. Als größte Gemeinde konnten die Parteien und Wählergruppen dort neun Direktkandidaten aufstellen. Doch da der Ort aufgrund seiner Einwohnerzahl in drei Wahlkreise aufgeteilt wurde, darf der Wähler nicht neun, sondern jeweils nur drei Stimmen abgeben. Spitzenreiter mit insgesamt 18 Listen-Kandidaten ist die CDU. Der SPD ist es nicht gelungen, so viele Mitstreiter wie 2008 zu gewinnen. Standen damals zwölf Kandidaten auf der Liste, sind es dieses Mal nur zehn. Exotisch mutet Steinburg zudem an, da in keiner anderen Gemeinde des Amtes die Liberalen in Erscheinung treten. Die FDP-Liste umfasst neun Kandidaten. Nicht zuletzt geht die Gruppe Aktive Bürger in Steinburg mit 17 Bewerbern ins Rennen — sechs mehr als 2008. Unter ihnen ist die Französin Carole Hack. Mit ihr bemüht sich erstmals im Amt eine Bürgerin aus einem andren EU-Staat um ein Mandat.

Komplett ohne Altparteien geht es auch bei dieser Gemeindevertreterwahl in Meddewade zu. Die SPD bemühte sich letztmalig 2003 um die Gunst der Wähler. Seitdem dominieren die Wählergruppen.

Allen voran das Team — Tolerante Engagierte Aktive Meddewader — mit zwölf Kandidaten. Die Wählergruppe Meddewade bietet sechs Bewerber auf.

Neritz ist mit nur 285 Wahlberechtigten im Ort unangefochten der Benjamin im Amt, weshalb es nicht verwundert, dass sich dort eine Gruppe namens Ben (Bürger engagiert für Neritz) formiert hat. Fünf der sieben Kandidaten sind übrigens Frauen. Damit haben die Neritzer erstmals eine Alternative zur Actionsgemeinschaft Neritzer Wähler, die zehn Bewerber für die Wahl am Sonntag aufbietet.

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