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Stormarn Mieterin zahlt Kabelgebühr – ohne Empfang
Lokales Stormarn Mieterin zahlt Kabelgebühr – ohne Empfang
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14:25 30.12.2018
Anna Bauer ist Mieterin in den Oldesloer Hölkhochhäusern und hat wegen des fehlenden Kabelanschlusses Ärger mit ihrem Vermieter. Quelle: Dorothea von Dahlen
Bad Oldesloe

 Es klang wie eine Erfolgsgeschichte im sonst so gebeutelten Hochhausblock am Oldesloer Hölk. Die Mieter sollten besseren Fernsehempfang und schnelles Internet bekommen als Teil eines Sanierungspakets, das den Wohnkomfort den beiden 60er-Jahre-Immobilien deutlich steigert. Installateure haben auch schon Kabel durchs Haus gezogen. Doch nicht alle Bewohner sehen seitdem mehr als grauen Schnee, wenn sie ihr TV-Gerät einschalten.

Grauer Schnee auf der Mattscheibe

Auch Anna Bauer hat von der angekündigten technischen Innovation bislang nicht profitieren können. Genauer gesagt, sie hat seit Januar 2017 überhaupt keinen Fernsehempfang mehr. Mehrmals mahnte sie das bei der zuständigen Hausverwaltung an. Doch es rührte sich nichts. Im Juni dann setzte sie der Berliner WVB Centuria GmbH eine Frist bis zu der der Missstand behoben werden sollte und drohte an, sie werde anderenfalls den für das Kabelfernsehen veranschlagten Betrag von der Miete einbehalten. Die kurz darauf eingetroffene Antwort ließ hoffen. „Wir haben eine gute Nachricht: In Kürze können Sie neben dem TV-Programmangebot auch Internet und Telefon über ihren Kabelanschluss nutzen“, stellte die Centuria in Aussicht. Zum Leidwesen der Oldesloer tat sich aber nichts. Nicht einmal der für den 1. August angekündigte Techniker erschien, um die Installation vorzunehmen.

Auf Mietminderung folgen Mahnungen

Im Januar 2018 wechselte die Hausverwaltung. Anna Bauer fürchtete, dass ihr Anliegen damit völlig in Vergessenheit geraten würde und holte sich Hilfe. Der ehrenamtliche Sozialberater Gerd-Günther Finck veranlasste daraufhin eine Mietminderung von zehn Prozent aufgrund der nicht erbrachten Leistung fürs TV. Doch eine Reaktion auf sein Schreiben an die neuen Ansprechpartner blieb aus. Stattdessen erhielt Anna Bauer von der Adler Hausverwaltung Monat für Monat eine Mahnung. Und selbst in der Betriebskostenabrechnung für das Jahr 2017 taucht der Posten „Kabelgebühren: 106,61 Euro“ auf und ist somit als Kostenfaktor in die Gesamtrechnung einbezogen.

Betriebskosten berechneten die Vorgänger

„Wir sind dabei, alle Probleme abzuarbeiten und bemühen uns, Abhilfe zu schaffen“, sagt Remo Drews von der Adler Hausverwaltung, die –anders übrigens als ihre Vorgänger –regelmäßig Sprechzeiten für Mieter im Hölk anbietet. Er sei erst seit März für die Objekte zuständig, weshalb es nicht leicht gewesen sei, alles rasch aufzuarbeiten. Aber er werde in Abstimmung mit der Zentrale von Adler Anna Bauer sicher eine gute Lösung anbieten können. Schließlich stamme die jüngste Betriebskostenabrechnung noch von der Vorgängerverwaltung, so dass der Vorgang mit der Centuria geklärt werden müsse. „Wir werden sehen, dass wir einen Rechnungsausgleich aufs Jahr betrachtet, hinbekommen“, sagte Drews. Doch das müsse im Haupthaus geprüft und veranlasst werden und könne noch dauern.

Kabel-Konflikt ist „hoch“-hausgemacht

Der Konflikt um den in Anna Bauers Aufgang fehlenden Fernsehanschluss scheint dagegen im wörtlichen Sinne hausgemacht. So stellt es jedenfalls die Vodafone Kabel Nord dar, die 2017 vom Vermieter beauftragt wurde, 219 Wohnungen in zwei Objekten mit Kabelglasfaserkabeln auszustatten. „Das ist eigentlich Alltagsgeschäft. Normalerweise ist man bei dieser Größenordnung in sechs Monaten durch “, sagt Firmensprecher Volker Petendorf. „Aber der Grund, dass noch nicht alle Wohnungen am Hölk versorgt sind, ist leider bei den Mietern selbst zu suchen und zwar nicht bei Frau Bauer, sondern anderen Personen, die die Installateure nicht in ihre Wohnungen lassen wollen.“ Den Technikern der beauftragten Firma aus Lübeck sei der Zutritt auf ganz widerborstige Weise verweigert worden. Sie seien sogar mehrmals der Tür verwiesen worden, obgleich sie nach Aufforderung des Eigentümers verpflichtet gewesen seien, die Handwerker einzulassen. Diese Weigerung habe fatale Folgen für die anderen Mieter. Denn nur, wenn die Kabel durchgehend von Wohnung zu Wohnung gezogen werden könnten, funktioniere alles. Nach einem halben Jahr seien deshalb noch 69 Mietparteien unversorgt geblieben. Doch habe die Verwaltung noch einen zweiten Anlauf gestartet, bei dem der überwiegende Teil der Hölkbewohner bis auf Anna Bauer und zehn anderen Mieter versorgt seien.

Neue technische Lösung wird angestrebt

„Überall in Deutschland streitet man darum, schnelles Internet zu bekommen. Hier soll modernste Technologie ins Haus gelegt werden, so dass Giga-Bit-Geschwindigkeiten erreicht werden können. Das ist aber nur unter Mitwirkung aller Mieter möglich“, sagt Petendorf. Ihm zufolge stellt die Innenverkabelung den üblichen Stand der Technik dar. Doch sei die Hausverwaltung jetzt sogar bereit für einen dritten Anlauf, bei dem die Kabel außen am Gebäude verlegt werden sollen. Eine abschließende Entscheidung gebe es aber noch nicht. Im Januar solle es einen weiteren Termin mit der Hausverwaltung am Oldesloer Hölk geben.

Dorothea von Dahlen

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