Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Stormarn Wird die kleine Frieda aus Stormarn bald nicht mehr gefördert?
Lokales Stormarn Wird die kleine Frieda aus Stormarn bald nicht mehr gefördert?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
06:00 07.12.2019
Frieda wird derzeit von einer Oldesloer Praxis betreut. Die Eltern hoffen, dass die Förderung bestehen bleibt. Quelle: hfr
Anzeige
Bad Oldesloe

Die Verunsicherung ist groß. Rund 200 behinderte oder von Behinderung bedrohte Kinder im Kreis Stormarn erhalten derzeit heilpädagogische Frühförderung von den Mitgliedern des Verbundes der privaten Frühförderpraxen im Kreis Stormarn. Je nach Förderbedarf kommen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Frühförderung ins Haus oder in die Kindertagesstätte, um die Kinder im Alter bis sechs Jahre bei der Entwicklung der Sprache, der Wahrnehmung und der Bewegung zu unterstützen.

„Für die Familien sind wir Ansprechpartner, Berater und Stütze im Alltag“, erklärt Jörg Kornatz, Sprecher des Verbundes, in dem fünf Praxen organisiert sind, darunter drei aus Bad Oldesloe.

Kornatz selbst hat eine Praxis in Bargteheide. „Auch die für die Schule wichtige Ausprägung kognitiver und sozial-emotionaler Fähigkeiten wird durch die Frühförderung unterstützt“, so Kornatz weiter, der derzeit um den Fortbestand dieser Frühförderpraxen kämpft.

30 Mitarbeiter betroffen

Die insgesamt rund 30 Mitarbeiter befürchten, dass sie ab 1. Januar beschäftigungslos sind, weil es dann möglicherweise keinen gültigen Vertrag mehr mit dem Kreis gibt. Die Verhandlungen scheinen vier Wochen vor dem Jahreswechsel festgefahren.

Zum Hintergrund: Ab dem 1. Januar 2020 treten umfangreiche Gesetzesänderungen in Folge des neuen Bundesteilhabegesetzes in Kraft. Damit die Praxen auch im nächsten Jahr die Kinder versorgen können, ist der Abschluss eines neuen Vertrages zwischen dem Kreis Stormarn und den einzelnen Frühförderpraxen erforderlich. „Der Kreis hat eine Vereinbarung vorgeschlagen und wir haben dieser bereits im Mai zugestimmt“, so Jörg Kornatz.

Vereinbarung liegt seit Juni vor

Entsprechende Vereinbarungen zwischen den Praxen und dem Kreis Stormarn lägen seit Juni auf dem Tisch. Trotzdem seien sie bisher nicht vom Kreis Stormarn unterzeichnet worden. „Der Kreis zögert den Abschluss eines Vertrages hinaus, um Druck bei der Vergütung auszuüben“, meint Kornatz.

Aktuell ist dem Kreis Stormarn die Förderung der Kinder umgerechnet etwa 41 Euro pro Zeitstunde wert. Die Praxen müssten davon akademisch ausgebildetes Personal, das gesamte Material, Räume und Fahrzeuge finanzieren. Kornatz selbst hat seine Praxis in der Bargteheider Innenstadt, wo die Mieten in den vergangenen Jahren stark gestiegen sind.

Die Praxen fordern rund 46 Euro pro Stunde, der Kreis bietet dem Vernehmen nach nur etwa einen Euro mehr als bisher.

Kein Eigenanteil der Eltern

Für den Kreisist die Finanzierung der heilpädagogischen Frühförderung eine sogenannte Pflichtaufgabe. In ganz Schleswig-Holstein erledigt das als Dienstleister für alle Kreise die Koordinierungsstelle soziale Hilfen (Kosoz). Eltern müssen keinen Eigenanteil bezahlen.

Krisengespräch ohne Ergebnis

Bei einem Krisengespräch zwischen Vertretern des Verbundes der privaten Frühförderpraxen und Dr. Edith Ulferts, Fachbereichsleiterin Soziales und Gesundheit, sowie anderen Vertretern des Kreises Stormarn wurde laut Jörg Kornatz eine Lösung des Problems zugesagt – doch passiert sei nichts. „Wir haben noch rund drei Wochen Zeit. Wenn der Vertrag dann nicht unterzeichnet vorliegt, ist am 1. Januar 2020 Schluss“, sagt Jörg Kornatz. „Hoffentlich lässt der Kreis die 200 Kinder mit Unterstützungsbedarf und ihre Familien nicht im Stich. Es geht um die gesamte Infrastruktur im Kreis.“ Dieser müsse dann selbst einspringen, sollte keine Einigung erzielt werden.

Beim Kreis Stormarn ist man nicht ganz so auskunftsfreudig, die Verwaltung spricht lediglich von fehlenden Unterschriften. „Beim Abschluss von Vereinbarungen sind im Vorwege diverse Detailfragen zu klären, die zu Verzögerungen führen können“, sagt Edith Ulferts. „Zur Zeit gehe ich aber davon aus, dass ein Abschluss in 2019 vereinbart werden kann.“

Es gibt neben dem Verbund noch weitere Anbieter, die zusammengeschlossenen fünf Praxen sind laut Kornatz aber der größte im Kreis Stormarn.

Lesen Sie dazu auch

Hilfe für behinderte Menschen im Kreis Stormarn

Inklusion: Stormarner Sportprojekt ist einzigartig

Zu wenig Parkplätze für Behinderte in Reinfeld

Von Markus Carstens

In der Woche vor Weihnachten soll es nun wirklich losgehen. Die neuen Oldesloer Parkautomaten sind da. Vorbei die glückseligen Zeiten, in denen Autofahrer aufgrund defekter Geräte fast überall frei parken konnten.

06.12.2019

Hans Helmut Enk ist tot. Der Reinbeker war jahrzehntelang in der Kommunalpolitik aktiv. Er starb nach schwerer Krankheit im Alter von 84 Jahren.

06.12.2019

Die gute Nachricht: Das Radhaus am Oldesloer Bahnhof kommt 2020. Die schlechte: 80 Fahrradboxen müssen dafür schon jetzt weichen. Im Februar kommt der Kampfmittelräumdienst.

05.12.2019