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Stormarn Mekka der Modellbauer in der Masurenwegschule
Lokales Stormarn Mekka der Modellbauer in der Masurenwegschule
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17:38 06.11.2019
Modellbauer Rüdiger Otahal mit einem Schwertransporter, der einen Windradflügel transportiert. Quelle: SUSANNA FOFANA
Bad Oldesloe/Tralau

Einige Aussteller der 34. Modelleisenbahn-Ausstellung in Bad Oldesloe reisen 500 Kilometer weit an, um ihre Besonderheiten aus der Miniaturwelt vor einer wachsenden Fangemeinde von 1500 bis 2000 Besuchern zu zeigen. Der leidenschaftliche Tralauer Modellbauer Rüdiger Otahal hat es nicht so weit. Dafür präsentiert er aber etwas ganz Spezielles Marke Eigenbau: eine 3,20 Meter hohe Windkraftanlage. Die wird am Wochenende 9. und 10. November mithilfe von Kränen und Schwertransportern mehrmals während der Ausstellung aufgebaut.

Rüdiger Otahal aus Tralau ist seit 42 Jahren Modellbauer. Seine 3,20 Meter hohe Windkraftanlag zeigt er auf der Oldesloer Modelleisenbahn-Ausstellung am 9. und 10. November.

„Die Flügel sind 70 Zentimeter lang“, erläutert er. Und hält sie lieber einmal fest, als während des Foto-Shootings im Garten plötzlich Wind aufkommt. Der Betriebshof, die Kräne, Lkw und Equipment für die Anlage, die der Tralauer mit Modellbau-Freunden auf 16 Quadratmetern aufbaut, sind schon größtenteils in Transportkisten verpackt.

Das Windrad passt super zur Spur 1

Das Windrad baute Otahal im Maßstab 1:32: „Es passt zu der Spur 1 Eisenbahn.“ Bei der sind die Loks dann auch 60 Zentimeter lang. Letztes Jahr hatte Otahal ein norddeutsches Motiv aufgebaut mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen, Gütertransport, Binnenhafen und Krabbenfabrik. Dieses Jahr sollte es „etwas außergewöhnliches Neues“ sein.

Die Idee zu dem Windrad-Projekt hatte er schon lange im Kopf. „Ich möchte den Besuchern zeigen, wie ein Windrad, dass man sonst nur fertig sieht, angeliefert und aufgebaut wird.“ Wegen des großen logistischen Aufwands dauere es bei einer großen Windkraftanlage zwei bis vier Wochen, bis sie steht. Auf der Modellanlage soll der Aufbau am Sonnabend und Sonntag um 12 und um 15 Uhr in einer halben bis einer Stunde geschafft sein.

„Ich habe mehr als 400 Fotos vom Aufbau einer Windkraftanlage gemacht“

Der Tralauer schaute ganz genau zu, als vor rund eineinhalb Jahren in seiner Nachbarschaft in Neverstaven eine 100 Meter große Windkraftanlage aufgebaut wurde. „Ich habe über 400 Fotos gemacht. Das war die Initialzündung, es jetzt endlich durchzuführen. In acht Monaten habe ich das Projekt umgesetzt.“ Der Hamburger Modellbahn-Freund Manuel Papenzin bringt zur Ausstellung am Wochenende noch einen riesigen Liebherr-Modellkran LTM 1750 im Maßstab 1:32 mit.

Statt wie früher Modelle aus Gießformen zu bauen, stammen sie heute aus dem 3-D-Druckverfahren. Sie müssen zuerst einmal dreidimensional gezeichnet werden. Filament heißt das Material auf einer Rolle, das dann über eine aufgeheizte Düse auf die Druckplatte gespritzt wird. „Der Druck für das Turbinenhaus hat 20 Stunden gedauert“, berichtet Otahal.

Die Flügel wurden fünf Mal grundiert und fünf Mal geschliffen

Danach werden die Modellteile mehrfach mit Sprühfarbe grundiert und geschliffen. Den Abschluss bildet die Endlackierung. „Alles handgemacht“, sagt der Modellbauer. Für die Windrad-Flügel wurden beispielsweise zwei GFK-Halbschalen miteinander verklebt. Der Tralauer: „Sie wurden fünf Mal grundiert und fünf Mal geschliffen.“

Für ein durch Batterieantrieb blinkendes Begleitfahrzeug hatte der Bastel-Experte jetzt noch spontan eine Idee. Er verpasste dem Wagen hinten einen digitalen Fotorahmen – ursprünglich ein Schlüsselanhänger. Statt der Familienbilder speicherte er darin Verkehrsschilder.

Otahal war Mitbegründer der Oldesloer Eisenbahnfreunde

Der Modellbau fasziniert den einstigen Polizisten bereits seit 42 Jahren. „Mit 20 habe ich angefangen“, sagt er. Sein erstes Modell war ein Baum für die damalige Modelleisenbahn-Ausstellung in der Jugendfreizeitstätte. Otahal zeigte den Besucher vor Ort, wie die Bäume für die Eisenbahnanlage gemacht werden. Auch den Verein der Oldesloer Eisenbahnfreunde gründete er damals mit.

Der Tralauer: „Dann ging es so weiter mit dem Modellbau.“ Er baute Flugzeuge und Schiffe. Und vor 15 Jahren fing er mit den Traktoren und Lkw von Siku-Control an. Als Kooperationspartner promotete er damals auf Messen, brachte seine Erfahrungen für ferngesteuerte eigene und nicht käufliche Lkw ein.

Infos zur Ausstellung

Die 34. Modelleisenbahn-Ausstellung ist am Sonnabend, 9., und Sonntag, 10. November, von 10 bis 17 Uhr in der Schule am Masurenweg geöffnet. Der Eintritt kostet fünf Euro, für Jugendliche zwei Euro. Kinder bis zwölf Jahre haben freien Eintritt.

Organisiert wird die Ausstellung alljährlich von den Oldesloer Eisenbahnfreunden, die ihr Vereinsheim im alten Stellwerk „On“ haben, in dessen Erhalt der Erlös fließt. Vorsitzender ist derzeit Stefan Meins aus Lasbek.

Rund 15 Vereine und diverse Einzelpersonen stellen ihre Anlagen und Neuheiten vor. Es gibt auch einen Flohmarkt.

Der 1,50 Meter hohe Raupenkran LR 1300 für die Ausstellung ist schon ebenso verpackt, wie die vier Kästen mit Zubehör vom Seil bis zum Container und jede Menge Lkw. Otahals Planung für das kommende Jahr steht bereits. Er will einen 3,20 Meter hohen Kran bauen. Die Konstruktionszeichnung ist bereits fertig.

Infos: www.modellbau-mit-herz.de

Von Susanna Fofana

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