Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Stormarn Wirtschaftsbeirat soll Oldesloe voranbringen
Lokales Stormarn Wirtschaftsbeirat soll Oldesloe voranbringen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:41 24.11.2018
Vorstandsmitglieder der Oldesloer Wirtschaftsvereinigung: Frank Schmüser, Nicole Brandstetter, Angela Dittmar und Holger Mahlke (v.l.). Quelle: Dorothea von Dahlen
Bad Oldesloe

Die Kreisstadt könnte wohlhabender sein und ist in den vergangenen Jahren weit unter ihren Möglichkeiten geblieben, sich zu entwickeln. Dieser Auffassung jedenfalls sind die Mitglieder der Wirtschaftsvereinigung Bad Oldesloe. Umso erfreuter zeigt sich der Vorstand darüber, dass die politischen Gremien ihrem Vorschlag, einen Wirtschaftsbeirat zu bilden, positiv gegenüber stehen. Bereits auf der jüngsten Hauptausschusssitzung wurde die Verwaltung damit beauftragt, eine Satzung für die neue Interessenvertretung aus den Reihen der Bürgerschaft zu entwerfen.

Ein wichtiger Meilenstein ist geglückt

„Für uns ist das ein wichtiger Meilenstein. Das ist ein toller Jahresabschluss für uns. Denn eine solche Bündelung wirtschaftlicher Kompetenz, die den städtischen Gremien beratend zur Seite steht, gab es noch nie in Bad Oldesloe“, sagt die Sprecherin der Vereinigung, Nicole Brandstetter. Ein Beirat könne die ehrenamtlich tätigen Lokalpolitiker bei bestimmten, die Wirtschaft betreffenden Fragen kompakt mit Informationen versorgen, ohne dass sie lange recherchieren müssten. Andererseits sei es auch dringend erforderlich, die in der Stadt angesiedelten Unternehmen im Vorfeld wichtiger Entscheidungen anzuhören. Nur so könnten Fehlentwicklungen, die sich nachteilig auf Investitionen oder die Bestandssicherung von Firmen auswirkten, vermieden werden.

Stadt ist chronisch unterfinanziert

Dem pflichtet Holger Mahlke, stellvertretender Vorsitzender der Wirtschaftsvereinigung unumwunden zu. Ihmzufolge ist die Stadt Bad Oldesloe chronisch unterfinanziert und kann es sich deshalb nicht länger leisten, wirtschaftliche Themen auszublenden. Der Bürgermeister allein sei nicht in der Lage, den Kontakt zu den Unternehmen zu halten, um zu erfahren, wo ihnen der Schuh drücke. Eine Schnittstelle zwischen Politik und Wirtschaft herzustellen sei deshalb zukunftsweisend. „Nur, wenn wir neues Gewerbe ansiedeln und so höhere Steuereinnahmen fließen, können wir in Bad Oldesloe wieder langfristig Erfolge verbuchen“, sagt Mahlke.

Frühzeitige Beteiligung bei Planungen

Als Beispiele dafür, wie sinnvoll eine frühzeitige Beteiligung kompetenter Unternehmensvertreter sei, nennt Mahlke die Ausweisung und Planung von Gewerbegebieten. Welche Faktoren es dabei bezüglich der Größe und Lage zu beachten gelte, sei ein Unternehmer oftmals eher geeignet zu beantworten als ein Baufachmann, gibt er zu bedenken. „Wir müssen auch dringend neue Flächen anbieten. Angesichts der geplanten Fehmarn-Bild-Querung stehen schon viele konkurrierende Unternehmen in den Hufen“, sagt Mahlke. Nicht zuletzt könnten auch Missstände, die Oldesloer Betrieben Sorge bereiteten, dank einer regelmäßigen Kommunikation zwischen Politik und Beirat schon frühzeitig erkannt und abgestellt werden, ohne dass sie sich zu schwerwiegenden, existenziell bedrohlichen Problemen auswachsen.

Eine perspektivisch größere Rolle werde sicher auch der Öffentliche Personennahverkehr einnehmen, ist sich Mahlke sicher. Denn immer mehr Unternehmen hätten ein vitales Interesse daran, dass ihre Mitarbeiter nicht mehr mit dem Auto zur Arbeit kommen. Als Alternative zu Bus und Bahn böte sich der Ausbau von Radwegen sowie der Aufbau von Mietstationen für E-Bikes an.

Gesunder Branchenmix für Bad Oldesloe

Als ganz großes Thema nannte Nicole Brandstetter die Entwicklung des Handels in der Innenstadt. Damit seien aber nicht Detailfragen wie etwa die Zukunft verkaufsoffener Sonntage gemeint. „Wir müssen vielmehr strategisch vorgehen und den Blick auf langfristige und nachhaltige Ziele richten“, sagt sie. Entscheidend sei, einen gesunden Branchenmix in der Innenstadt zu erreichen, auf dass es dort eines Tages nicht nur Gemüsegeschäfte gebe. Die Fußgängerzone biete zudem deutlich mehr Flächen als sich Umsätze in der Stadt verwirklichen ließen. Dies habe zur Folge, dass sich kein homogenes Bild ergebe, sondern die Geschäftsstraße eher durch die Lücken leer stehender Geschäften unterbrochen werde. Deshalb stelle sich die Frage, ob die relativ große Einkaufszone heutigen Verhältnissen überhaupt noch entspreche. Und so könne auch der Stadtumbau Thema für den Wirtschaftsbeirat werden.

Offen für alle sachverständigen Kandidaten

Diese Aspekte seien jedoch nur mögliche Beispiele. Was im Beirat später diskutiert werde, hänge letztlich auch von seiner Zusammensetzung ab, räumt Mahlke ein. Er will überdies mit einem Missverständnis aufräumen. Der Beirat stelle kein Organ der Wirtschaftsvereinigung dar, sondern sei offen für alle, die gewillt seien, die Entwicklung von Bad Oldesloe voranzutreiben und dafür den nötigen Sachverstand mitbrächten. Einzelheiten, wie etwa die Anzahl der Mitglieder oder das Wahlprozedere stünden indes noch nicht fest. Dazu Vorschläge zu unterbreiten, obliege jetzt der Oldesloer Verwaltung.

Die Wirtschaftsvereinigung

67 Mitglieder zählt die Wirtschaftsvereinigung Bad Oldesloe inzwischen. Die Interessenvertretung wurde im Juli 2017 von 23 Unternehmern und Gewerbetreibenden gegründet. Nicht nur Einzelhändler, sondern auch Handwerker sowie Betriebe der Baubranche und Unternehmen aus den Bereichen Gesundheit und Soziales sind Mitglieder.

Themenschwerpunkte sind Standortmarketing, Interessenvertretung und Netzwerken. Den für vier Jahre gewählten Vorstand bilden Frank Schmüser (Vorsitzender ), Holger Mahlke (Stellvertreter) die Beisitzer Nicole Brandstetter, Angela Dittmar Lars Cornehl.

Dorothea von Dahlen

Von Montag bis zum 30. Dezember lädt zum zweiten Mal der Oldesloer Weihnachtsmarkt in der Mühlenstraße zu einem Klönschnack bei einem Glas Glühwein ein. Den gibt es in einem Weihnachtsmarkt-Stiefel.

23.11.2018

Der kleine, aber feine Weihnachtsmarkt muss dieses Jahr ausfallen. In 2019 wollen die Veranstalter wieder durchstarten,

23.11.2018

Mäusefangen – das würde der zweijährigen Tigerkatze so richtig gefallen. Für sie sucht das Tierheim einen Bauernhof als neues Zuhause.

23.11.2018