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Stormarn Bad Oldesloe investiert in die Feuerwehr
Lokales Stormarn Bad Oldesloe investiert in die Feuerwehr
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17:22 20.09.2019
Viel zu wenig Platz haben die Kameraden in Poggensee. Bad Oldesloes Wehrführer Olaf Klaus (hinten links) erläuterte den Kommunalpolitikern, warum Poggensee ein neues Feuerwehrhaus benötigt. Quelle: mc
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Bad Oldesloe

Falls es in Bad Oldesloe in nächster Zeit einen Blackout geben sollte, wird es auch an der Feuerwache in der Innenstadt zappenduster. Denn noch immer ist die Wehrzentrale selbst nicht gerüstet für einen großflächigen Stromausfall. Im kommenden Jahr soll jedoch das längst benötigte Notstromaggregat angeschafft werden. Der Finanzausschuss der Stadt gab auf seiner Sitzung am Mittwoch die beantragten 95 000 Euro frei. In der gesamten Investitionsliste ist das Aggregat jedoch nur eines von vielen Teilen.

Das größte Vorhaben in den kommenden Jahren wird der Neubau des Feuerwehrhauses im Oldesloer Ortsteil Poggensee. Deshalb trafen sich die Finanzpolitiker auch dort, um bei einem Ortstermin das Haus in Augenschein zu nehmen. Nach der Besichtigung votierten sie einstimmig für die Bereitstellung von rund 100 000 Euro allein an Planungskosten. Wann es einen Neubau gibt und was dieser dann kostet, ist derzeit noch völlig unklar. Es solle ein funktionaler und zweckmäßiger Bau werden, so Poggensees Ortswehrführer Thomas Proß.

Warum alles so teuer?

Das Feuerwehrhaus ist mittlerweile zu klein, die 34 aktiven Kameraden müssen sich praktisch neben dem Einsatzfahrzeug umziehen. „Aufgrund dieser beengten Situation könnte es im Einsatz zu Unfällen oder Verletzungen kommen“, sagte Oldesloes Gemeindewehrführer Olaf Klaus und warb auch aufgrund vieler Vorschriften für Abriss und einen größeren Neubau. Dann könnte man auch Platz einrechnen für ein Transportfahrzeug, welches alle Ortswehren bekommen sollen. „Ein Umbau ist tatsächlich schwierig aufgrund der Begebenheiten“, pflichtete ihm Bürgermeister Jörg Lembke bei.

Björn Wahnfried (SPD) regte nicht nur an, aufgrund der personellen Knappheit im städtischen Bauamt möglicherweise einen Architektenwettbewerb zu starten, sondern hatte – wie auch die CDU – einige genaue Nachfragen zu verschiedenen Posten. Die Politiker beschäftigte vor allem, warum Tablets, Navis, Funkgeräte oder ein aufblasbares Schnelleinsatzzelt zum Umziehen so teuer sein müssen. Dabei kam heraus, dass alle Hersteller nicht nur bei Feuerwehren, sondern allgemeine beim Rettungsdienst immer einen „Bonus“ draufpacken.

1000 Euro für einen Wimpel

Nur so ist es auch zu erklären, dass ein neuer Wimpel für die Oldesloer Jugendwehr 1000 Euro kostet. „Er ist handgestickt, und es gibt nur einen einzigen Hersteller“, erklärt Wehrführer Olaf Klaus, der sich nach eigener Aussage jedoch selbst wundert über so manche Preise. Der jetzige Wimpel ist noch immer der erste und mittlerweile 40 Jahre alt. Die Politiker regten an, dass die Jugendlichen aus pädagogischen Gründen selbst einen finanziellen Teil beitragen sollten. Dann wüssten sie die Anschaffung noch mehr zu schätzen, sagte Ausschussvorsitzender Torsten Lohse (CDU), früher selbst in der Oldesloer Jugendfeuerwehr.

Neues Löschfahrzeug für die Ortswehr

Nur halb so alt wie der Wimpel ist das Löschfahrzeug der Ortswehr, es muss aber trotzdem ein neues her für rund 500 000 Euro. Kein Wunder, in diesem Jahr kommt die Feuerwehr mit Stand Freitag schon auf 262 Einsätze – fast genau ein Einsatz pro Tag. Auch für die kommenden Jahre hat die Wehr weitere neue Fahrzeuge im Visier, allerdings für deutlich weniger Geld.

Löschteich wurde zum Biotop

Die rund 15 Löschteiche in und um Bad Oldesloe sind in keinem guten Zustand – zumindest aus Sicht der Feuerwehr. Die Natur dagegen freut sich, einer der Teiche ist mittlerweile zu einem Biotop geworden und somit ein Fall für Naturschutzbehörden. „Da bin ich fassungslos, wo bleibt denn da der Brandschutz“?, sagte Andreas Lehmann (CDU), der im Finanzausschuss die Stadtverwaltung nach dem Zustand der Löschteiche gefragt hatte. Diese waren über einige Jahre etwas stiefmütterlich behandelt worden.

Der Teich in Seefeld sei zumindest wieder hergestellt, bei anderen laufen laut Verwaltung die Beprobungen und Auswertungen des Baggerguts. In Rethwischfeld müssen möglicherweise Stützwände eingezogen werden. Da arbeiten Ordnungs- und Bauamt zusammen. „In Schadehorn ist der zweite Teich nicht mehr nutzbar“, sagt Thomas Proß, als Wehrführer von Poggensee auch für den Nachbarort zuständig.

Mittelfristig möchte die Stadt einige Löschteiche durch Zisternen ersetzen. „Das wird zwar teuer, aber auf 50 Jahre sparen wir Geld und Arbeit“, erklärt Bürgermeister Jörg Lembke.

Mehr Geld als veranschlagt wird für die routinemäßige Inspektion der Drehleiter nach zehn Jahren fällig (die LN berichteten). Die Inspektion selber soll statt veranschlagter 78 000 Euro nach aktueller Kostenschätzung 92 000 Euro kosten. Nicht eingeplant waren bisher die Kosten für ein Ersatz-Hubrettungsgerät. Für das Leihgerät sollen in zwei Monaten 28 000 Euro Miete anfallen.

Leasen statt kaufen?

Die Mehrausgaben waren bereits vor kurzem einstimmig bewilligt worden. „Es ist immer wieder schön zu sehen, wie die Politik hinter der Feuerwehr steht“, sagt Wehrführer Olaf Klaus. Andreas Lehmann von der CDU regte in diesem Zusammenhang an, aus Kostengründen über Leasingmodelle nachzudenken. Die Feuerwehr zeigt sich nicht abgeneigt.

Höhere Aufwandsentschädigung

Schlussendlich sollen auch die Feuerwehrleute selbst mehr Geld für ihre Einsätze bekommen. Für beruflich Selbstständige galt bislang eine Entschädigung von 50 Euro pro Stunde und ein Tageshöchstsatz von 320 Euro. Dieser wurde vom Hauptausschuss auf 400 Euro (gleich acht Stunden) angehoben.

„Steigende Einsatzzahlen fordern den Kameraden der freiwilligen Feuerwehr im Alltag ein hohes Zeitmaß ab. Bei der Ortswehr Bad Oldesloe kann noch von einer guten Tagesverfügbarkeit gesprochen werden“, heißt es dazu aus der Stadtverwaltung. Es solle das gemeindliche Ziel sein, diese zu erhalten und auszubauen. Hierzu gehöre es auch, einem Selbstständigen die Möglichkeit offen zu halten, sich dem Ehrenamt voll zu widmen oder Lehrgänge besuchen zu können.

Um das ehrenamtliche Engagement zu honorieren und zu stärken, wurde zudem auch die jährliche Aufwandsentschädigung für Gruppenführer erhöht – von 60 auf 120 Euro.

Familien-Partei und Freie Wähler entzweit

Die Ehe dauerte nur etwa ein halbes Jahr: Damals hatten sich Tom Winter (Familien-Partei) und Wolfgang Schmidt (Freie Wähler) zu einer Fraktion in der Oldesloer Stadtverordneten-Versammlung zusammengeschlossen. Als Fraktion hatten beide mehr Gewicht als als Einzelkämpfer.

Schmidt hat nun jedoch die Zusammenarbeit aufgekündigt. Es habe Vereinbarungen gegeben, die nicht eingehalten wurden, sagt er auf LN-Anfrage. Weiter wollte er sich nicht äußern. Er hoffe, dass nun jeder auf seinem Weg das Beste für das Gemeinwohl gibt.

Für die personelle Besetzung der Ausschüsse in der Oldesloer Stadtvertretung bedeutet das nun wieder eine Rolle rückwärts. Vor einem halben Jahr waren vor allem die Grünen die Leidtragenden, sie verloren Sitze an die Fraktion Familien-Partei/Freie Wähler. Jetzt werden sie wohl ihre Sitze zurückbekommen. Tom Winter und Wolfgang Schmidt haben nun kein Stimmrecht mehr in den Fachausschüssen, sondern nur noch in der Stadtverordneten-Versammlung.

Von Markus Carstens

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