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Stormarn Bad Oldesloe will mehr gegen Raser tun
Lokales Stormarn Bad Oldesloe will mehr gegen Raser tun
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11:54 07.11.2019
Smileys oder Sadleys im Display wirken motivierend. Quelle: picture alliance
Bad Oldesloe

Künftig sollen, wenn es nach dem Willen des Oldesloer Ausschusses für Umwelt, Energie und Verkehr geht, noch mehr „Smileys“ und „Sadleys“ Autofahrer in der Kreisstadt darauf hinweisen, ob sie mit angepasster Geschwindigkeit unterwegs sind. Die pädagogischen Emoticons leuchten von Tempo-Displays herab, die an verschiedenen Stellen in der Stadt aufgestellt werden können. Den ordnungsgemäß Fahrenden grüßt ein lächelndes Gesichtchen, alle anderen ein grimmiges. Der Ausschuss beschloss am Dienstag, für 2020 insgesamt 10 000 Euro zur Anschaffung von drei weiteren Anzeigetafeln in den Haushalt einzustellen.

Beschwerden aus der Grabauer Straße

Damit reagieren die Kommunalpolitiker auf wachsende Beschwerden von Bürgern. „Ich erlebe bei den Stadtteilbegehungen, dass jeder Ortsteil sich über zu schnelles Fahren beschwert“, erklärte Bürgermeister Jörg Lembke. „Wenn es danach ginge, müssten wir 40 bis 50 Anzeigetafeln kaufen.“ Zu Beginn der Sitzung überreichte ein Anlieger der Grabauer Straße dem Verwaltungschef eine Petition zur Verkehrsberuhigung in der Grabauer Straße mit 100 Unterschriften.

„Die gesamte Grabauer Straße ist betroffen“, erklärte der Oldesloer. Von daher forderten sie ein Durchfahrtsverbot für Lkw, eine Sanierung der Straße zur Lärmreduktion und Maßnahmen, um das erlaubte Tempo 30 durchzusetzen. Zwar sei ein Tempo-Display in der Grabauer Straße aufgestellt worden, das funktioniere aber nur im Dunkeln, weil es über die Laternen mit Strom versorgt werde. „Außerdem ist die Tafel falsch eingestellt und fängt erst bei Tempo 50 an zu blinken.“

Anlieger der Grabauer Straße haben eine Petition mit 100 Unterschriften zur Verkehrsberuhigung überreicht. Quelle: Bettina Albrod

Kaum war die Petition überreicht, wurde sie bereits abgearbeitet: Jens Wieck stellte für die CDU den Antrag, die Verwaltung möge zusammen mit Kreis und Land prüfen, ob Lkw über 7,5 Tonnen stadtauswärts über die B 75 geleitet werden könnten statt durch die Grabauer Straße. Er begründete das mit Sicherheitsbedenken, da die Grabauer Straße stark von Fußgängern und Radfahrern genutzt werde. Wilfried Janson (Grüne) wollte den Lkw-Verkehr gleich in beide Richtungen verbannen, doch dann müsste der Autobahnanschluss Nord geschlossen werden, gab Wieck zu bedenken. Der CDU-Antrag wurde einstimmig angenommen, ebenso der zweite Antrag, deutliche Markierungen einer Tempo 30-Zone auf zwei Stellen auf dem Asphalt der Straße anzubringen.

Drei neue, mobile Anzeigetafeln

Die SPD beantragte zusätzlich den Kauf von zwei bis drei weiteren Geschwindigkeits-Anzeigetafeln. Zur Begründung hieß es, dass Anwohner die Erfahrung gemacht hätten, dass die Tafeln sich positiv auf die Motivation der Autofahrer auswirkten. Zur Informationsgewinnung solle später eine Auswertung der Ergebnisse stattfinden. Janson plädierte dafür, mobile Anlagen anzuschaffen, die über ein Akku versorgt würden, das über ein Solarpaneel aufgeladen werde. „In Trittau wurden gerade Tafeln installiert, die zusätzlich einen Chip haben, der die Ergebnisse zählt“, erklärte Annelie Strehl (FBO). Schließlich erging der Beschluss, drei mobile Anlagen mit Solarbetrieb und Chip für höchstens 10 000 Euro anzuschaffen. Die schon existierende Anlage soll dauerhaft in der Grabauer Straße bleiben.

Der Umweltausschuss beschloss, drei neue Geschwindigkeitsanzeige-Tafeln für Bad Oldesloe anzuschaffen. Quelle: Bettina Albrod

Beschlüsse zur Düpenau vertagt

Beschwerden gibt es auch von den Anwohnern der Düpenau, die über zu schnell fahrende Autos auf einer zu engen Straße klagen, so dass Fußgänger und Radfahrer gefährdet würden. „Die Düpenau ist eine Gemeinde-Verbindungsstraße“, erklärte Lembke und erteilte damit Plänen zur Einrichtung einer Fahrradstraße eine Absage. Das sei dort rechtlich nicht möglich. Die Politik könne eine Verbreiterung der Straße und die Einrichtung eines Geh- und Radwegs beschließen. „Es gibt aber mehrere Gemeinde-Verbindungsstraßen in der Stadt, für die dann dasselbe gilt.“ Das sei eine Kostenfrage. Das Thema wurde auf eine spätere Sitzung verschoben.

Insektenschutz

Wenn öffentliche Grünflächen in Bad Oldesloe künftig ungepflegt aussehen, ist das nicht Nachlässigkeit, sondern Umweltschutz. Wilfried Janson (Grüne) beantragte für seine Fraktion, aus Gründen des Bienen- und Insektenschutzes 20 000 Euro für Maßnahmen wie Blühwiesen, Insektenhotels, Nachpflanzung von Obstbäumen oder Hinweistafeln und Infos für Bürger bereit zu stellen.

Jascha Ückert (CDU) wies darauf hin, dass keine Aussaat nötig sei, wenn man die Grünflächen sich selber überlasse, ohne zu mähen. „Es sind genug Wildkräuter im Boden.“ Den anderen Fraktionen waren die angesetzten Kosten zu hoch. Dirk Sommer (FBO) regte an, die Ziele durch Schulprojekte zu unterstützen, die gleichzeitig pädagogischen Nutzen hätten. Schließlich fand der Vorschlag eine Mehrheit, 5000 Euro für die Anlage von Blühwiesen und weitere Maßnahmen im Haushalt anzusetzen.

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Von Bettina Albrod

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