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Stormarn Casting für Oldesloer Open-Air-Theater
Lokales Stormarn Casting für Oldesloer Open-Air-Theater
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15:21 13.06.2019
Gesten und Geräusche sind hier gefragt: Daniela Hinz-Siering, Carsten Jahncke, Kerstin Kruse, Ines Lachs, Joy Lietzau (v. l.). Quelle: Susanna Fofana
Bad Oldesloe

Pfingsten in einem Jahr soll die Welturaufführung für das nach Zeitzeugenberichten und Archivrecherche erstellte Theaterstück über die Oldesloer Wirtschaftswunderzeit sein. Jetzt luden der Badomat-Vorstand (Bad Oldesloe macht Theater) und der Hamburger Regisseur Maximilian Ponader zum Casting in die Aula der Theodor-Storm-Schule ein. Dabei legen sich die Bewerberinnen und Bewerber um die Rollen in drei Gruppen mächtig ins Zeug.

Viele von ihnen standen bereits bei einigen der fünf historischen Vorgänger-Theaterstücke seit 2002 auf der Bühne. Doch es sind auch Neulinge dabei. Ponader und Regieassistent Dariusch Tabatabaei schauen sich die Kandidaten aus Bad Oldesloe und Umgebung ganz genau an. Der Regisseur soll schließlich später entscheiden, wer sich am besten, für welche der rund 30 Rollen eignet.

Beim Oldesloer Theaterverein Badomat geht es gerade um die Rollenbesetzung. Die Aufführung soll in genau einem Jahr sein.

Es gibt viele Rollenwünsche

Wünsche gibt es da viele. „Eine Gesangsrolle würde mir richtig Spaß machen“, verrät Oda Rose-Oertel. So könnte sie sich die „Edith“ „gut vorstellen“. „Aber ich wäre auch mit einer anderen Rolle glücklich“, sagt sie. Theater hat die Reinfelderin zuletzt in ihrer Schulzeit gespielt. Doch sie stand zehn Jahre mit den Baltic-Jazz-Singers und halb so lange als Sängerin einer Rock- und Bluesband auf der Bühne.

„Edith ist auch die Rolle, die ich gerne hätte“, gesteht Kerstin Kruse. Gesang und ein langer Text mit Drama gehören zu der Figur aus der Flüchtlingsfamilie Brand. Dies habe sie gleich angesprochen. Im letzten großen Stück des Theatervereins „1848-Freiheit für Oldesloe“ im Jahr 2015 hatte Kruse eine Herrenrolle: Sie spielte einen der zwei Soldaten.

Neuzugang durch Krimi-Stadtführung

Ines Lachs hat es wegen des Gesangs eher auf die Figur der Helene aus der Stettiner Flüchtlingsfamilie Sydow abgesehen. Im letzten Badomat-Theaterstück „1848 –Freiheit für Oldesloe“ 2015 hatte sie eine der großen Rollen, die der Verlegerfrau Schythe. Daniela Hinz-Siering war erst durch eine Krimi-Stadtführung zum Oldesloer Projekt-Theaterverein gekommen. „Seitdem bin ich dabei“, sagt sie. Bühnenerfahrungen bringt sie von Bibellesungen und vom Chor mit. Die Position der Gertrud (Erzählerin aus der Familie Brand) oder Hertha (Familie Sydow) sind ihre Favoriten.

Einen kleinen Einblick in die Sprechrollen gibt es nach dem „Warming-up“, einem kleinen Spiel, das mit Gesten und Geräuschen beginnt. Daniela Hinz-Siering macht den Anfang. Carsten Jahnke soll die imaginären Gäste zum Tanz in den Oldesloer Hof (Tivoli) animieren zur „flottesten Musik von heute“. Ines erzählt vom Damensextett, das in der Peter-Paul-Kirche proben darf.

Historische Personen auf der Bühne

Joy Lietzau und Malena Rose berichten dem Publikum entsetzt vom toten Krischan Thegen, einem Oldesloer Original und Laienmaler, der sich „in seinem Schnaps vergessen“ habe und beim Sturz von der Leiter das Genick brach. Manfred Thomsen weist die bei ihm zwangsweise einquartierten „Polacken“ verachtungsvoll in ihr Quartier ein – mitsamt Plumpsklo auf dem Hof. Wolfgang Wriedt hat nach vielen Jahren einen neuen Bühnen-Schatz gefunden.

„Wir wollen gemeinsam ein paar Tönchen singen“, fordert der Regisseur die erste Gruppe auf. Der Text ist einfach: „Mischimaschi“ in Endlosschleife, so, wie der Name des Damensextetts, das übrigens am Ende des Open-Air-Stückes ein eigenes Lied haben wird. Für die gemeinsam oder einzeln vorgetragenen Gesangseinlagen gibt es ein „sehr gut“ als Lob von Ponader.

Das ist die Story

Das Wirtschaftswunder-Theaterstück dreht sich um zehn Jahre Nachkriegszeit in Bad Oldesloe. Es erzählt die Geschichte der Familie Brand aus Kattowitz in Oberschlesien von der Ankunft in Bad Oldesloe als Heimatvertriebene bis zum 10. Jahrestag ihres Beginns einer neuen Existenz in einer neuen Heimat. Zudem kommen die Schicksale der Familie Sydow aus Stettin, von Emil Witte und Tochter Margot aus Hamburg und natürlich etlicher Oldesloer Einheimischer ins Spiel.

Dazu gesellen sich historische Personen wie der Gelegenheitsarbeiter und international beachtete naive Kunstmaler Krischan Thegen und Pastor Gustav Stoltenberg, Vater des späteren schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten.

Infos
www.badomat.net

„Wir haben alle unser Herz verloren“

Besonders ein Kind unter zehn Jahren, Frida, begeisterte die Oldesloer Laienschauspieler. „Wir haben alle unser Herz verloren“, definierte Vorstandsfrau Ilona Rehme, die für die Gesamtkoordination zuständig ist. Auch Robin Koch wird wieder dabei sein, der vor Kurzem am historischen Oldesloer Mühlrad bei seiner Open-Air-Hochzeit an der einstigen Spielstätte von „Die Witwe von der Hude“ ein Ständchen von seinen Badomat-Freunden erhalten hatte. Er mimte bei „Der Salzgraf“ einen Diener, bei „Marke Bölck“ einen der Söhne und bei „1848 –Freiheit für Oldesloe“ einen Reporter.

Rund 30 Bewerberinnen und Bewerber kamen zur ersten Casting-Runde. Da einige Interessenten verhindert waren, wird es noch ein weiteres Casting geben. Wer spontan Lust hat, kann sich beim Theaterverein (Telefon 045 31/42 597 32 oder Mail: ilona@badomat.net) melden. Ilona Rehme: „Wir sind ganz gut davor. Wir kommen gut voran.“

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Susanna Fofana

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