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Stormarn Eine Orgel aus dem Michel
Lokales Stormarn Eine Orgel aus dem Michel
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12:27 17.05.2019
Jan Roßmanek (v.l.), Volker Reimann und Andis Paegle freuen sich über die Truhenorgel aus dem Michel. Quelle: Bettina Albrod
Bargteheide

Die Bargteheider Kirche klingt ab sofort ein bisschen wie der Hamburger Michel: Eine kleine weiße Truhenorgel aus der Werkstatt des Sattenfelder Orgelbauers Michael Becker, die bislang in der Hauptkirche St. Michaelis in Hamburg stand, wird künftig die Gottesdienste in Bargteheide begleiten. Das Instrument, das 1999 gebaut wurde, konnte mit Hilfe von Förderkreis und Sparkasse Holstein finanziert werden. Sie ersetzt die vorherige Truhenorgel – ebenfalls aus der Orgelwerkstatt Becker -, die an den Orgelbauer zurück verkauft wurde.

Orgel stand in der Krypta

„Unsere alte Truhenorgel hätte aufwendig saniert werden müssen“, erläutert Bargteheides Kirchenmusiker Andis Paegle die Neuanschaffung. Da die Reparatur rund 4000 Euro gekostet hätte, fiel die Entscheidung für den Kauf einer Nachfolger-Orgel, die zufällig aus derselben Werkstatt stammt. Mittlerweile ist die Orgelbauwerkstatt aus Stormarn nach Freiburg im Breisgau gezogen. „Der Michel hatte inseriert, dass die Truhenorgel verkauft werden soll“, so Paegle weiter. Im Michel habe das Instrument in letzter Zeit in der Krypta gestanden. Die Orgel sei gut erhalten, weil in St. Michaelis sehr gute klimatische Bedingungen herrschten. „Die Orgel hat vier Register, etwa 240 Pfeifen, ist aus Eiche und hat einen sehr guten Klang.“ Für 10 700 Euro konnten die Bargteheider sie dem Michel abkaufen.

„Unsere Truhenorgel kommt vor allem bei Taufen und Hochzeiten zum Einsatz“, erläutert Pastor Jan Roßmanek. Dann schweigen die 1371 Orgelpfeifen der großen Bensmann-Orgel in der Kirche, die bei großen Anlässen erklingt. Die Bensmann-Orgel in der Bargteheider Kirche wurde nach dem barocken Bauprinzip von 1669 gebaut und zeigt noch den original Orgel-Prospekt, der nach einer alten Zeichnung, die man gefunden hat, angeordnet wurde. In ihr ist kein Kunststoff verarbeitet. Eine Truhenorgel habe den Vorteil, dass man sie versetzen könne und dass sie bei kleinen Gruppen gut zum Einsatz komme.

Die Bensmann Orgel in Bargteheide Quelle: ST

Für das nächste halbe Jahr wird nur die Truhenorgel gespielt, denn die Bensmann-Orgel verschwindet für sechs Monate unter einer Schutzhülle aus Kunststoff. „Grund für die Verhüllung sind Mauerarbeiten, bei denen Staub anfällt, was dem Instrument schaden würde“, erklärt Roßmanek. Zum Schutz der Bensmann-Orgel findet am 23. Mai die Verhüllung statt. Beim Gottesdienst in der Baustelle springt dann die neue Truhenorgel aus dem Hamburger Michel ein.

50 Jahre Orgel gespielt

An ihr wird man auch Volker Reimann hören, der seit 50 Jahren beim Orgeldienst in der Gemeinde mitmacht. „Bei 160 Beerdigungen, 40 Taufen und vielen Hochzeiten pro Jahr kann nicht ein Kirchenmusiker alleine die Musikbegleitung übernehmen“, erläutert Pastor Roßmanek. Unterstützt wird Paegle deshalb von Volker Reimann, der erst neben seiner beruflichen Tätigkeit bei der Polizei und der Rauschgiftfahndung und dann nach seiner Pensionierung immer auch Orgel in Bargteheide gespielt hat. Fünf Jahrzehnte im Dienste der Orgel werden am 22. Mai um 18 Uhr mit einem Orgelpunkt in der Kirche gefeiert, bei dem auch weitere Organisten zu hören sein werden. „Eine Orgel ist ein Ewigkeitsinstrument“, sagt Paegle.

Lesen Sie hier die LN-Reportage über Lübecks Orgel-Schätze

Bettina Albrod

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