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Stormarn Nadelöhr durch Brückenbau droht
Lokales Stormarn Nadelöhr durch Brückenbau droht
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06:12 29.03.2019
Die Bahnbrücke über die Lohe muss für die S 4 ersetzt werden. Quelle: Bettina Albrod
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Bargteheide

Die Bargteheider Bahnbrücke L 89/An der Lohe wird voraussichtlich Ende 2023 abgerissen und durch eine neue Brücke ersetzt. Grund sind nach Angaben eines Sprechers der Deutsche Bahn AG Altersgründe, die eine Modernisierung der Brücke notwendig machen. Die Verbindung vom Südring zur Bahnhofstraße und in Richtung Gewerbegebiet und Hammoor wird für die Dauer der Bauarbeiten voraussichtlich lange gesperrt werden. Dann bleibt die Brücke am Tremsbütteler Weg die einzige Stelle, an der die Gleise überquert werden können. Der Verkehr würde dann durch die Innenstadt geführt.

Verkehrschaos befürchtet

Die Bargteheider CDU befürchtet dadurch ein Verkehrschaos - das hat es vor gut einem Jahr schon einmal gegeben, als die Lohe wegen Sanierungsarbeiten an der Brücke fünf Wochen lang gesperrt war. Mathias Steinbuck, Fraktionsvorsitzender der CDU-Fraktion, dazu: „Wir appellieren an die Bürgermeisterin, sich verwaltungsseitig ständig über den Planungsverlauf zu informieren und die Interessen Bargteheides in die Planung einzubringen.“ Für Bargteheide sei es Priorität, dass ein Verkehrschaos durch Abriss und Neubau der Brücke in der Lohe vermieden werden müsse.

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„In den Abstimmungsgesprächen mit der Stadt Bargteheide wird ein besonderer Fokus auf die Beeinträchtigungen gelegt“, erklärt ein Sprecher der Deutschen Bahn. „Das gilt sowohl für den Straßenverkehr als auch für den Bahnverkehr. Unser Ziel ist es, die Sperrzeiten so gering wie möglich zu halten.“ Wie lange die Bauarbeiten dauern werden, könne zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht gesagt werden. „In diesem Jahr beginnen die Vorplanungen und dem schließt sich dann die Entwurfsplanung an.“ Die Erneuerung des Brückenbauwerkes solle voraussichtlich Ende 2023 und 2024 erfolgen.

Radweg verbreitern

Die Stadt Bargteheide wurde durch das von der Deutschen Bahn AG beauftragte Ingenieurbüro am 14. Januar 2019 um Abgabe einer Stellungnahme zum Brückenneubau gebeten, heißt es aus dem Rathaus. „Seitens der Stadt Bargteheide wurde mitgeteilt, dass eine Verbreiterung des vorhandenen Geh- und Radweges auf mindestens drei Meter für sinnvoll erachtet wird. Weiterhin wurde noch einmal auf die zwingende Notwendigkeit zur Entwicklung eines Verkehrs- und Umleitungskonzepts für den Zeitraum der Bauarbeiten hingewiesen“, betont Rathaussprecher Alexander Wagner. Das Ingenieurbüro sei außerdem gebeten worden, der Stadt Bargteheide nach Abschluss der Planungen zum Brückenneubau einen konkreten Zeitplan für die Baumaßnahme zu übersenden.

Vorstellbar war für die Stadt auch, die Wiederöffnung der ehemaligen Bahnquerung am Stellwerk für die Zeit der Bauarbeiten an der Bahnbrücke zu prüfen, um die Umleitungsstrecke zu entlasten. Dem räumte die Deutsche Bahn jedoch im Vorfeld schon wenig Chancen ein. „Die Machbarkeit einer Ersatzquerung ist mehr als fraglich“, so der Unternehmenssprecher. Inzwischen sei eine Genehmigung dafür abgelehnt worden, ergänzt Wagner. Der Bargteheider Ausschuss für Planung und Verkehr hatte zudem Ende 2018 den Beschluss gefasst, dass die Verwaltung ein Trassenprüfverfahren für eine dritte und vierte Bahnquerung einleiten solle.

Zusätzliche Querungen prüfen

Geprüft werden sollen mögliche Bahnquerungen im Bereich des Fischbeker Wegs bis an den Tremsbütteler Weg und eine Verlegung des Teilabschnittes Lohe hinter dem Gewerbegebiet Heinrich-Hertz-Straße. Im Haushaltsplan 2019 wurden die Mittel von 100 000 Euro dafür eingestellt. Voraussetzung für die Bereitstellung der Haushaltsmittel, so Wagner, sei die Durchführung einer Verkehrsuntersuchung für das gesamte Stadtgebiet im Rahmen des Trassenprüfverfahrens für eine dritte und vierte Bahnquerung in Bargteheide.

Bettina Albrod