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Stormarn Agatha Christie-Krimi in Bargteheide
Lokales Stormarn Agatha Christie-Krimi in Bargteheide
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15:30 03.06.2019
Wer stirbt als nächstes? Philip (Jette Busche) zielt auf Kate (Annabel). Quelle: Bettina Albrod
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Bargteheide

Ein Schluck aus dem Glas, und der Mann bricht tot zusammen. Er ist nicht der Erste, den es erwischt: In Agatha Christies Kriminalroman „Und dann gabs keines mehr“, der 1939 unter dem Titel „Zehn keine Negerlein“ auch als Bühnenstück erschien, finden sich zehn Gäste auf einer abgelegenen Insel ein, wo sie nach dem Prinzip des Liedes einer nach dem anderen ausgeschaltet werden. Schon 1940 wurde der Titel in den USA geändert, um rassistische Assoziationen zu vermeiden. Das Buch gilt laut Internetlexikon wikipedia als der meistverkaufte Krimi der Welt.

Frauen in Männerrollen

Für die Geschichte hat sich auch die Jugendgruppe der Theaterwerkstatt im Kleinen Theater Bargteheide begeistert und es für ihre nächste Aufführung selber inszeniert. „Mein Vater hat viele Bücher von Agatha Christie, und ich lese die auch sehr gerne“, erzählt Annabel. Auch den anderen zehn Darstellern gefiel die Idee, nach „Andorra“ mal einen Krimi zu spielen. „Das bietet mehr Unterhaltung und ist trotzdem spannend“, erklärt Benedict. Er sieht aus wie ein Mann und ist auch einer von zwei jungen Männern in der Gruppe. Bei allen anderen muss man genau hinsehen, denn hinter Bart und Anzug verbergen sich junge Frauen, die im Team in der Überzahl sind. „Einige Rollen aus dem Stück haben wir deshalb schon in Frauenrollen geändert.“

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Wer ist Mann und wer ist Frau? Die Jugendgruppe der Theaterwerkstatt im Kleinen Theater führt ein Stück von Agatha Christie auf. Quelle: Bettina Albrod

Die Maske ist so gut, dass man als Zuschauer den Rollentausch kaum merkt, und auch für Maske und Bühnenbild zeichnen die Jugendlichen verantwortlich. „Agatha Christie hat ihren Roman selber als Bühnenstück umgeschrieben und einen zweiten Schluss geliefert“, erläutert Anna. Welcher in Bargteheide zur Aufführung kommt, wird nicht verraten. Das Stück lassen die jungen Mimen bewusst in den 40er Jahren spielen. „Wir wollten nicht dem Trend folgen, alles zu modernisieren“, betont Benedict. Gespielt hätten sie solange, bis jeder von selbst seine Rolle gefunden habe. In der lebten sie derzeit auch: „Als wir auf Studienfahrt in Schottland waren, haben wir in einem Antikladen zwei Leuchter gekauft, die wir als Requisiten brauchen“, erzählt Deik.

Die Aufführungen

Premiere ist am Freitag, 14. Juni, um 9 Uhr mit einer Schulvorstellung und um 19.30 Uhr in der Abendvorstellung. Weitere Vorstellungen: Sonnabend, 15. Juni, um 19.30 Uhr, Sonntag, 16. Juni, um 17 Uhr.

Erwachsene zahlen 12 Euro, Schüler/Studenten: 9 Euro, Schulklassen und Gruppen können direkt im KulturServiceBüro buchen. Telefon: 04532-5440 Gruppenpreis ab 10 Personen, nach Voranmeldung auch an der Abendkasse: 5 Euro/Person.

Geprobt wird an den Wochenenden und jetzt auch in der Woche, denn am Freitag, 14. Juni, ist Premiere. Im Publikum sitzt jetzt schon Anja Roßmann, die nach einigen Jahren an die Bargteheider Theaterschule zurück gekehrt ist. Die Cousine von Moritz Bleibtreu ist selber Schauspielerin, hat am Hamburger Thalia Theater gespielt und will für die nächste Inszenierung von Tschechow-Einaktern die Regie coachen.

Bettina Albrod