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Stormarn Barnitz ein letztes Mal Mekka der Kunstfreunde
Lokales Stormarn Barnitz ein letztes Mal Mekka der Kunstfreunde
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15:07 31.05.2019
Stephanie Ahn vom Bielefelder Atelierhaus Chaco mit „Rostbarkeiten“ aus Baustahl - hier mit afrikanischen Felsmalerei-Motiven wie Wasserbüffeln und Antilopen. Quelle: SUSANNA FOFANA
Barnitz

Wenn die sechs Barnitzer Künstler und Kunsthandwerker sich am Sonntag, 2. Juni, abends von den Gastkünstlern und Besuchern verabschieden, wird es das Kunsthandfest in dieser Form nicht mehr geben. Künftig wollen die Künstler eigenen Wegen folgen. So genießen die Besucher in diesem Jahr ein letztes Mal die so besondere Atmosphäre in diesem Dorf.

„Ich bin sehr traurig, dass es aufhört. Mein Leben ist das Kunsthandwerk“, gesteht Goldschmiedin Rea Högner. Sie hat sich bereits einen neuen Termin für das nächste Jahr ausgeguckt, an dem sie mit sechs bis acht Gastkünstlern in Haus und Garten Schmuck, Kunst, Handwerk und Design präsentieren wird. „Feine Sache“ soll ihre Ausstellung am Wochenende 20. und 21. Juni heißen.

„Trotz mittelmäßigem Wetter mit Tropfeneinlage kamen viele Fans und auch neue Besucher nach Barnitz. Alle Torten waren um 16.30 Uhr ausverkauft - doppelt so viele wie 2018. Das Bedauern über das Ende der Veranstaltung ist einhellig groß“, zog Högner ein erstes Fazit.

Von Keramik bis zu Körben, von Schmuck bis zu Skulpturen, von Bildhauerei bis zu Buch-Druck-Kunst, von Teppichen bis zu Taschen sind beim Kunsthandfest Barnitz zu entdecken.

Den Anstoß für das Aus gab wohl ihr Nachbar. Der Antiquitätenhändler Uwe Kollschegg (77) hatte schon seit zwei, drei Jahren immer wieder gesagt, dass es ihm zu viel werde. Schließlich habe er noch eine eigene Ausstellung im November und den Handel. Er hatte einst mit Kunsthandwerk in seinem Geschäft in Ahrensburg angefangen, bevor er vor 20 Jahren nach Barnitz zog, wo er Werkstatt, Wohnen, Ausstellung und Verkauf unter einem Dach fand.

„Noch einmal voller Elan“

„Ich war der Erste“, bestätigt Kollschegg. Die anderen Künstler zogen erst nach ihm nach Barnitz. Nach der Ausstellung 2018 hätten sie gemeinsam beschlossen, dass nach dem Kunsthandfest 2019 Schluss sein soll. Kollschegg: „Noch einmal voller Elan.“ Schließlich hing das Erfolgskonzept auch damit zusammen, dass die Qualität stimmte. Auch die Aussteller und ihre Gäste hatten Spaß, da eben auch die Besucher interessiert waren und sich Zeit ließen für den Dorfrundgang. Zwischendurch gab es kleine Konzerte, sowie Süßes oder Salziges in den Apfel- oder Trave-Gärten.

„Es wird das Kunsthandfest in dieser Form nicht mehr geben“, bestätigt auch Ute Elisabeth Herwig. „Wir haben etwas Großartiges geschaffen“, sagt sie. Jetzt jedoch sei die Zeit für etwas Neues gekommen. So sei sie nach einem zweieinhalbjährigen Kunst-Studium mit dem Abschluss als Master of Fine Arts „am Zeichnen.“ Und zwar „ganz anders, als ich es bisher gemacht habe“. Ihre neuen Werke mit Feder und Tusche seien riesengroß und passten nicht in den Kunsthandfest-Rahmen. Bei ihr werde es zudem weiter Ausstellungen mit den Hernel-Tüchern geben, wie am 28. September.

„Der Zuspruch ist immens.“

„Wir haben gemeinsam beschlossen, dass wir diesen Weg beenden“, sagt Bildhauer Thomas Helbing. Da er vor 25 Jahren sein Examen gemacht habe, zeigt er seine Werke dieses letzte Mal in einer Einzelausstellung mitsamt der Zeichnungen und Grafiken in der Werkstatt, die einen neuen Anstrich und zudem Zwischenwände auf Zeit erhalten hat. Er ist davon überzeugt, dass sich der Aufwand lohnt. Helbing: „Der Zuspruch ist immens.“

Seine nächsten Ausstellungen stehen bereits fest. Im Barnitzer Haus Lokfeld 12 ist er am 15. und 16. Juni bei den Sommerateliers des Berufsverbandes Bildender Künstler dabei. Zudem am 28. und 29. September bei den kreisweit offenen Ateliers „Kunst Orte 2019“. Vom 17. August bis zum 29. September ist der Barnitzer Bildhauer an „Moving Identity“ der Künstlerinitiative Stormarn in der Trittauer Wassermühle beteiligt. Zu seinem 60. Geburtstag wird im Oktober zudem in Marne zu einer vierwöchigen Retrospektive geladen.

Kunst und Kulinarisches

Das 16. und letzte Barnitzer Kunsthandfest ist noch am Sonnabend und Sonntag von 11 bis 18 Uhr geöffnet.

Die „Drunken Angel“ treten Sonnabend um 14, 15 und 16.30 Uhr an verschiedenen Orten im Künstlerdorf auf.

Verpflegung gibt es im „Casalinga-Mobil“, Apfelgarten Lokfeld 36, und im Landfrauen-Café im Travegarten, Trenthorster Straße 7.

Weitere Infos unter www.kunsthandfestbarnitz.de

Maler Friedrich Stellmach überlegt noch, ob er nicht mit seiner Frau Gabriele und Gastkünstlern den Himmelfahrt-Tag weiter für Atelier-Ausstellungen nutzen will. „Es ist total schön hier. Auch die Atmosphäre ist wunderschön,“ betont Andrea Liske aus Lübeck, die zum dritten Mal in Barnitz mit Skulpturen aus Bronze und Keramik vertreten ist. Das 16. und letzte Barnitzer Kunsthandfest ist noch am Sonnabend und Sonntag von 11 bis 18 Uhr geöffnet.

Susanna Fofana

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