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Stormarn Besser Bus fahren im Norden Stormarns: 15 neue Busfahrer
Lokales Stormarn Besser Bus fahren im Norden Stormarns: 15 neue Busfahrer
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07:01 04.12.2019
Freuen sich auf die Angebotsverbesserungen: (v.l.) Joachim Germer (Grüne) und Gesa Dunkelgut (CDU) vom Verkehrsausschuss, ÖPNV-Fachmann Björn Schönefeld, Autokraft-Niederlassungsleiter Börge Lumma und Landrat Henning Görtz. Quelle: Carstens
Bad Oldesloe

In der Klimaschutz-Debatte will der Kreis Stormarn den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) aufwerten. Ein erster Schritt ist ein attraktiveres Angebot im Busnetz Nordstormarn. Die Ausschreibung dafür hatte die Autokraft gewonnen, die nun in den kommenden zehn Jahren die Linien zwischen Ahrensburg und Reinfeld bedient. Das Auftragsvolumen liegt bei rund 70 Millionen Euro. Die Firma Dahmetal wird zum Fahrplanwechsel am 15. Dezember nicht mehr in dem Netz vertreten sein.

Auf einem offiziellen Termin bei der Autokraft in Bad Oldesloe lobte Niederlassungsleiter Börge Lumma die gute Zusammenarbeit mit dem Kreis Stormarn und verwies auf mehrere Investitionen, unter anderem auch in neue Busse. Gefahren werden diese künftig auch von 15 neuen Busfahrern, die allesamt Migranten sind. „Sie kommen zum Beispiel aus Syrien, dem Irak und Afghanistan“, erklärt Lumma. Voraussetzung sei auch ein gewisses Sprachniveau gewesen. 60 Bewerber hatte es insgesamt gegeben.

Landrat: Pendler sollen umsteigen

Für den ÖPNV sei es gerade aufgrund der Klimadebatte eine gute Zeit, sagte Lumma. Die Kehrseite sei jedoch der Engpass bei den Busfahrern. Bei einem Subunternehmer der Autokraft drohe wegen personeller Ausfälle in dieser Woche sogar die komplette Streichung von vereinzelten Fahrten.

„Auch im Norden und in der Mitte des Kreises sind die Straßen immer häufiger verstopft“, sagte Stormarns Landrat Henning Görtz. „Mit dieser spürbaren Ausweitung des Angebots wollen wir Pendler dazu bewegen, doch vom Auto auf den ÖPNV umzusteigen.“ Görtz verwies in diesem Zusammenhang auch auf den gestiegenen Komfort in den Bussen. Klimaanlagen und WLan sollen mittelfristig zum Standard werden. Alle Busse werden zudem mit einer Videoüberwachung ausgestattet. Zudem gibt es in den Neufahrzeugen jeweils zwei Plätze für Rollstühle und natürlich barrierefreie Eingänge.

Stadtverkehr für Bargteheide

Mit der Neuvergabe wird es nicht nur Taktverdichtungen auf wichtigen Strecken geben, sondern überhaupt ganz neue Buslinien. Für den Oldesloer Stadtverkehr wurde bereits eine vierte Linie eingerichtet, damit die Busse pünktlicher werden. Bargteheide wird erstmals einen echten Stadtverkehr erhalten, um unter anderem das Gewerbegebiet und einige Wohngebiete anzubinden. Auch das Anruf-Sammel-Taxi wird aufgewertet, unter anderem mit Verbindungen über die Dörfer.

Im Halbstundentakt von Bad Oldesloe nach Ahrensburg

Auf der Linie 8110 (Bad OldesloeBargteheideAhrensburg) wird es zur Attraktivitätssteigerung montags bis freitags eine Verdichtung des Stundentaktes in den Hauptverkehrszeiten (etwa 6 bis 8 Uhr und 15.30 bis 19 Uhr) zum 30-Minuten-Takt geben. Diese Linie ist die nachfragestärkste im nördlichen Kreisgebiet. Die Verbesserungen auf dieser Linie sind mit Mehrkosten von etwa 160 000 Euro jährlich für den Kreis verbunden, zudem muss ein weiteres Fahrzeug eingesetzt werden.

Neun neue Busfahrer haben bereits ihren Dienst angetreten, allesamt Migranten. Quelle: Carstens

Die Busse des Oldesloer Stadtverkehrs fahren künftig im 30-Minuten-Takt. Der Kreis bezahlt die Verdichtung in den Hauptverkehrszeiten, die Stadt selbst legt rund 100 000 Euro pro Jahr für die ganztägige Versorgung drauf. Die Betriebszeit wird am Sonnabend von 14 bis 18 Uhr verlängert. In Bargteheide freut man sich schon auf die neue Linie 8106, die alle halbe Stunde das Gewerbegebiet anfährt. „Alle Grundnetzlinien sind auch stärker auf die Zugverbindungen von und nach Hamburg ausgerichtet“, sagt Björn Schönefeld, ÖPNV-Fachmann bei der Stormarner Kreisverwaltung.

Anruf-Sammel-Taxi in Badendorf und Mönkhagen

Im Bargteheider Umland kann man zudem erstmals – testweise – mit dem Anruf-Sammel-Taxi (AST) von Gemeinde zu Gemeinde fahren, in der Stadt selbst wurden 30 neue AST-Haltepunkte installiert. In Bad Oldesloe und den Ortsteilen gibt es künftig einen einheitlichen AST-Tarif und – auch testweise – die Anerkennung von HVV-Zeitkarten. Außerdem werden Badendorf und Mönkhagen in das AST Reinfeld-Umland aufgenommen.

Neue Namen

Dem Oldesloer LN-Leser Franz W. Kuck war es bereits vor einigen Wochen aufgefallen, jetzt bestätigte es Björn Schönefeld, ÖPNV-Fachmann in der Kreisverwaltung: „Viele Bushaltestellen erhalten neue Schilder und auch neue Namen.“ Eine Haltestelle solle immer den Namen der nächsten einmündenden Straße erhalten. „Das war bislang noch nicht überall durchgesetzt.

Betroffen sind rund 60 Haltestellen-Tafeln zwischen Reinfeld und Bargteheide, viele davon in Bad Oldesloe. So heißt die Haltestelle Königstraße bald Heimatmuseum. In Reinfeld wird zum Beispiel aus der Haltestelle Zuschlag nun die Körnerstraße.

Von Markus Carstens

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