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Stormarn Straßenschäden: Tempo 80 auf sechs Kilometern
Lokales Stormarn Straßenschäden: Tempo 80 auf sechs Kilometern
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13:22 28.05.2019
Die A 1 hinter Ahrensburg in Richtung Norden: Erlaubt sind hier bis ins kommenden Jahr nur 80 km/h. Quelle: mc
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Bad Oldesloe

Es wirkt beinahe wie die gewollte Entschleunigung durch eine höhere Macht. Auf mysteriöse Weise traten auf der Autobahn 1 zwischen Ahrensburg und Bargteheide vor und hinter der Raststätte Buddikate immer neue Schäden an der Fahrbahn auf.

Lange waren die Ingenieure des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr rat- und machtlos – jetzt wurde allerdings die Lösung gefunden. Die A 1 hat an dieser Stelle sogenannten Betonkrebs. Es ist der erste Fall auf einer Autobahn in Schleswig-Holstein.

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Die Autofahrer müssen sich jedoch noch etwas gedulden, bis der Missstand behoben ist. Erst im kommenden Jahr können die Schäden am Beton beseitigt werden, unter anderem weil die Strecke als Umleitung für die gesperrte B 404 gilt. Dort wird noch bis Dezember gebaut. Bis zur Sanierung gilt weiterhin Tempo 80 auf rund sechs Kilometern.

Erste Schäden vor drei Jahren

Die Betonfahrbahn wurde im Jahr 1996 hergestellt. Die ersten größeren Schäden traten bereits 2016 insbesondere in den Fugenkreuzen auf. „Die ersten minimalen Schäden traten als kleine Haarrisse bzw. Netzrisse an der Oberfläche auf und wurden daraufhin durchgehend beobachtet“, heißt es vom Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr auf LN-Anfrage.

Um das damals unbekannte Problem zu lösen, wurden aufwendige Untersuchungen von externen Straßenbauexperten vorgenommen. „So eine Oberflächenveränderung war in Schleswig-Holstein bis dato nicht aufgetreten und den Verantwortlichen unbekannt“, erläutert Dagmar Barkmann, Sprecherin des Landesbetriebs in Kiel.

Es wurden Bohrkerne gezogen

Um diesem Phänomen auf den Grund zu gehen, wurden von externen Fachleuten schließlich Bohrkerne gezogen und Betonuntersuchungen durchgeführt sowie ein wissenschaftlicher Gutachter als Spezialist in der Betontechnologie beauftragt. Dieser nahm weitere sehr umfangreiche Untersuchungen vor, zum Beispiel zur Simulation des Langzeitverhaltens.

Als Ursache stellten die Experten schließlich eine sogenannte Alkali-Kieselsäure-Reaktion (AKR) fest, umgangssprachlich Betonkrebs genannt. Diese zerstört den Beton durch Volumenvergrößerung von innen, wenn auch in einem langsamen Tempo. „Es ist das erste Mal, dass diese Reaktion hier in Schleswig-Holstein aufgetreten ist“, erklärt Barkmann. Zuvor hatte es Fälle unter anderem auf ostdeutschen Autobahnen gegeben. Ein prominentes Opfer des Betonkrebs’ ist allerdings auch die Lübecker Possehlbrücke.

Beschwerden von Autofahrern über eventuelle Schäden sind dem Landesbetrieb bislang nicht bekannt. Parallelen zum A-21-Fiasko bei Trappenkamp könnten auch nicht gezogen werden, da die Autobahn dort in Asphaltbauweise hergestellt ist. Auf der A 1 werden nun im kommenden Jahr – auf allen drei Fahrspuren – die Betondecke sowie die darunterliegende Zementverfestigung erneuert.

Markus Carstens

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