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Stormarn Brand in Sarg-Lagerhalle: Knapp eine Million Euro Schaden
Lokales Stormarn Brand in Sarg-Lagerhalle: Knapp eine Million Euro Schaden
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22:56 16.09.2014
Eine Sarg-Lagerhalle ging in der Nacht in Flammen auf. 140 Feuerwehrmänner waren im Einsatz.  Quelle: Christian Timmann
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Braak

Glutrot war der Nachthimmel gefärbt neben der A 1, sodass die Einsatzkräfte auf Sicht fuhren und ihren Einsatzort nicht lange zu suchen brauchten. Als die ersten Feuerwehrautos im Gewerbegebiet von Braak eintrafen, stand eine Blechhalle in Flammen.

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Einsatzleiter Stefan Majohr, Amtswehrführer des Amtes Siek, entschied sofort, zunächst aus mit Rohren das Nachbargebäude zu schützen. Er ließ eine Riegelstellung aufbauen. Dort sind drei Firmen — Elektrofahrräder, Stromerzeuger und eine Klempnerei — untergebracht. Wegen der enormen Hitze schmolzen schon die Kunststofffenster in den Toren sowie die Verkleidungen der Außenlampen.

„Wir haben bis auf eine alle Wehren des Amtes Siek zusammengezogen und mussten zunächst das Nachbargebäude schützen“, so Majohr. Erst die nachfolgenden Wehren wurden dann zum Löschen eingesetzt. Die Särge und Chemikalien, die zu ihrer Veredelung verwendet wurden, brannten wie Zunder. Unter anderem versuchten die Feuerwehrmänner mit Wasserwerfern und vom Dachmonitor eines Löschfahrzeugs aus an der Rückseite des Gebäudes gegen die Flammenwand anzukämpfen.

Einen Mercedes Vito-Lieferwagen, der zu dicht am Feuer stand, zogen Feuerwehrleute weg. Nachdem der Besitzer der Halle, Gerhard Teister, zum Brandort gekommen war, konnten zwei weitere Transporter in Sicherheit gebracht werde. Zwei Lieferwagen waren allerdings durch die Hitze schon so stark in Mitleidenschaft gezogen, dass sie von Abschleppwagen weggefahren werden mussten.

Völlig überrascht waren die Feuerwehrleute von einer Kleintier- und Geflügelzucht hinter dem Komplex. Damit hatten sie nicht gerechnet. Erst nach Informationen durch Teister konnten sie sich daran machen, Enten, Hühner und Kaninchen in Sicherheit zu bringen.

Der Inhaber der Firma für Särge und Bestattungsbedarf stand fassungslos vor den brennenden Trümmern seiner Halle: „Alles ist kaputt, das ist schlimm. Zum Glück haben Feuerwehrleute noch einige meiner Hasen, Hühner und Gänse gerettet und zunächst in provisorischen Boxen untergebracht.“

Später stellte sich heraus, dass fast alle Tiere, die der Hobbyzüchter hinter seiner Halle hielt, das Feuer überlebt haben. Selbst die empfindlichen Bienen waren gestern Vormittag wieder unterwegs, Enten plantschten in den Löschwasserpfützen.

Die Betreuungsgruppe des Arbeiter Samariter Bundes (ASB) versorgte die etwa 140 Feuerwehrleute während ihres nächtlichen Einsatzes mit Kaffee und Gulaschsuppe. Von der Firma Lekkerland, auf deren Gelände der ASB seine Verpflegungsstelle errichtet hatte, gab es Süßigkeiten für die Einsatzkräfte. Gegen 11 Uhr verließen die letzten Feuerwehrleute den Brandort.

Da war gerade ein Mitarbeiter der Kripo eingetroffen, um sich ein Bild zu machen. Da es für die Fachleute äußerst schwer werden wird, die Brandursache zu ermitteln, soll nun noch ein Spezialist des Landeskriminalamtes mit einem speziell ausgebildeten Hund hinzugezogen werden. Sarghändler Teister hofft unterdessen, dass die Brandstelle schnellstmöglich wieder freigegeben wird. Bis er Lager wieder neu aufbauen kann, dürfte noch einige Zeit ins Land ziehen.

Zur Brandursache machte die Polizei noch keine Angaben, sie schätzt den Schaden auf 900000 Euro und schließt Brandstiftung als Ursache ebenso wenig aus wie einen technischen Defekt.

Jens Burmester