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Stormarn Brutaler Überfall zum dritten Mal vor Gericht
Lokales Stormarn Brutaler Überfall zum dritten Mal vor Gericht
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18:06 11.06.2019
Göttin Justitia aus Bronze. Quelle: LN-Archiv
Trittau

Mehr als sieben Jahre nach dem tödlichen Raubüberfall auf den 39-jährigen Ulf M. aus Trittau (Kreis Stormarn) hat der Bundesgerichtshof erneut ein Urteil des zuständigen Landgerichts in Dessau-Roßlau (Sachsen-Anhalt) wegen Rechtsfehlern aufgehoben. Damit muss der Fall zum dritten Mal verhandelt werden. Wie der BGH gestern mitteilte, soll es nun das Landgericht Magdeburg richten (AZ: 4 StR 541/18).

War es „nur“ erpresserischer Menschenraub mit Todesfolge, versuchter Totschlag und gefährliche Körperverletzung, für die das Landgericht zuletzt Freiheitsstrafen zwischen achteinhalb und zehn Jahren verhängte? Oder war es doch Mord zur Verdeckung des brutalen Überfalls am Rand der Autobahn A 9? So sehen es die Hinterbliebenen von Ulf M., die für seinen gewaltsamen Tod eine lebenslange Freiheitsstrafe fordern. Sie legten zum zweiten Mal erfolgreich Revision ein.

Der 39-Jährige plante Auszeit

Was war geschehen in den späten Abendstunden des 9. Januar 2012, als der ledige Informatiker in Sachsen-Anhalt in die Hände gnadenloser Wegelagerer fiel? Mit einem gemieteten Kleintransporter war der 39-Jährige von München zu seinen Eltern unterwegs. Job und Wohnung hatte er gekündigt, um während einer einjährigen Auszeit Südostasien zu erkunden. Möbel und Mountainbike wollte er in Trittau zwischenlagern.

Brutaler Überfall auf Rastplatz

Als Ulf M. auf einem einsamen Parkplatz an der A 9 eine Rast einlegen wollte, wurde er zum Zufallsopfer einer fünfköpfigen Tätergruppe aus Litauen. Die Männer, die sich dort auf die Lauer gelegt hatten, verschleppten ihn in ein Waldstück, nahmen ihm seine Kreditkarten ab und zwangen ihn zur Preisgabe der PIN-Nummern. Zwei bereits rechtskräftig verurteilte Täter fuhren zu verschiedenen Bankfilialen, um rund 2000 Euro von den Konten des Opfers abzuheben.

Zusammengetreten und gefesselt in Transport verendet

Warum auf dem abgelegenen Waldweg dann die Gewalt eskalierte, konnten die bisher geführten Prozesse nicht zweifelsfrei klären. Ulf M. erlitt schwere innere Verletzungen durch Schläge und Tritte, die keinem einzelnen Täter zuzuordnen waren. Mit gebrochenen Rippen, gebrochenem Kehlkopf und einem schweren Schädelhirntrauma wurde er im Laderaum seines Transporters zurückgelassen. An Händen und Füßen gefesselt, eingekeilt zwischen Möbeln und Kartons musste er qualvoll sterben, weil die Täter ihre Flucht nach Litauen sichern wollten.

Der BGH-Senat warf der Strafkammer in Sachsen-Anhalt vor, sich nur unzureichend mit dem Motiv der Täter für das Zurücklassen des Opfers im Wald auseinandergesetzt zu haben. Das Mordmerkmal der Verdeckungsabsicht sei keineswegs vom Tisch. Mit dieser Frage muss sich nun das Landgericht Magdeburg in einem dritten Rechtsgang befassen.

Mehr zu dem Thema: Qualvoller Tod eines Trittauers: Prozess wird neu aufgerollt

gey

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