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Stormarn Detlev Buck stellt „Asphaltgorillas“ vor
Lokales Stormarn Detlev Buck stellt „Asphaltgorillas“ vor
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13:41 03.09.2018
Detlev Buck (l.) begrüßte Kinochef Hans-Peter Jansen. Quelle: Bettina Albrod
Bargteheide

Falschgeld für alle – zur Bargteheide-Premiere seines neuen Kinofilms „Asphaltgorillas“ am Sonntag im „Cinema Paradiso“ im Kleinen Theater drückte Regisseur Detlev Buck jedem Besucher ein paar „Bucks“ in die Hand, im Englischen die Bezeichnung für Dollars. Denn um Falschgeld geht es in dem Berliner Ghetto-Thriller, den Buck nach einer Kurzgeschichte von Ferdinand von Schirach gedreht hat. Als falscher Fuffziger erweist sich darin auch der Freund von Hauptdarsteller Samuel Schneider, der seinen Kumpel um des Geldes Willen verrät.

Viele Besucher waren da, um den Stormarner Regisseur und den Berliner Samuel Schneider zu feiern, der seine Großeltern aus Ahrensburg mitgebracht hatte. Buck stammt von einem Bauernhof in Nienwohld und zeigt seine Filme zur Premiere traditionell im Kleinen Theater, „um kleine Filmtheater zu unterstützen“, wie er sagte. Die Dreharbeiten hätten nur 29 Tage gedauert, sie hätten immer nachts gedreht. „Der Film ist schnell und spielt innerhalb von 48 Stunden“, so Buck. Darin nimmt er sein Publikum mit in die Berliner Unterwelt, in der Drogenbosse, Falschgeld-Händler und Kleinganoven nachts die Stadt beherrschen – das Laster regiert im Lamborghini. Dazu wummert die Musik, unter anderem von Peter Fox, und nimmt den Zuschauer auch akustisch mit in die Welt der coolen harten Männer.

Schirach wohnt bei mir um die Ecke und hat gesagt: Mach doch den Film“, erzählt Buck. „Ich halte mich an die Vorlage, habe aber zusätzlich ein paar starke Frauengestalten, und ich habe mich auf den Aspekt des Verrats konzentriert.“ Zwar gebe es viel Gewalt zu sehen – die Unterwelt ist nicht zimperlich -, aber die sei durch Zeitlupe oder Musik verfremdet, um zu betonen, dass es um Spiel gehe. Die Schlägerei wird zum Tanz, das Massaker ästhetisch verfremdet. „In der Stadt gelten dieselben Regeln wie auf dem Dorf“, hat Buck beobachtet, nur die Dimension sei eine andere. „Eigentlich ist der Film eine Romanze.“

Detlev Buck sprach in Bargteheide im „Cinema Paradiso“ über seinen neuen Film „Asphaltgorillas“. Auch Hauptdarsteller Samuel Schneider war gekommen.

In der hat Buck selber mitgespielt, auch wenn er nicht zu sehen ist. „Ich habe mich aus dem Film rausgeschnitten, weil er zu lang wurde“, sagt Buck. Schauspiel sei für ihn wichtig, um als Regisseur in den Film einzusteigen. Von der Kuh zur Kamera kam Buck aus Langeweile: „Ich habe mich auf dem Dorf gelangweilt und wollte etwas Anderes machen.“ Mit seinem Erstling, der Komödie „Erst die Arbeit und dann?“, hatte Buck sofort Erfolg. Seine Handschrift erkennt man in „Asphaltgorillas“ vor allem in den Komödienelementen, die dem Milieu die Verzweiflung nehmen und dem Zuschauer mit etwas Versöhnlichem Erleichterung verschaffen.

Gesicht des Films ist Samuel Schneider. Der Filmstar sieht aus wie ein Filmstar und bewegte sich in Bargteheide auf vertrautem Pflaster. „Meine Großeltern wohnen in Ahrensburg, und immer, wenn ich eine Auszeit brauche, fahre ich zu ihnen“, erzählte er. Die Dreharbeiten seien interessant gewesen, denn nachts hätten sie viel Unvorhergesehenes erlebt. „Aspahltgorillas“ ist das Soziogramm einer Szene, die von Geld, falscher Ehre und Statussymbolen beherrscht wird. Die Akteure sprechen ihre eigene Sprache, meist in gebrochenem Deutsch, die manchen Zuschauer etwas ratlos zurückließ - die Zielgruppe des Films liegt unter 40 Jahre. „Deutschland wird multikulturell, und das ist etwas Gutes“, erklärte Buck mit Blick auf Chemnitz. „Wir sollten offen sein für Fremdes und keine Angst haben.“ Er habe viel Entgegenkommen bei den Dreharbeiten erlebt.

Kinobetreiber Hans-Peter Jansen freute es, die Prominenz im Haus zu haben, und mit der geht es auch weiter. „Im September kommt David Kross, im Oktober ist auch Detlev Buck wieder da, wenn seine Hundekomödie „Wuff“ anläuft.“

INFO-ST-BEA-Detlev Buck

Detlev Buck wuchs in Nienwohld in Stormarn auf dem Hof seiner Eltern auf. 1984 drehte er seinen ersten Film „Erst die Arbeit und dann?“, der sofort erfolgreich war. Als Regisseur drehte er „Karniggels“, „Männerpension“, „Knallhart“, „Hände weg von Mississippi“ oder die Jugendserie „Bibi & Tina“. Auch Daniel Kehlmanns „Die Vermessung der Welt“ hat Buck verfilmt.

Bettina Albrod

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