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Stormarn Bürger kämpfen für den Krähenwald: Kritik an geplanter Parkpalette
Lokales Stormarn Bürger kämpfen für den Krähenwald: Kritik an geplanter Parkpalette
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12:30 07.06.2019
Die Bürgerinitiative Basta kämpft seit drei Jahren gegen eine Bebauung des Wäldchens. Quelle: Bettina Albrod
Bargteheide

Hitzig ging es zu bei der Sitzung des Ausschusses für Planung und Verkehr am Donnerstag in Bargteheide: Zankapfel war der bereits beschlossene Bau einer Parkpalette westlich des Bahnhofs, für die ein Waldstück, der sogenannte Krähenwald, weichen soll.

Parkflächen für Pendler fehlen

In Bargteheide fehlen Parkflächen für Pendler, die am Bahnhof in den Zug umsteigen wollen. Deshalb hatte es Überlegungen gegeben, auf den Kreiselparkplatz westlich des Bahnhofs eine Parkpalette zu bauen. „Aber ein Teil der Fläche ist in Privatbesitz“, erklärte Gorch-Hannis la Baume (FDP), „der Eigentümer möchte jetzt dort bauen.“ Andreas Müller (SPD) ergänzte, dass die Fläche im Innenstadtbereich auch zu wertvoll sei, um sie als Parkraum zu nutzen. Deshalb solle die Parkpalette an der Ostseite des Bahnhofs gebaut werden. Dafür hatten CDU, SPD und FDP einen gemeinsamen Antrag eingebracht. So könnten 139 zusätzliche Stellplätze geschaffen werden. Die Kosten beliefen sich auf rund zwei Millionen Euro.

Unterschriften gesammelt

Der Antrag stieß bei den Grünen und der Wählergemeinschaft WfB sowie bei den Zuhörern auf Ablehnung. Die Bürgerinitiative Basta war mit vielen Vertretern erschienen, um ihrer Forderung nach Erhalt des Wäldchens dort Ausdruck zu verleihen. „Wir kämpfen seit drei Jahren für den Erhalt des Krähenwaldes“, erklärte Bianca Walter von der Initiative. „Wir haben 1000 Unterschriften dafür gesammelt und jetzt noch einmal 135.“ Es sei nie geprüft worden, ob es Alternativen zu dem Standort gebe, und Zu- und Abwegung seien bei der Planung nicht berücksichtigt worden.

Der Krähenwald in Bargteheide Quelle: Manfred Giese

Die Anlieger betonten die Bedeutung des Klimaschutzes, für den die Bäume erhalten werden müssten, und forderten – nicht immer sachlich -, die Natur nicht für Autos zu zerstören. Die Grünen und die WfB unterstützten die Kritik. Norbert Muras (WfB) gab zu bedenken, dass man doch erst abwarten solle, wie die Pläne der Deutschen Bahn zum Umbau des Geländes im Zuge der S 4 aussähen. Dr. Ruth Kastner (Grüne) setzte sich dafür ein, lieber eine Buslinie zu finanzieren, die die Pendler zum Bahnhof bringen solle.

Umstieg auf die Bahn fördern

„Sie halten Ihr Wahlversprechen nicht, sich für den Klimaschutz einzusetzen“, lautete ein Vorwurf der Zuhörer an die Antragsteller. Das Gegenteil sei der Fall, konterte Martin Flaig (CDU). „Wenn wir Pendlern Parkplätze anbieten, fördern wir damit die Teilnahme am öffentlichen Personennahverkehr.“ Das sei ein großer Beitrag zum Klimaschutz. Die Erfahrung zeige, dass Busse nicht genügend ausgelastet seien. Man müsse eine Lösung für alle Bürger finden. La Baume ergänzte, dass die Grünen den Antrag sogar ins Rollen gebracht hätten, denn sie hätten mehr Parkplätze für Pendler gefordert. „Weil das auf der Westseite nicht geht, musste nach einer Alternative gesucht werden.“

Bargteheide sei eine wachsende Stadt, viele Menschen würden in Hamburg arbeiteten. Auf den Zuhörer-Einwand, man wolle nicht weiter wachsen, erwiderte Flaig, dass man nicht selber herziehen und dann hinter sich den Schlagbaum zumachen könne. „Es geht hier um die Abwägung verschiedener Interessen. Wir müssen den Verkehr auf die Schiene verlagern.“ Der Ausschuss stimmte am Ende dafür, den Bau der Parkpalette auf der Ostseite, der bereits seit einem Jahr beschlossen ist, umzusetzen. Von 19 Tagesordnungspunkten wurden schließlich nur acht im Ausschuss behandelt – zu groß war der Überhang aus nicht öffentlichen Punkten, der ab 21 Uhr ohne Zuhörer Thema war.

Bettina Albrod

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