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Stormarn Reinfeld: Mary Rose Wolgast will Bürgermeisterin werden
Lokales Stormarn Reinfeld: Mary Rose Wolgast will Bürgermeisterin werden
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19:00 15.11.2019
Die Bundeszollbeamtin Mary Rose Wolgast aus Stubbendorf möchte Reinfelds neue Bürgermeisterin werden. „Weil ich überzeugt bin, dass ich Reinfeld zum Positiven verändern kann." Quelle: Britta Matzen
Reinfeld

Überraschende Neuigkeiten im Netz: „Liebe Reinfelderinnen und Reinfelder. Mein Name ist Mary Rose Wolgast und ich bewerbe mich bei Ihnen um das Amt der Bürgermeisterin der schönen Karpfenstadt Reinfeld.“ Gerade ist die Website www.bürgermeisterin-für-reinfeld.deonline gegangen.

Wer ist Mary Rose Wolgast? Die 40-Jährige ist in Reinfeld aufgewachsen, hat den Kindergarten am Neuhof, die Matthias-Claudius-Schule (MCS) und die Joachim-Mähl-Schule (heute Immanuel-Kant-Schule) besucht. Zudem engagiert sie sich ehrenamtlich: unter anderem in verschiedenen Gremien an der MCS. Auch in Ausschuss- und Stadtvertretersitzungen hat man Mary Rose Wolgast schon häufig zu Gesicht bekommen.

Wie wird man Bürgermeister?

Wer Bürgermeister werden möchte, kann sich entweder von einer Partei oder einer Wählervereinigung als Kandidat aufstellen lassen: Oder man tritt wie Mary Rose Wolgast als Einzelbewerber an, das heißt ohne eine Partei oder Wählervereinigung im Rücken. Das wird allerdings schwieriger, weil man den Wahlkampf auch allein organisieren muss.

Als Einzelbewerber braucht man zunächst Unterstützungsunterschriften, um sich als Kandidat aufstellen zu lassen. 115 Unterschriften sind in diesem Fall nötig, nämlich das Fünffache der 23 Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung.

Wichtige Termine für die Reinfelder Bürgermeisterwahl:

23. März 2020, 18 Uhr: Abgabeschluss für Bewerbungen.

27. März 2020: Gemeindewahlausschuss entscheidet darüber, welche Bewerbung zugelassen wird.

Ab 6. April 2020 können Briefwahlunterlagen angefordert werden.

24. April 2020: Wahlbenachrichtigungen sollen zugestellt sein.

17. Mai 2020: Bürgermeisterwahl

7. Juni 2020: mögliche Stichwahl

Parteilos ohne Beziehungsgeflechte

Die Bewerberin geht als unabhängige Kandidatin an den Start. „Ich würde mich natürlich freuen, wenn die Parteien keine eigenen Kandidaten aufstellen und mich damit quasi unterstützen. Aber ich möchte nicht, dass jemand meine Plakate bezahlt und hinterher vielleicht noch was einfordert.“ Wolgast legt Wert darauf, neutral zu sein, auch wenn der Wahlkampf als Einzelkandidatin nicht einfach sei. Immerhin muss sie zunächst 115 Unterstützungsunterschriften beibringen, um überhaupt antreten zu können. „Aber ich glaube, die Bürger haben dadurch eine echte Alternative.“ Als parteilose Bürgermeisterin könne sie ohne Scheuklappen oder Beziehungsgeflechte agieren. „Ich scheue mich nicht, Dinge zu hinterfragen und, wenn erforderlich, alte Strukturen aufzubrechen, um neue Ideen und frische Impulse zuzulassen.“

„Mir läuft das alles zu langsam“

Bereits vor drei, vier Jahren hegte Wolgast den Wunsch, sich als Verwaltungschefin zu bewerben. Sie habe gesehen, wie sehr es an allen Ecken und Enden in der Stadt brenne und dass kaum etwas vorangehe. Das Thema Sportplatz zum Beispiel. „Das ist etwas, was mich unglaublich bewegt hat. Dass die Menschen, die sich persönlich engagieren, so vor den Kopf gestoßen werden.“ Angesichts der aktuellen Haushaltslage könne man vermutlich nicht viel anders machen. „Aber was ich mir wünschen würde, wäre ein bisschen mehr Schwung, mehr Elan und mehr Armehochkrempeln aus der Verwaltungsspitze. Mir läuft das alles zu langsam. Es fehlt die Durchschlagskraft, das Lass-uns-Loslegen.“ Mary Rose Wolgast möchte deshalb ihre Kompetenz zur Verfügung stellen und einiges anders machen. „Ob ich es besser mache, weiß ich nicht. Aber ich kann mich anbieten mit meiner Verwaltungserfahrung und meinem Tatendrang.“

„Ich kann sofort loslegen“

Mary Rose Wolgast, die mit ihren zwei Kindern und ihrem Mann in Stubbendorf lebt, arbeitet seit 1999 als Bundesbeamtin für den Zoll. Zur Zeit ist sie als Zolloberinspektorin im Bereich der Schwarzarbeitsbekämpfung im Einsatz. Mit ihrer Verwaltungsausbildung und der 20-jährigen Berufserfahrung bringe sie die besten Voraussetzungen mit, um als Bürgermeisterin erfolgreich die Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten zu fördern. „Ich benötige keine Einführungslehrgänge in Sachen Verwaltung, sondern kann sofort loslegen.“

Die Liste der Themen, die ihr am Herzen liegen, ist lang: Sichere Straßen-Querung in der Paul-von-Schoenaich-Straße, Haushaltslage schnellstmöglich klären, Jugendtreff realisieren, Digitalisierung der Immanuel-Kant-Schule, mehr Angebote für Senioren, mehr Anerkennung für das Ehrenamt, weniger nichtöffentliche Sitzungen im Rathaus sind nur einige der Punkte, die Wolgast anspricht.

Bürgermeisterjob nicht als Karrieresprung

Außerdem ist ihr wichtig zu betonen: „Meine Kandidatur für das Amt der Bürgermeisterin ist für mich kein Karrieresprung – auch nicht aus finanzieller Sicht. Ich übe meinen Beruf mit viel Herzblut aus, und tatsächlich wird der Dienstalltag als Bürgermeisterin deutlich zeitintensiver werden als mein jetziger Job.“ Darüber sei sie sich im Klaren. „Dennoch möchte ich all meine Kraft und meine Fähigkeiten gerne dieser Stadt und den Bürgern zur Verfügung stellen, weil ich möchte, dass Reinfeld vorankommt.“

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