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Stormarn Junge Oldesloer organisieren Hilfe über Facebook
Lokales Stormarn Junge Oldesloer organisieren Hilfe über Facebook
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16:47 19.03.2020
Maxi Schug (25) hatte die Idee mit der Facebook-Seite „Oldesloe hilft sich!“. Unterstützung erhält er auch von Christopher Klimitz (23), der hier hinter ihm steht. Quelle: HFR
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Bad Oldesloe

Drei junge Oldesloer haben in der derzeitigen Krisenzeit die Initiative in ihrer Heimatstadt ergriffen. Über die Facebook-Gruppe „Oldesloe hilft sich!“ und eine E-Mail-Adresse wollen sie Unterstützung für alle diejenigen in der Stadt und der näheren Umgebung organisieren, die Hilfe brauchen: Weil sie entweder zur Risikogruppe gehören oder aus anderen Gründen derzeit das Haus nicht verlassen können.

Einkaufen und Gassi gehen mit dem Hund werden beispielsweise von Studierenden angeboten, da ihre Hochschule geschlossen ist und im Nebenjob auch gerade nichts geht. Besonders lobenswert: Finanzielles Interesse steckt bisher nicht hinter den Hilfsangeboten. Seit Läden und Gastronomie dicht sind, kommen jetzt immer mehr Angebote aus weiteren Bevölkerungsgruppen.

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„Lasst uns gemeinsam Corona den Kampf ansagen“

„Das, was wir aktuell erleben, hat es in dieser Form noch nicht gegeben. In diesen Momenten zeigt sich, was es heißt, zusammenzuhalten. Lasst uns gemeinsam Corona den Kampf ansagen, damit wir schnellstmöglich wieder unseren normalen Alltag leben können,“ schreibt Administrator Maxi Schug.

„Ich habe die Gruppe ins Leben gerufen“, erläutert der 25-jährige Oldesloer. Unterstützung bekommt er bei seinem ehrenamtlichen Engagement von seinen Oldesloer WG-Mitbewohnern Christopher Klimitz und Jonas Achterberg. Da Schugs duales Studium derzeit aus Online-Vorlesungen besteht, wollte er in der freien Zeit gerne helfen. Als erstes gab er eine entsprechende Ebay-Kleinanzeige auf – und erhielt viel positive Resonanz.

Es geht mehr und mehr um konkrete Hilfe

Sonntagabend kam Maxi Schug dann die Idee mit der Facebook-Seite. Der 25-Jährige: „Ich wollte eine Anlaufstelle schaffen.“ Es sollten mehr Leute von den Hilfsmöglichkeiten erfahren. „Man weiß ja noch nicht, wie es sich entwickelt.“ Dann wollten sie auch bereit sein, um Menschen in Bad Oldesloe und näherer Umgebung zu helfen. Schug: „Wir wollten auch die Ersten sein.“ So könnte alles zentral zusammenlaufen.

Obwohl die Facebook-Gruppe erst am Sonntagabend online ging, schlossen sich innerhalb weniger Tage schon mehr als 1000 Mitglieder aus Stormarns Kreisstadt an. Zu Beginn wurden in der allgemeinen Unsicherheit des Wochenanfangs rege Informationen ausgetauscht. Jetzt geht es mehr und mehr um konkrete Hilfe unter den Oldesloern, die sich nun auch über die neu eingerichtete E-Mail-Adresse oldesloehilftsich@web.de melden können.

Viel Lob für die Aktion von allen Seiten

„Tolle Idee“, lobt Larissa H. die Aktion mit den Oldesloer Hilfsangeboten – und schreibt in die Gruppe: „Ich bin gerne dabei und habe auch (selbstverständlich) unsere Nachbarn (Risikogruppe) gefragt, ob wir etwas für sie erledigen können.“ Lana S. schreibt, dass man sich bei ihr melden kann, wenn man Hilfe braucht. „Meine Hochschule hat zu und auch meine beiden Arbeitsplätze.“ Sie sei mit Rad oder Bus in Oldesloe mobil und fahre gern einkaufen.

Birte K. schreibt: „Wenn ihr nicht mit dem Hund rausgehen könnt, dann meldet euch. Nachmittags hätte ich Zeit. Hatte selber Hunde.“ Auch Daniela T. würde andere Hunde mit auf die Gassi-Tour mit ihren eigenen nehmen – wenn die sich denn verstehen. Für Einkäufe sei sie mobil mit dem Auto. Frank R. möchte auch helfen und hat noch bis Ende des Monats Urlaub.

Junge Menschen möchten Risikogruppen unterstützen

Rudi R. sieht es als „Kücken“ in seinem Haus als Pflicht an, für seine Nachbarn da zu sein. Junge und gesunde Menschen trügen „eine Verantwortung für unsere Mitmenschen.“ Er hat bereits entsprechende Zettel an seine Hausgemeinschaft verteilt. „Sollten Sie zu den Corona-Risikogruppen gehören (hohes Alter, Immunerkrankungen oder Grunderkrankungen) möchte ich Sie unterstützen, gesund zu bleiben.“ Einkaufslisten können in den Briefkasten gelegt oder telefonisch weitergegeben werden.

„Bisher ist noch nicht viel passiert“, sagt Maxi Schug zu konkreten Einsätzen. Aber er hat bereits viele Hilfsangebote und Kontakte gesammelt. So kann die Hilfe im Fall der Fälle schnell organisiert werden. Alle loben die „tolle Aktion“. Je bekannter es wird, desto mehr Oldesloer können sich engagieren.

Bisher überwiegen die Hilfsangebote. Aber das kann sich schnell ändern, wie die Erfahrungen der jüngsten Tage zeigen . . .

Hier geht’s zur LN-Aktion Coronavirus: Lübecker helfen Lübeckern“

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Von Susanna Fofana