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Stormarn DLRG Reinfeld zieht ins Freibad
Lokales Stormarn DLRG Reinfeld zieht ins Freibad
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12:48 03.01.2019
Die Reinfelder Wasserretter ziehen ins Freibad. Ihr neues Heim richten sie in Eigenleistung in den nicht genutzten Umkleiden ein.
Die Reinfelder Wasserretter ziehen ins Freibad. Ihr neues Heim richten sie in Eigenleistung in den nicht genutzten Umkleiden ein. Quelle: Britta Matzen
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Reinfeld

Das Rettungszentrum ist für die Mitglieder des DLRG so was wie ein zweites Zuhause. Seit 1979 nutzen die Wasserretter im oberen Stockwerk einen kleinen Raum für die Ausbildung, für ihre Vorstandssitzungen und Jugendarbeit. Im Erdgeschoss haben sie Zelte, Tauch- und Sanitätsmaterial untergebracht, ihre Fahrzeuge parken draußen im Carport und Schuppen. Doch damit ist Schluss, wenn ab März das Gebäude in der Ahrensböker Straße abgerissen und das neue Rettungszentrum gebaut wird. In der neuen Feuerwache ist zu wenig Platz für die DLRG. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft benötigt eine neue Bleibe. Das steht schon seit Jahren im Raum.

Mietvertrag für die Badeanstalt

Wohin zieht die DLRG – darüber wurde in der Stadt lange diskutiert. Jetzt drängt die Zeit, da die Abrissbagger in wenigen Wochen anrollen. „Nun gibt es endlich eine Lösung“, freut sich DLRG-Chef Christian Leschert. „Die Lebensretter haben mit der Stadt einen Mietvertrag über Gruppen- und Lagerräume im Freibad am Herrenteich geschlossen“, teilt der Vorsitzende mit.

DLRG-Vorsitzender Christian Leschert Quelle: LN-Archiv

Die nicht genutzten Umkleideräume werden in Eigenleistung renoviert und so hergerichtet, dass dort die Ausbildungs- und Jugendgruppenaktivitäten des Vereins stattfinden können. „Wir möchten, dass hier das neue Zentrum unseres Vereinslebens entsteht. Welcher Ort könnte dafür besser geeignet sein als das Freibad?“, beschreibt Leschert die Pläne.

Helfende Hände gesucht

Seit Anfang Dezember sind die Vereinsmitglieder dabei und bauen ihr neues Heim um. „Wir haben die Umkleiden und auch paar Fundamente bereits rausgerissen. Mit Stemmhammern sind wir dabei im Einsatz. Auch die Fenster wurden vergrößert, da waren vorher nur kleine Luken drin. Jetzt sind sie fast bodentief, damit ordentlich Licht reinkommt. Richtig gemütlich soll es werden“, fasst Leschert zusammen.

DLRG Reinfeld

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft e. V. in Reinfeld feierte im vergangenen Jahr 70-jähriges Jubiläum. Seit 1948 gibt es die DLRG in der Karpfenstadt. „Aktuell haben wir 265 Mitglieder. Davon sind 120 Jugendliche unter 18 Jahren, von denen 80 aktiv beim Schwimmen mitmachen“, sagt der Vorsitzende Christian Leschert. Der Reinfelder Verein engagiert sich besonders in den Bereichen Schwimm- und Rettungsschwimmausbildung sowie in der Jugendarbeit. Zudem bewachen Reinfelder Rettungsschwimmer an den Wochenenden der Sommermonate die Badestelle am Herrenteich. Bis vor Kurzem war die DLRG nach dem SV Preußen der zweitgrößte Verein in Reinfeld. „Inzwischen wurden wir vom Golfclub überholt, sodass wir jetzt auf Platz drei sind“, so Leschert.

Aktuell hätten sie gerade Baupause, damit alle die Feiertage genießen könnten. Aber ab 12. Januar geht es weiter mit der Renovierung. Arbeitsdienste an sechs Sonnabenden jeweils in der Zeit von 9 bis 15 Uhr seien in der Badeanstalt geplant. Helfende Hände werden noch gesucht.

Das neue Zuhause im Freibad: Mit den fast bodentiefen Fenstern kommt viel Licht in das neue Heim der DLRG. Quelle: DLRG/HFR

Im Freibad wollen sie einen Gruppenraum herrichten - mit großem Konferenztisch, einer Küche und „Lümmelecke“. Leschert: „Wir fühlen uns jetzt schon heimisch. Im Rettungszentrum haben wir uns auch sehr wohl gefühlt und wären auch gern dort geblieben, aber jetzt haben wir richtig was nur für uns. Wenn man selbst was umbaut, hat man auch eine andere Beziehung dazu, als wenn man irgendwo nur reingesetzt wird.“ Noch im Sommer war für die Unterbringung der DLRG die Alte Schule im Gespräch. Die Mitglieder hatten Bürgermeister Heiko Gerstmann den Vorschlag gemacht, ins Dachgeschoss zu ziehen, wo sich früher einmal eine Hausmeisterwohnung befunden hat.

Die DLRG sollte zunächst im Dachgeschoss der Alten Schule untergebracht werden. Doch der Umbau wird zu teuer. Außerdem kam heraus: Das Gebälk ist mit Holzbock befallen. Quelle: Britta Matzen

Geplant war, dass die DLRG ihre Räumlichkeiten in Eigenleistung ausbaut. Die Materialien dafür wollte die Stadt zur Verfügung stellen. Auf dem Schlossplatz vor der Alten Schule wollte die Stadt einen Carport für die Kleinbusse sowie einen Unterstand für das Motorboot errichten.

Holzbock in der Alten Schule

Doch nun hat eine Kostenberechnung ergeben: Der Ausbau der Räumlichkeiten in der Alten Schule würde finanziell aus dem Ruder laufen. „Wir haben dort ein altes Gebäude. Da gilt die Versammlungsstättenverordnung. Alle Materialien, die man einbaut, müssten den neuesten Vorschriften entsprechen“, teilt Bauausschussvorsitzender Lorenz Hartwig (CDU) mit. Zwei Handwerker hätten sich die Raumsituation kürzlich angesehen. Allein für die Heizung, Elektrik und den groben Umbau seien sie bei einem hohen fünfstelligen Betrag gelandet. „Außerdem hat man festgestellt, dass Teile des Dachgebälks mit Holzbock befallen sind“, so Hartwig. Deshalb sei eine Unterbringung der DLRG in der Alten Schule in keiner Weise möglich. Den Holzbock müsse man dennoch dringend loswerden. Für 2019 sei deshalb eine thermische Behandlung der Alten Schule vorgesehen. Dafür sei ein Titel im Haushalt 2019 eingestellt.

Azubis bauen Carports mit Walmdach

Nach Auskunft des Bauausschussvorsitzenden will man an der Idee mit den Carports auf dem Schlossplatz festhalten. „Es gibt eine Möglichkeit, Carports auf dem Schlossplatz zu errichten, um die drei Kleinbusse der DLRG unterzubringen.“ Wegen der Fahrzeughöhe kämen jedoch keine Standard-Carports aus dem Baumarkt in Frage, deshalb müssten diese eigens angefertigt werden. „Mit ist es persönlich gelungen, einen Stormarner Zimmermeister aus der Handwerker-Innung für die Umsetzung zu gewinnen“, so Hartwig. Drei hochwertige Carports seien vorgesehen, die sich mit Walmdach und Ziegeleindeckung optisch an den historischen Schulbau anpassten. „Die Material- und Maschinenarbeiten sowie die Zeichnungen werden kostenlos gemacht von der Ausbildungsleitung und Innung der Kreishandwerkerschaft“, sagt der Bauausschussvorsitzende. Die Stadt kaufe nur das Material. Errichtet würden die Carports von den Lehrlingen. Auf diese Weise habe die Stadt die Chance auf eine hochwertige Handarbeit, ohne die vollen Kosten tragen zu müssen. „Damit haben wir eine vernünftige Lösung“, so Hartwig. Los gehen soll das Bauprojekt im Frühling 2019. Das Boot der Lebensretter zieht mit ins Freibad. Christian Leschert: „Sonst stand es am Rettungszentrum, und wir mussten es extra holen, wenn wir es brauchten. Jetzt haben wir es vor Ort – das ist viel besser.“

Britta Matzen

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