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Stormarn Darum gibt es bald einen breiten Blühstreifen an der A1
Lokales Stormarn Darum gibt es bald einen breiten Blühstreifen an der A1
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12:33 22.05.2019
550 Meter lang und drei Meter breit ist der Blühstreifen entlang der Autobahn, der in zwei Monaten Bienen und anderen Insekten als Nahrung und im Winter als Schlafplatz dienen soll. Quelle: Petra Dreu
Reinfeld

Bienenweide SH“ heißt eine Saatgutmischung, die jetzt auf einem 550 Meter langen und drei Meter breiten Blühstreifen entlang der Autobahn 1 bei Reinfeld in Fahrtrichtung Hamburg ausgebracht wurde. In zwei Monaten sollen die Samen nicht nur viele bunte Farbtupfer hervorbringen, sondern vor allem Bienen und anderen Insekten als Nahrung und für den Winter als Unterkunft dienen.

Stadt darf kein Geld für Saatgut ausgeben

Manchmal müssen nur die richtigen Leute zur richtigen Zeit am richtigen Ort zusammenkommen, und Dinge erledigen sich dann fast von alleine. So geschehen in der jüngsten Sitzung des Reinfelder Ausschusses für Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr am 13. Mai.

Ein Jahr zuvor hatte Gerd Jonuscheit, Umweltbeauftragter der CDU, den Antrag gestellt, Blühstreifen auf Reinfelder Stadtgebiet anzulegen. Den Vorschlag fanden alle prima, doch dann passierte nichts. In der aktuellen Ausschusssitzung hakte Gerd Jonuscheit in der Einwohnerfragezeit nach, was denn nun sei mit dem Blühstreifen?

Er bekam auch eine Antwort: Das letzte Jahr sei zu trocken gewesen, und in diesem Jahr habe der Kreis Stormarn der Stadt einen Strich durch die Rechnung gemacht. Durch die Haushaltssperre dürfe die Stadt Reinfeld nur solche Ausgaben tätigen, zu denen sie verpflichtet sei. Saatgut einkaufen, gehöre leider nicht dazu.

Landwirte boten spontan Hilfe an

Das erstaunte wiederum eine Reihe Landwirte, die eigentlich nur gekommen waren, um die konventionelle Landwirtschaft im Flächennutzungsplan verankert zu sehen. „Die Stadt hat kein Geld für Saatgut? Das könnt ihr morgen früh um acht Uhr von mir haben“, bot spontan Klaas Röhr, Sprecher der Reinfelder Landwirte an.

Bilder von der Einsaat

Mit dem „morgen früh um acht Uhr“ klappte es vonseiten der Stadt zwar nicht so ganz, schließlich musste erst eine Fläche ausfindig gemacht werden. Die Wahl fiel auf einen 550 Meter langen und drei Meter breiten Streifen entlang der Autobahn in Fahrtrichtung Hamburg, der im Bebauungsplan für das Gewerbegebiet als Blühstreifen vorgesehen ist.

Am vergangenen Montag war es endlich so weit, quasi in letzter Minute. „Für die Aussaat ist es eigentlich schon sehr spät. Wir haben jetzt die nasse Erde nach oben gedreht, und weil es in der Nacht regnen soll, passt es noch“, sagte Klaas Röhr, der für die Aktion die anderen Landwirte und die CDU ins Boot geholt hat.

Das steckt in der „Bienenweide SH“

Bienenweide SH“ ist eine einjährige Saatmischung, die Samen von Buchweizen, Phacelia, Öllein, Sonnenblumen, Malve, Perserklee, Alexandrinerklee, Dill, Serradella, Sommerwicken, Inkarnatklee, Leindotter und Ringelblume enthält. Diese Arten sind allesamt gute Bienentrachtpflanzen, die lange blühen. Sie sind zudem Nahrungsgrundlage für nahezu alle Insektenarten und bieten Wildtieren Deckung. Die Pflanzen selbst werden bis zu einem Meter hoch.

Von dem Blühstreifen sollen die Insekten nicht nur im Sommer profitieren. „In der Saatmischung sind auch Sonnenblumen. Weil der Blühstreifen nach der Blüte nicht gemäht wird, sind ihre hohlen Stängel im Winter das beste Insektenhotel“, erläuterte der Landwirt, dem Bürgermeister Heiko Gerstmann für sein Engagement dankte. Weitere Blühstreifen sollen folgen, sobald die Stadt wieder bei Kasse ist. Vorgesehen sind weitere Flächen am Karpfenplatz, in der Heimstättenstraße, am Bischofsteicher Weg und am Autobahnzubringer.

Petra Dreu

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