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Stormarn Delingsdorf kämpft um Lärmschutz
Lokales Stormarn Delingsdorf kämpft um Lärmschutz
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17:00 22.07.2019
Ortstermin auf der Bahnbrücke mit dem Bundestagsabgeordneten Gero Storjohann (Mitte): Malte Steckmeister (l.) und Nils Meyer von der CDU Delingsdorf. Quelle: mc
Delingsdorf/Ahrensburg

Kein Lärmschutz, kein Haltepunkt, dafür ein Abstellgleis am Gemeinderand für die spätere S4 und deren Wagen: Die Gemeinde Delingsdorf fühlt sich etwas abgehängt von Bahn und Bund.

„Mit dem Status quo haben wir uns mittlerweile arrangiert“, erklärte Malte Steckmeister von der Delingsdorfer CDU bei einem Ortstermin mit dem CDU-Bundestagsabgeordneten Gero Storjohann, während in einer Viertelstunde vier Züge an ihnen und einigen Wohnhäusern vorbeirauschten. „Allerdings gibt es Befürchtungen, dass mit dem Fehmarnbelttunnel und dem zunehmenden Güterverkehr der Lärm vor allem nachts unerträglich wird.“ Steckmeister selbst wohnt nicht weit weg von der Bahnstrecke und wird nach eigener Aussage jetzt schon regelmäßig wach.

Resolution gegen Bahnlärm

CDU und SPD Delingsdorf haben daher eine Resolution gegen den zunehmenden Bahnlärm verabschiedet, fordern darin auch eine Umleitung des Güterverkehrs auf alternative Strecken (über Büchen oder auch Bad Kleinen) und begrüßen sehr das Engagement des Kreises. Der hat vor kurzem einen Arbeitskreis gegründet, um alle Forderungen der Stormarner Städte und Gemeinden zu bündeln und sie dann bei Bahn und Bund vorzutragen. „Das hat dann schon ein anderes Gewicht“, so Steckmeister.

Wie schon vor kurzem die beiden Bundestagsabgeordneten Bettina Hagedorn (SPD) und Ingo Gädechens (CDU) machte aber auch Gero Storjohann klar, dass sich zwischen Ahrensburg und Reinfeld niemand Hoffnung zu machen braucht auf übergesetzlichen Lärmschutz. „Anspruch auf Lärmschutzmaßnahmen gibt es nur bei Neubauten.“ Also in Stormarn nur südlich von Ahrensburg-Gartenholz bis Hamburg, wo für die spätere S4-Verbindung zwei zusätzliche Gleise gebaut werden.

Abstellgleis zwischen Delingsdorf und Ahrensburg

Nördlich des Haltepunkts Ahrensburg-Gartenholz wiederum plant die Deutsche Bahn eine Abstellanlage von etwa 400 Metern Länge für die S4-Wagen. „Da das ein baulicher Eingriff ist, gibt es dort auch Lärmschutz“, sagt Nils Meyer (CDU), Bauausschuss-Vorsitzender der Gemeinde Delingsdorf, auf deren Flächen das Abstellgleis gebaut werden soll.

Meyer befürchtet jedoch, dass zwischen neuer Abstellanlage und bestehendem Lärmschutz eine kleine Lücke bleibt. Durch die etwas höher gelegene Bahnstrecke in Delingsdorf breitet sich der Lärm ohnehin schon stärker aus anderswo.

Bahntrassen werden neu bewertet

Hoffnung besteht laut Gero Storjohann – übrigens für alle Städte und Gemeinden entlang der Bahnstrecke HamburgLübeck – jedoch im Rahmen der sogenannten Lärmsanierung. „Derzeit werden in Deutschland alle Bahntrassen neu bewertet. Schwere Fälle sind dann zuerst dran“, sagt der Bundestagsabgeordnete.

Das heißt, sollten die Dezibelwerte zu Tag- und/oder Nachtzeiten bestimmte Grenzen (in Wohngebieten 67 Dezibel am Tag, 57 nachts) überschreiten, sind neue Lärmschutzmaßnahmen möglich – sowohl passiv mit entsprechenden Fenster für Häuser an der Bahnstrecke als auch aktiv mit Schutzwänden neben den Gleisen. Laut Steckmeister liegen die Lärmwerte in Delingsdorf über den Grenzen. „Kleine Wände würden uns schon reichen“, sagt Malte Steckmeister.

„Die Städte Bad Oldesloe, Reinfeld, Bargteheide und Ahrensburg haben ja schon 2014 neuen Lärmschutz bekommen an bestimmten Stellen, ich gucke mir jetzt mal die Dörfer an“, sagt Storjohann und meint damit neben Delingsdorf unter anderem auch Tremsbüttel.

Güterzüge werden umgerüstet

Allerdings setzt man auch in Reinfeld auf neue Lärmmessungen und neue -werte, nicht zuletzt aufgrund des Wegfalls des sogenannten Schienenbonus’. Dieser besagte, dass für die Schiene um fünf Dezibel höhere Grenzen gelten als für die Straße.

Die Bahn kontert das allerdings mit der neuen Generation von – viel leiseren – Güterzügen, die in zwei Jahren alle umgerüstet sein sollen. Allerdings haben die Bahn-Verantwortlichen versprochen, verstärkt auch in Stormarn das Gespräch zu suchen mit betroffenen Gemeinden und Kommunalpolitikern.

mc

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