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Stormarn Denkmalschutz stört Stadtplanung in Bargteheide
Lokales Stormarn Denkmalschutz stört Stadtplanung in Bargteheide
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15:48 14.05.2019
Der Pavillon gegenüber dem Bahnhof ist überraschend unter Denkmalschutz gestellt worden. Quelle: Bettina Albrod
Bargteheide

Ein Pavillon aus den 1960er-Jahren macht der Bargteheider Planung zur Neugestaltung des Bahnhofsumfeldes einen Strich durch die Rechnung. Das Gebäude, das sich in Privatbesitz befindet, ist im April überraschend unter Denkmalschutz gestellt worden. Damit kann das 200 bis 300 Quadratmeter große Grundstück gegenüber dem Bahnhof nicht in die Pläne zur Neugestaltung des Platzes einbezogen werden. Auch der laufende Umbau durch den neuen Eigentümer wurde per Baustopp beendet, um die Ursprünglichkeit des Bauwerks zu erhalten.

Veränderungssperre für das Grundstück gilt

Die Stadtvertretung Bargteheide berät seit einigen Jahren über die künftige Entwicklung des Bahnhofsumfeldes. Bei zwei Stadtdialogen mit Bürgerbeteiligung wurden unter anderem Ideen zu Parkraum für Autos und Fahrräder, Flächenentwicklung, Kombination von Verkehrsträgern und Verzahnung mit ÖPNV sowie zum äußeren Erscheinungsbild des Bahnhofs und des Bahnhofsvorplatzes erarbeitet. Dort befindet sich der Pavillon, der zuletzt als Schänke mit dem Namen „Seeteufel“ geöffnet war, ehe er verkauft wurde. Daraufhin hatte die Stadtvertretung letzten Sommer in einer Eilsitzung eine Veränderungssperre für das Grundstück beschlossen. Die verhindert, dass im betroffenen B-Plan bauliche Veränderungen am Bestand vorgenommen werden können, da diese den grundsätzlichen Entwicklungsabsichten widersprechen könnten.

Pavillon jetzt geschütztes Kulturdenkmal

Durch die Entscheidung des Denkmalschutzes muss der Pavillon nun erhalten bleiben. „Mit Schreiben vom 10. April informiert das Landesamt für Denkmalpflege Schleswig-Holstein, dass der Pavillon ein geschütztes Kulturdenkmal im Sinne des Denkmalschutzgesetzes für Schleswig-Holstein ist“, teilte Bürgermeisterin Birte Kruse-Gobrecht am Dienstag mit. Er sei in die Liste der Kulturdenkmale des Landes aufgenommen worden. Der Denkmalschutz erstrecke sich „mit einem geschichtlichen städtebaulichen Denkmalwert“ auf das gesamte Objekt. Das ist 1968 und 1969 gebaut worden und diente ursprünglich als Kiosk. Im Laufe der Jahre hat der Pavillon mit dem zeittypischen Knick in der Decke mehrmals als Lokal geöffnet. „Erlaubt sind dort nur Ausschank und kalte Küche“, erklärt Jan Wagner vom Bargteheider Bauamt. Nach dem Baustopp ist ungewiss, wie es mit dem Pavillon weitergeht.

Der Vorplatz soll umgestaltet werden. Quelle: Giese

„Für den Bereich mit dem Pavillon war die Verkehrsfläche vorgesehen“, sagt Birte Kruse-Gobrecht, „jetzt muss neu geplant werden.“ Die Planungsziele für den Bahnhofsvorplatz müssten nun neu festgelegt werden. Mehrere Arbeitsgemeinschaften seien derzeit damit beschäftigt, die Ideen und Anregungen zur Neugestaltung zu gewichten. „Das müssen wir jetzt alles neu angucken.“ Für die Umgestaltung hat die Stadt Bargteheide sich um Fördermittel im Rahmen der Städtebauförderung beworben. Im Sommer soll die Entscheidung darüber fallen, ob die zwei Drittel Fördermittel bewilligt werden.

Bettina Albrod

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