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Stormarn Der neue Traveblick: In Hamberge ist eine große Wohnanlage geplant
Lokales Stormarn Der neue Traveblick: In Hamberge ist eine große Wohnanlage geplant
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14:30 22.02.2019
In Hamberge entsteht eine neue Anlage mit 37 Eigentumswohnungen und sensationellem Blick auf die Trave. So könnte das Gebäude nach einer Studie aussehen. Quelle: BPB/HFR
Hamberge

Es ist wohl das größte aller Bauvorhaben in Hamberge. Schräg gegenüber der Kirche direkt am westlichen Ortseingang soll eine barrierefreie Wohnanlage für Singles und Senioren entstehen. Und zwar auf dem Gelände der Traditionsgaststätte Traveblick.

Beliebtes Ausflugslokal verfällt

Seit Jahren wird das einst beliebte Ausflugslokal nicht mehr bewirtschaftet, es verfällt zusehends. „Anfangs wollte die Gemeinde die Gaststätte erhalten. 2014 haben wir zwei Gutachten erstellen lassen. Beide Gutachten sind zu dem Ergebnis gekommen, dass eine Bewirtschaftung des Lokals rechnerisch keinen Sinn macht“, sagte Bürgermeister Paul Friedrich Beeck (CDU). Die Sanierungskosten seien zu hoch und die Baustrukturen zu ungünstig. So finden sich die Toiletten zum Beispiel im Keller. „Daraufhin hat die Gemeinde einen B-Plan aufgestellt, in dem wir festgeschrieben haben, dass dort ein Gebäude mit barrierefreiem Wohnen für Jung und Alt errichtet wird“, erzählte der Bürgermeister.

Bald ist die blau-weiße Fassade des Ausflugslokals Traveblick Vergangenheit. Die Traditionsgaststätte soll Platz machen für barrierefreies Wohnen für Jung und Alt.

Hintergrund: In Hamberge gibt es überwiegend Ein- und Zweifamilienhäuser. „Das Segment für Singles und Senioren wird kaum abgedeckt“, sagte Beeck. Doch genau in diesem Bereich sei die Nachfrage riesig, wie auch ein Gutachten des Kreises bestätige.

Traveblick ist verkauft

Familie Fischer, die den Traveblick zuletzt bewirtschaftete, hat das 7800 Quadratmeter große Grundstück samt Gebäude jetzt verkauft. Der neue Besitzer ist der Hamburger Investor und Bauträger BPB, der diese Woche im Restaurant Hauck seine Pläne für Hamberge vorstellte. Zu dem Informationsabend am Donnerstag waren Einwohner geladen. Das Interesse war riesig. Rund 100 Bürger waren gekommen, um sich über das große Bauprojekt zu informieren.

37 barrierefreie Wohnungen plus Café oder Tagespflege

„Geplant ist die Errichtung von 37 barrierefreien Eigentumswohnungen sowie eine Gewerbeeinheit“, teilte Oliver Drieske, Bau- und Projektleiter von BPB, mit. Das mit Verblendstein in massiver Bauweise geplante Gebäude werde über eine umfangreiche Grundausstattung mit Aufzug, Tiefgarage, elektrischen Rollläden, Fußbodenheizung sowie einem traumhaften Ausblick auf und über die Trave verfügen. Die geplanten Wohnungsgrößen sollen zwischen zwei und vier Zimmern und etwa 45 bis 118 Quadratmetern variieren. „Großzügige Terrassen und Balkone mit hauptsächlich südlicher Ausrichtung und Traveblick sowie eine hochwertige Gestaltung der zur Trave gelegenen Außenflächen bieten den künftigen Bewohnern eine hohe Wohnqualität“, sagte Drieske.

Etwas größer als der jetzige Traveblick

„Insgesamt soll es ein Gebäude werden, das sich von der Struktur dem Gelände anpasst“, fasste Beeck zusammen. Viele Hamberger waren von den Plänen angetan. „Es gab aber auch Kritik, weil der Bau so groß wird.“ Zweieinhalb Geschosse seien vorgesehen. „Das Gebäude wird etwas größer als der jetzige Traveblick, aber es wird auch in den Hang hineingebaut. Es darf, so haben wir das vorgeschrieben, nicht höher sein als die jetzige Bebauung“, betonte der Verwaltungschef. Insgesamt soll die Wohnfläche rund 3000 Quadratmeter betragen.

Was kostet das Wohnen in Hamberge?

Für Bauland liegt der Quadratmeterpreis in Hamberge nach Auskunft des Bürgermeisters Paul Friedrich Beeck aktuell bei etwa 190 Euro. Bei bebauten Grundstücken könne man keine pauschalen Angaben machen. „Es kommt darauf an, wie groß das Grundstück ist, wo es liegt und was man darauf bauen darf“, sagt Beeck. „Die Kaltmieten liegen bei acht bis zehn Euro pro Quadratmeter.“

Für Eigentumswohnungen in der neuen Traveblick-Anlage wurden noch keine Preise aufgerufen. „Wir haben noch keine Bewertung vorgenommen. Es wird wirtschaftliche Angebote geben, wir werden uns auf jeden Fall in der Range der üblichen Marktpreise entsprechend der Region befinden“, teilt Oliver Drieske vom Investor BPB mit.

Die Gemeinde hegt den Wunsch, dass in der neuen Wohnanlage ein Café entstehen soll. „Der Parkplatz gegenüber der Kirche soll auch bleiben. Außerdem hoffen wir, dass Elektroladestationen für E-Mobile eingerichtet werden. Wenn es eine Eigentümergemeinschaft mit 37 Wohnungen wird, wäre ein Modell mit Carsharing wunderbar“, so die Idee des Bürgermeisters.

Carsharing und E-Ladestation

Laut Oliver Drieske sind Carsharing und zwei E-Ladestationen bereits eingeplant. Auch die Gewerbeeinheit sei noch frei – entweder für ein Café oder eine Tagespflege. „Da suchen wir noch Interessenten. Bisher hat sich noch niemand gefunden“, sagte Drieske.

Wohnungen sind für Käufer förderfähig

Interessant dürfte noch sein, dass die Wohnungen alle im KfW-55-Energiestandard errichtet werden. Drieske: „Das bedeutet, dass die Wohnungen für den Käufer förderfähig sind.“ Dank hochwertiger Fassade, Fenster, Türen und eines speziellen Lüftungssystems sowie Wärmeenergierückgewinnung erreichten sie die niedrigen Energieverbrauchswerte.

Der Bauantrag werde jetzt im Frühjahr eingereicht. „Wir planen, Ende des Jahres mit den Erdarbeiten zu beginnen. Bis dahin werden nur ein paar Rodungen stattfinden“, sagte der Bau- und Projektleiter. Einige Bäume müssten gefällt und Unterholz entfernt werden. Das blau-weiße Haus, das in den 1930er Jahren erbaut wurde, soll unmittelbar vor den Erdarbeiten abgerissen werden.

Frühestens Ende 2021 bezugsfertig

Wann können die ersten Bewohner einziehen? Oliver Drieske konnte nur einen groben Zeitplan unter Vorbehalt angeben: „Das ist schwer zu sagen, weil das von sehr vielen Faktoren abhängt. Aber wenn alles perfekt läuft, vermutlich Ende 2021.“

 

Britta Matzen

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