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Stormarn Die Fisch-Fans aus Bargteheide
Lokales Stormarn Die Fisch-Fans aus Bargteheide
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14:59 03.05.2014
Eckhart Westerwick (l.) und Hans Joachim Schmelling bewundern Red-Devil-Skalare.
Eckhart Westerwick (l.) und Hans Joachim Schmelling bewundern Red-Devil-Skalare. Quelle: Fotos: Völling
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Bargteheide

Kirsten Goertz hatte es schon im Gefühl. „Mit Ihrem Wasser stimmt etwas nicht“, bestätigt nun Horst Fonfara. Per Teststreifen analysiert er: „Der Nitrat-Wert ist viel zu hoch.“ Erst vor kurzem hatte sich Goertz ein Eckaquarium für ihre 15 Barsche, Welse und Skalare gekauft. Eines der schön anzusehenden Exemplare ist bereits verendet. Deshalb kam die Hamburgerin mit einer Probe zur Wasseranalyse beim Aquarien- Terrarien-Verein in Bargteheide.

Nun lernt sie, dass Fisch nicht gleich Fisch ist. „Welche Gattungen befinden sich noch im Aquarium? Wie oft füttern Sie? Wie viele Pflanzen haben sie in das Becken integriert?“ Fragen, die Goertz bisher als nicht so wichtig empfand, rücken in den Fokus. Und schließlich erfährt die „Fisch-Mama“ von Fonfara, was sie in Zukunft besser machen kann: „Weniger füttern, mehr Pflanzen in das Becken integrieren und häufigere Frischwasserzufuhr.“ Auch für diesen kostenlosen Servicedienst sind die Zierfischbörsen des Vereins in der Mehrzweckhalle der Albert-Schweitzer-Schule da.

Sechs Mal im Jahr bieten die Vereinsmitglieder neben Wassertieren ihre Aquarienpflanzen feil, fachsimpeln über neueste Trends und tauschen Tipps aus. Wer nun glaubt, Aquaristik und Terraristik seien aussterbende Hobbys, wird in der Schule eines Besseren belehrt: Rund 150 Besucher drängeln sich regelmäßig vor den gläsernen Becken. Sie fragen nach „Black Mollys“ (Spitzmaulkärpflinge), nach dem „Roten Oskar“ (eine Barschart) oder dem „Red Devil Skalar“, einer „Majestät“ unter den Zierfischen. Stefan Frank aus Bad Oldesloe hingegen hat ein Pärchen Kampffische ergattert. „Erst waren es meine Kinder, aber jetzt bin ich zum Fisch-Fan geworden“, sagt er.

„Schwierig ist es, neue Mitglieder für den Verein zu finden“, erklärt Eckhart Westerwick, der erste Vorsitzende des Aquarien-Terrarien-Vereins Bargteheide. Kaum einer wolle sich heutzutage fest engagieren. Immerhin kann sein „e.V.“, der sich ausschließlich auf Süßwasserfische spezialisiert hat, noch 30 Mitglieder im Alter von 20 bis 90 Jahren verbuchen. „Das Vereinsleben ist ja auch recht rege“, wirbt der zweite Vorsitzende, Hans Joachim Schmelling. So seien neben Info-Abenden etwa die „Tümpeltouren“ beliebt: „Wir besuchen kleine Gewässer und spüren vor Ort Fischfutter wie Wasserflöhe, Mückenlarven und Kleinkrebse auf.“ Und auch über die neueste Mode wie „Aquashape“ sei der Verein bestens informiert. Schmelling: „Aquashape ist beispielsweise die Haltung von Garnelen in Nano-Aquarien.“ So bezeichne man Mini-Aquarien mit höchstens 30 Litern Wasser.

Außerdem leite Vereinsmitglied Andreas Petitjean jetzt eine Aquarien-AG an der Grundschule. „Vielleicht können wir ja dadurch mehr Nachwuchs begeistern“, so Schmelling. Stolz ist der Vorstand auch über das Aquarium in der Albert-Schweitzer-Schule. Kurz vor der Küche können Schüler Zwergbuntbarsche oder Rotkopfsalmler bewundern. Schmelling: „Von den Lehrern bekommen wir die Rückmeldung, dass die Kinder und Jugendlichen oft vor dem Aquarium stehen bleiben und den Fischen zusehen.“

Treffen zweimal im Monat
Wer sich für den Aquarien-Terrarien- Verein Bargteheide näher interessiert, kann jeden zweiten und vierten Montag in der Albert-Schweitzer-Schule vorbeischauen. Ab 20 Uhr treffen sich die Mitglieder in der Mensa. Informationen gibt es auch beim ersten Vorsitzenden Eckhart Westerwick unter Telefon 04102/23 87 47.

Kerstin Völling