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Stormarn Die Gottesbuden: Geschütztes Zuhause für Menschen in Not
Lokales Stormarn Die Gottesbuden: Geschütztes Zuhause für Menschen in Not
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08:00 03.03.2019
Seit 1596 äußerlich kaum verändert: die Gottesbuden neben der Ahrensburger Schlosskirche. 17 kleine Wohnungen gibt es hier derzeit. Quelle: Norbert Dreessen
Ahrensburg

Eines der ungewöhnlichsten Kulturdenkmale in Norddeutschland befindet sich gleich neben der Ahrensburger Schlosskirche: In den weiß getünchten flachen Gottesbuden leben schon seit ihrer Errichtung im Jahr 1596 Menschen, die nicht gerade begütert sind. Die Buden sind klein, aber gemütlich – und die Miete ist nicht hoch. Wo kann man sonst noch für 180 Euro im Monat einschließlich Heizung und Wasser wohnen?

Schlossherr Peter Graf Rantzau ließ vor 423 Jahren die in zwei Reihen nördlich und südlich der Kirche angeordneten Häuserzeilen bauen und schuf darin 22 Mini-Wohnungen für betagte ehemalige Bedienstete. Die jeweils am weitesten westlich gelegene Bude musste jedoch im Jahr 1840 wegen des Ausbaus der nahen Straße abgebrochen werden.

Ein warmes Essen in der Mittagsbude

Zwei der damals noch 20 Gottesbuden wurden den 1980er Jahren von der evangelischen Kirchengemeinde, die das Areal seit dessen Bestehen betreut, zusammengelegt. Hier entstand die „Mittagsbude“, in der jeden Tag zehn bis zwölf Menschen für 1,50 Euro ein warmes Mittagessen samt Nachtisch bekommen. „Wir haben einige Stammkunden, andere schauen nur gelegentlich mal bei uns herein“, erzählt Werner Astemer. Er war bis 2009 Küster in der Kirchengemeinde, seitdem kümmert er sich um die Gottesbuden und deren Bewohner.

Von den 18 Buden, die noch in Betrieb sind, wird eine für Notfälle frei gehalten und kann sehr kurzfristig vergeben werden, die anderen 17 sind fest vermietet. „Manche Mieter bleiben nur ein paar Monate hier und ziehen dann in eine größere Wohnung um, ein paar leben seit Jahren bei uns“, sagt Astemer. Während noch vor einigen Jahren überwiegend ältere Menschen in den Häuserreihen wohnten, sind es jetzt oft jüngere, manche erst 20 Jahre alt. Mehr als 60 ist derzeit keiner der Bewohner, Männer sind klar in der Mehrheit. Vermittelt werden sie über den Fachdienst Soziale Hilfen in der Stadtverwaltung Ahrensburg.

Bunte Mischung von Menschen

„Eine bunte Mischung“ von Menschen, die im Leben schon mal einige Probleme hatten, sei das, erläutert Betreuer Astemer. Ziel der Einrichtung sei es, diesen Menschen ein geschütztes Zuhause zu geben und ihnen den Weg zurück in ein geregeltes Leben zu ebnen. Die Erfolgsbilanz könne sich jedenfalls sehen lassen.

Fenster in unterschiedlichen Größen

Ein Kuriosum entdeckt man schnell, wenn man sich die Gottesbuden anschaut: Fenster gab es zunächst nur an einer Seite der weißen Häuser. Das führte dazu, dass die Bewohner, damit es etwas heller in ihren Buden wurde, selbst Fenster zur anderen Seite einbauten – diese Öffnungen haben aber alle eine verschiedene Größe und Höhe.

Das dürfte aber auch an Astemer selbst liegen. Der gebürtige Frankfurter ist seit fast 50 Jahren für die Kirchengemeinde Ahrensburg tätig und steht den Bewohnern der Gottesbuden bei so manchen Sorgen und Nöten tatkräftig zur Seite. „Die Bewohner der Gottesbuden schätzen ihn sehr“, lobt Angelika Weißmann, Pastorin der Ahrensburger Schlosskirche. Astemer finde „immer einen besonderen Draht zu ihnen“, fügt sie hinzu.

Norbert Dreessen

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