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Stormarn Die Wassermühle in Glinde
Lokales Stormarn Die Wassermühle in Glinde
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06:00 23.03.2019
Die Stühle im Vordergrund zeigen es an: Die Glinder Mühle wird gelegentlich auch als Kulturzentrum genutzt. Man sitzt dann mitten in der Sammlung des Museums. Quelle: Norbert Dreessen
Glinde

Das erste Gebäude der heutigen Stadt Glinde, das urkundlich erwähnt wurde, war eine Mühle. Sie taucht in einem Dokument aus dem Jahr 1229 auf, das Graf Adolf IV. von Holstein unterzeichnet hat. Die Mühle, die man heute noch am Kupfermühlenteich bewundern kann, ist allerdings ein paar Jahrhunderte jünger.

Mühle von 1648

Genaue Unterlagen gibt es nicht mehr, aber Historiker gehen davon aus, dass das Backsteingebäude oder jedenfalls große Teil davon 1648 errichtet wurden. Zunächst war dies eine Fellmühle. Das bedeutet, dass hier die Wasserkraft benutzt wurde, um große Bottiche zu drehen, in denen Felle gewaschen und gebeizt wurden. Anschließend wurden die Felle gewalkt – deshalb nannte man diese Art Betriebe auch Walkmühlen.

100 Reichstaler pro Jahr

Bis 1952 war die Glinder Mühle im Betrieb, und im Laufe der Zeit hat sie so ziemlich alles erlebt, was eine Wassermühle erleben kann. Ihre Blütezeit begann 1678, als der Hamburger Kaufmann Hermann Alberding Pächter wurde, was ihn 100 Reichstaler pro Jahr kostete. Alberdings baute er das Haus zur Kupfermühle um. Hier wurde nun Rohkupfer, meist aus Skandinavien, geschmolzen, in dicke Platten gegossen und dann mittels starker Hämmer zu Kupferblech verarbeitet – die Energie kam vom Mühlrad, das wiederum vom Bach angetrieben wurde.

Das erste Gebäude der heutigen Stadt Glinde, das urkundlich erwähnt wurde, war eine Mühle. Sie taucht in einem Dokument aus dem Jahr 1229 auf, das Graf Adolf IV. von Holstein unterzeichnet hat.

„Kupferblech aus dieser Mühle soll sogar auf dem Dach des Hamburger Rathauses zu finden sein“, erzählt Albert Stollert vom Vorstand des Heimat- und Bürgervereins Glinde. Verlässliche Unterlagen darüber gebe es allerdings auch nicht, fügt er hinzu. Der Verein betreut das Mühlengebäude, das sich im Besitz der Stadt Glinde befindet, seit 1982.

Seit 1979 unter Denkmalschutz

Die Stadt hatte die Wassermühle ein Jahr zuvor für 220 000 Mark ersteigert. Das alte Bauwerk befand sich damals in jämmerlichem Zustand, man zog sogar einen Abriss in Erwägung. Doch dann entschieden sich die Stadtväter doch für eine Totalsanierung, zumal die morsche Mühle bereits seit 1979 unter Denkmalschutz stand.

1981 erwarb die Stadt Glinde das schon arg verfallene Mühlengebäude. So sah es damals im Inneren aus. Eine Grundsanierung wurde fällig. Quelle: Norbert Dreessen

Erst 1868 wurde das Backsteinhaus am Teich zu einer Kornmühle mit zwei Mahlgängen umgebaut. Der Antrieb erfolgte zunächst weiter durch das Mühlrad, aber 1887 hatte es ausgedient. Die Kesselanlage wurde auf Turbinenantrieb umgebaut und war nun leistungsfähiger.

Den Zweiten Weltkrieg überstand die Mühle unbeschadet, aber sonderlich wirtschaftlich arbeitete sie danach nicht mehr. 1952 wurde schließlich die Turbine für immer abgeschaltet, der Betrieb dann noch gut 20 Jahre als Futtermittelhandel weitergeführt. 1975 wurde auch dieses Gewerbe aufgegeben, das Gebäude verfiel immer mehr.

Heimatmuseum

Heute ist es ein wahres Schmuckstück. Die Mitglieder des Heimat- und Bürgervereins Glinde haben ein hochinteressantes Museum daraus gemacht – eines, in dem es nicht nur um historische Mühlentechnik geht, sondern in dem auch viele andere Erinnerungsstücke aus alten Zeiten gezeigt werden, von kuriosen Telefonapparaten über landwirtschaftliche Gerätschaften bis zu handbetriebenen Waschmaschinen. Stolz ist man auch auf eine Kutsche, die erst seit Kurzem zu sehen ist. Sie stammt aus dem Jahr 1928 und wurde von Aktiven des Vereins hervorragend restauriert.

Museum Öffnungszeiten

Die Wassermühle am Kupfermühlenweg in Glinde ist neben dem Gutshaus eines der wenigen historischen Gebäude im Ort. Das Museum in der Mühle und den benachbarten Gebäuden ist immer sonntags von 14 bis 17 Uhr, von April bis Oktober sonntags von 14 bis 18 Uhr, geöffnet. Führungen für Gruppen können auch an anderen Tagen unter Telefon 040/710 47 76 vereinbart werden.

Gelegentlich wird das Haus auch für kulturelle Veranstaltungen genutzt. Besonders beliebt ist das sommerliche Mühlenfest in und vor der Wassermühle.

Norbert Dreessen

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