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Stormarn E-Highway: Die ersten Ausleger hängen
Lokales Stormarn E-Highway: Die ersten Ausleger hängen
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07:35 17.01.2019
Mitarbeiter befestigen die ersten Ausleger südlich der Eisenbahnbrücke auf der Fahrspur in Richtung Reinfeld. Quelle: Fabian Boerger
Lübeck/Reinfeld

Der E-Highway für Lkw wächst und wächst. Die ersten Ausleger sind bereits aufgehängt. An fünf Masten zwischen dem Autobahnkreuz Lübeck und der Ausfahrt Reinfeld ragen seit Dienstag Querstreben über die rechte Fahrspur. Diese werden später auf einer Höhe von fünf Metern den Fahrdraht führen, an dem Hybrid-Lkw mit Strom versorgt werden.

Auf fünf Kilometern Länge soll die Teststrecke Ende Mai in Betrieb genommen werden. Ab dann ist auch die Bahn für alle weiteren Verkehrsteilnehmer wieder frei. Eines wird schon jetzt deutlich: Der etwa 100 Meter lange Abschnitt lässt erahnen, wie der gesamte Abschnitt zwischen Lübeck und Reinfeld künftig aussehen wird.

Video: Probefahrt auf dem E-Highway

E-Highway auf der A 1: Die ersten Ausleger sind aufgehängt. Wir haben eine Probefahrt gemacht und zeigen im Video den Fortschritt der Arbeiten. An fünf Masten zwischen dem Autobahnkreuz Lübeck und der Ausfahrt Reinfeld sind schon die Ausleger über die rechte Fahrspur gehängt, die später den Fahrdraht führen sollen. Im Lauf des Jahres soll die teststrecke für Elektrolaster in Betrieb genommen werden.

Gepostet von Lübecker Nachrichten Online am Mittwoch, 16. Januar 2019

Mit der Montage der Ausleger wurde südlich der Eisenbahnbrücke in Richtung Reinfeld begonnen. Fünf Ausleger hingen bereits am Mittwochmorgen. Vor den restlichen Pfeilern, die mittlerweile komplett aufgestellt wurden, liegen bereits die weiteren Ausleger bereit und warten darauf, in den kommenden Tagen befestigt zu werden. „Auf der gegenüberliegenden Seite in Fahrtrichtung Lübeck wird die Auslegermontage durchschnittlich zwei Wochen später aufgenommen“, sagt Elisabeth Niehaus vom Forschungs- und Entwicklungszentrum der Fachhochschule Kiel, das für Planung, Projektentwicklung und Bauüberwachung verantwortlich ist.

Mehr zum Thema:
Hier lesen Sie alles zum E-Highway auf der A1

Die Infrastruktur der Oberleitung besteht aus sogenannten Gleichrichterunterwerken und einer zweipoligen Oberleitung, die über der Straße montiert ist. Eine Technik, die auch für Straßenbahnen angewandt wird – und nun für Lkw auf Fernstraßen weiterentwickelt worden ist. Diese Unterwerke, also die Fahrdrähte, werden laut Forschungs- und Entwicklungszentrum Mitte Februar aufgestellt. „Voraussichtlich im April können sie noch in der Baustelle unter Spannung gesetzt werden“, sagt Niehaus.

Der E-Highway für Lkw wächst: An fünf Masten zwischen dem Autobahnkreuz Lübeck und der Ausfahrt Reinfeld sind Ausleger über die rechte Fahrspur gehängt. Der Betrieb startet voraussichtlich Ende Mai.

Anschließend können die ersten Lastwagen den E-Highway nutzen. Testpartner des Projekts ist die Spedition Bode aus Reinfeld. Sie wird die Elektro-Autobahn im Pendelverkehr zum Lübecker Hafen nutzen. Eine Strecke, die etwa 40 bis 60 Mal pro Tag von ihren Fahrzeugen genutzt werde, heißt es vonseiten der Spedition.

Für die Dauer des Testbetriebs, der bis Ende 2022 andauern soll, stellt die Spedition Trailer und Fahrer für die Strecke zur Verfügung. Bei den Zugmaschinen handelt es sich allerdings um Spezialfahrzeuge, die mit einem Stromabnehmer ausgerüstet sind und mit Elektroantrieb fahren können. Diese werden der Spedition für den Test-Zeitraum vom Bundesumweltministerium zur Verfügung gestellt.

So sieht es auf der Baustelle aus

Ein Abschnitt der Autobahn 1 zwischen Lübeck und Reinfeld ist zur Teststrecke für Hybrid-Lkw ausgebaut worden. Klicken Sie sich durch die Galerie, um Bilder vom Baufortschritt zu sehen.

Bislang steht jedoch noch kein einziges dieser Fahrzeuge auf dem Hof der Spedition. Die Hybrid-Laster seien erst kürzlich beim Hersteller in Auftrag gegeben worden. Auf den insgesamt drei Teststrecken in Deutschland stellt die Bundesbehörde etwa 15 Fahrzeuge zur Verfügung. Wie diese auf die Standorte aufgeteilt werden, sei jedoch unklar.

Lesen Sie auch die Reportage: Ein Besuch auf der E-Highway-Baustelle

Aus Sicht des Kieler Verkehrsministeriums ist der E-Highway „ein wichtiger Schritt in Richtung alternativer Antriebsformen“, sagt dessen Sprecher Harald Haase. Vor allem für die Logistik-Wirtschaft sei das Projekt von großer Bedeutung. Zumal das Thema immer wichtiger werde angesichts von Engpässen in der Infrastruktur und des Klimaschutzes, sagt Haase.

Allerdings bekommt das neue Projekt nicht nur Zuspruch. Polizei und Feuerwehr sehen ein „ungeheures Gefahrenpotenzial“ und befürchten, dass sich das Unfallrisiko durch den E-Highway erhöhe. Auch in den sozialen Netzwerken ist der E-Highway umstritten. Dort ist die Rede von verschwendeten Steuergeldern. Zudem wird über die Wirtschaftlichkeit des Projektes gestritten.

Bundesweiter Test

Die Teststrecke ist Teil eines bundesweiten Pilotprojekts, das den elektrischen Antrieb von Lastwagen unter realen Verkehrsbedingungen erproben soll. Die Kosten von 19,1 Millionen Euro trägt der Bund. Schleswig-Holstein ist nach Hessen das zweite Bundesland, das eine Teststrecke für Elektro-Lastwagen erhält. Eine dritte Teststrecke wird in Baden-Württemberg geplant.

Fabian Boerger

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