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Stormarn Die nördlichste Rallye der Welt
Lokales Stormarn Die nördlichste Rallye der Welt
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18:10 02.06.2018
Andre Woyand aus Rehhorst (l.) und Max Gille aus Reinfeld mit ihrem BMW. Ihre Startnummer steht auf dem Nummernschild: BT (Baltic-Team) 239.
Rehhorst

Fahren ist seine Leidenschaft. Andre Woyand aus Rehhorst ist Berufskraftfahrer, er sitzt gern hinterm Steuer und reißt Kilometer ab. „Außerdem bin ich abenteuerlustig. Deshalb war es schon seit Jahren mein Traum, bei der nördlichsten Rallye des Erdballs mitzufahren“, sagt der 52-Jährige. Baltic Sea Circle heißt der Road-Trip – das ist eine 7500-Kilometer-Tour rund um die Ostsee. Navi und GPS bleiben zu Hause. Stattdessen geht’s mit den guten alten Hilfsmitteln wie Karte und Kompass durch pure Wildnis abseits der Autobahn. „Genau mein Ding – das ist eine Fahrt, die ist mit nichts vergleichbar“, schwärmt der Rehhorster. Einzig ein Kopilot fehlte ihm noch. Im vergangenen Jahr lernte Woyand dann den Ofensetzermeister Max Gille aus Reinfeld kennen. „Wir haben von ihm einen neuen Ofen für die Küche bekommen und sind dabei ins Schnacken gekommen. Max sagte, ,ich komme mit – da habe ich Lust drauf.‘“

Zwei Stormarner wagen ein Abenteuer: Andre Woyand aus Rehhorst und Max Gille aus Reinfeld fahren mit beim Baltic Sea Circle 2018. Auf sie wartet eine 7500 Kilometer-Tour durch zehn Länder in 16 Tagen. Das Ganze in einem 20 Jahre alten BMW, ohne Navi und GPS durch pure Wildnis.

Die beiden Männer schafften sich zunächst einen fahrbaren Untersatz für die Tour an. Vorgabe: Es sollte ein mindestens 20 Jahre alter Young- oder Oldtimer sein. „Wir haben einen BMW 525tds gekauft, Baujahr 1997 in Blaumetallic. 400 Euro haben wir für den Kombi bezahlt. Allerdings lief er nicht, weil die Wasserpumpe im Eimer war.“ Dafür hatte der BMW noch Tüv. „Weil das Auto höchstens 2000 Euro kosten darf, bis es startfertig ist, mussten wir uns Sponsoren suchen“, so Woyand. Autoservice Henkel aus Reinfeld habe sich angeboten, das Stormarner Rallye-Team zu unterstützen. „Die machen den Wagen fertig, und wir zahlen nur die Teile.“ Die Arbeitszeiten würden nicht berechnet. Inzwischen wurde die Limousine grundüberholt. Auch die Firma Kraft aus Lübeck habe Ersatzteile gesponsert. So kam nicht nur eine neue Wasserpumpe hinzu, sondern das ganze Tragwerk, die Lichtmaschine und etliche weitere Teile wurden erneuert. Auf dem Dach wurde fürs Gepäck ein Träger angebracht, und die Karosserie mit diversen Werbeaufklebern versehen. „Das Auto sieht jetzt richtig rallyemäßig aus“, findet der Rehhorster.

Der Kombi ist gleichzeitig das rollende Schlafzimmer des Stormarner Teams. „Wir wissen ja nie, wo wir landen werden. Kann sein, dass wir irgendwo im Wald stehenbleiben oder wo es uns gerade gefällt.

Deshalb wollen wir im Wagen schlafen“, berichtet Woyand. Zunächst hätten sie ein Dachzelt in Erwägung gezogen, aber das wäre zu teuer geworden. „So haben wir einfach eine Matratze reingelegt.

Schlafsäcke dazu und fertig.“

Die Tour startet am 16. Juni in Hamburg. Dann geht es Richtung Dänemark, Schweden, Norwegen und Finnland. Von dort weiter auf Nordkurs: Polarkreis, Lappland, Nordkap. Anschließend über Russland, Estland, Lettland, Litauen und Polen zurück nach Deutschland, wo sie am 1. Juli in Hamburg eine große Abschlussparty feiern. Insgesamt sind es 7500 Kilometer, die sie in 16 Tagen fahren. Am meisten freut sich Andre Woyand auf den Osten. Auf Russland, Estland, Lettland, Litauen. „Ich bin schon vor fast 20 Jahren mit dem Blumenjacob aus Lübeck auf die Krim gefahren, um Hilfsgüter zu liefern. Das waren Abenteuertouren, die haben mir damals schon so gut gefallen.“

Die Rallye sei wie eine Orientierungsfahrt angelegt, mit Punktesystem und Aufgaben, die zu bewältigen seien. Woyand: „Die genaue Route ist aber nicht festgelegt. Wir können uns aussuchen, wie wir hoch in den Norden kommen.“ Zwei Fixpunkte seien vorgesehen, wo sich alle 250 teilnehmenden Teams treffen. „Am Polarkreis zelebrieren wir die Mitternachtssonne, während wir im Polarmeer baden und ums Lagerfeuer tanzen. In den wilden Wäldern des Baltikums schlagen wir die Zelte zu den magischen Weißen Nächten auf“, schreiben die Veranstalter auf ihrer Website.

Dass Max Gille und Andre Woyand sich auf der Fahrt gut vertragen, davon gehen die beiden aus. „Wir haben schon mal eine Zweitagestour mitgemacht, das hat bestens geklappt“, sagt Woyand. Auch was die Verpflegung angeht, ist sich das Stormarner Team einig. „Wir sind beide die Typen, die das wahrnehmen wollen, was man unterwegs zu kaufen kriegt. Außerdem haben wir Erasco mit im Boot , die haben uns mit 40 Mahlzeiten gesponsert – Nudelsuppen und Eintöpfen.“ Falls es mit dem Treibstoff eng werden sollte, ist auch vorgesorgt. „Meine Firma Kattwinkel Transporte aus Lüdenscheid versorgt uns mit Diesel für die Tour.“

Die Startgebühr für ein Zweier-Team kostet 850 Euro. Zudem sollen die Teilnehmer mindestens 750 Euro für ein nachhaltiges Charity-Projekt organisieren. „Wir sammeln für die autonomen Jugendwerkstätten ajw, die Jugendlichen eine Ausbildung ermöglicht, und für Die Arche, die bedürftigen Kindern eine warme Mahlzeit am Tag spendiert. „Ganz sind wir noch nicht am Ziel“, so Woyand.

Spendengelder sind willkommen.

Kontakt: a.woyand@web.de, Telefon 0172/6075 385

Rallyes für den guten Zweck

Der Baltic Sea Circle wird veranstaltet vom Superlative Adventure Club, der 2010 von den Brüdern Daniel und Sebastian Kaerger in Hamburg gegründet wurde. 2011 feierten der Baltic Sea Circle und Three Wheels on India Premiere. Mittlerweile haben die Hamburger viele weitere Abenteuer-Rallyes für Jedermann ins Leben gerufen. Die Grundidee: Mit Spendengeldern die Welt verändern. Jedes Jahr kommen mehr als eine Million Euro zusammen.

Britta Matzen

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