Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Stormarn Reinbeker Klinik will Nachsorge verbessern
Lokales Stormarn Reinbeker Klinik will Nachsorge verbessern
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:48 20.01.2020
Gesundheitsminister Dr. Heiner Garg überreichte bei einer Auftaktveranstaltung des Projektes „Sektorenübergreifendes Entlassmanagement“ Björn Pestinger und Laila Wahle vom St. Adolf-Stift symbolisch einen Scheck im Wert von 489 525 Euro aus dem Versorgungssicherungsfonds des Landes Schleswig-Holstein. Mit dem Projekt soll in den nächsten drei Jahren die Versorgung im Anschluss an eine Krankenhausbehandlung durch niedergelassene Ärzte, Pflegeeinrichtungen und ambulante Pflegedienste verbessert und die Beteiligten digital vernetzt werden. Quelle: Schulz-Colberg/hfr
Reinbek

Schleswig-Holsteins Gesundheitsminister Dr. Heiner Garg (FDP) überreichte bei einer Auftaktveranstaltung des Projektes „SekMa“ in Reinbek dem St. Adolf-Stift einen Förderbescheid über rund 490 000 Euro aus dem Versorgungssicherungsfonds des Landes Schleswig-Holstein. In dem auf drei Jahre angelegten Digitalisierungs-Projekt des Krankenhauses Reinbek geht es darum, die Entlassung von Patienten sektorenübergreifend zu optimieren, also die Versorgung im Anschluss an eine Krankenhausbehandlung durch niedergelassene Ärzte, Pflegeeinrichtungen und ambulante Pflegedienste bestmöglich sicher zu stellen und die Beteiligten zu vernetzen.

Vom „Sektorenübergreifenden Entlassmanagement“ sollen Patienten und pflegende Angehörige profitieren: Sie erhalten Sicherheit über die nächsten Schritte und die weitere Behandlung. Damit soll auch ein „Drehtür-Effekte“ (zeitnahe Wiederaufnahmen in ein Krankenhaus) im Interesse der Patienten vermieden werden.

Gesundheitsminister betonte vor Krankenhausmitarbeitenden und Kooperationspartnern: „Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer in Kliniken ist heute nur noch halb so lang wie zu Beginn der 90er Jahre. Ein gutes und strukturiertes Entlassmanagement gewinnt daher immer mehr an Bedeutung“. Patientinnen und Patienten aber auch Beteiligte wie Hausärzte, Pflegekräfte oder Angehörige seien teilweise verunsichert oder hätten Mühe, alle für die Genesung hilfreichen Informationen rasch zu erhalten.

Sprechstunde per Video

„Mit der Förderung des innovativen und vorbildlichen Projektes wollen wir das Entlassmanagement vereinfachen und digitale Schnittstellen zwischen den Beteiligten eröffnen. Die Gesundheit der Patientinnen und Patienten steht dabei im Mittelpunkt. Im Rahmen des Projektes erhalten Nachversorger außerdem die Möglichkeit, sich mithilfe der Videosprechstunde direkt an das ärztliche Personal zu wenden und so rasch gemeinsam die richtigen Entscheidungen für die Patientin und den Patienten zu treffen“, so Minister Garg.

Krankenhausgeschäftsführer Björn Pestinger ist überzeugt: „Die Informations- und Kommunikationstechnologie ist die Schlüsseltechnologie, um die Herausforderungen, vor denen fast alle Gesundheitssysteme der westlichen Welt stehen, besser zu lösen: Eine zunehmend ältere Bevölkerung und damit auch chronisch kranke Menschen sind zu behandeln, teure medizinische Innovationen für alle Menschen sind zu finanzieren sowie ländliche Gebiete medizinisch zu versorgen.“

3D-Foto in der App hochladen

Pestinger skizzierte die Behandlung einer Patientin aus einer Pflegeeinrichtung bei einer chronischen Wunde: „Stellen Sie sich vor, die Wundmanagerin holt ihr Mobiltelefon aus der Tasche, macht ein 3D-Foto einer Wunde und tauscht über eine App wichtige Informationen des letzten Krankenhaus-Aufenthalts und dem Gesundheitsverlauf in der Pflegeeinrichtung mit unseren Gefäßmedizinern aus. Gemeinsam entscheiden Wundversorger, Pflegeeinrichtung, Hausarzt und Patient über die weitere Behandlung – ohne unnötigen Transport ins Krankenhaus, nur mit einem Telekonsil.“

Verantwortlich für das Projekt im Krankenhaus Reinbek ist Laila Wahle. Die Klinikmanagerin für Digitalisierung und Projektmanagement sagt: „In der Regel gibt es in der Gesundheitsbranche kein Wissens-, sondern ein Umsetzungsproblem. Es geht darum, einfach mal als erster etwas wirklich zu machen, denn Digitalisierung bedeutet immer auch eine Veränderung der Unternehmensorganisation und der Prozesse.“ Wahle erläutert: „Wenn in der Gesundheitsbranche kein Software-Anbieter auf dem Markt ist, dann suchen wir uns als Kooperationspartner ein innovatives Start-up-Unternehmen aus einem anderen Bereich, das alles kann, was wir für unser Ziel benötigen. Geht nicht, gibt es bei uns im St. Adolf-Stift nicht.“

Pflegestützpunkt Stormarn dabei

Auch beim Projekt SekMa verbindet eine moderne IT-Lösung zukünftig die unterschiedlichen Systeme der Sektoren. Die neue Infrastruktur stellt den Kooperationspartnern in den Kreisen Stormarn und Herzogtum Lauenburg alle Behandlungsinformation digital zur Verfügung und ermöglicht auch Videosprechstunden mit den Krankenhausärzten. Wahle betont: „Wir fühlen uns nicht nur für die Behandlung des Patienten verantwortlich, sondern auch für die uns anvertrauten Daten und wollen diese nicht Großkonzernen aus dem Ausland überlassen.“

An dem Projekt beteiligen sich neben diversen Mitarbeitenden des St. Adolf-Stiftes und den IT-Firmen viele Kooperationspartner aus der Region. Darunter die Zusammenschlüsse von Ärzten im Praxisnetz Herzogtum Lauenburg und Praxisring Südstormarn, der Pflegestützpunkt Kreis Stormarn, die Pflegeheime der Seniorenpartner Elisabeth Schulz GmbH in Trittau und die Schwesternstation in Aumühle sowie die Pflegedienste von SVS und dem Haus Altenfriede.

Hintergrund

Das Krankenhaus Reinbek St. Adolf-Stift hat klinikweit einen hohen Digitalisierungsgrad erreicht. So wird die komplette Dokumentation mittlerweile an den stationseigenen PC und mobilen Endgeräten durchgeführt. Bei der stationären Anamnese, der pflegerischen und ärztlichen Visite ist das iPad immer dabei. Dabei hat das Reinbeker Krankenhaus gezeigt, dass die alte Erfahrung, dass Software-Inkompatibilitäten in der Gesundheitsbranche nicht zu überwinden sind, in der Welt der IT-Architektur 4.0 nicht mehr gilt. Projektmanagerin Laila Wahle: „Mit einem guten Plan, Vernetzung in der Healthcare- und der Start-up-Branche und dem Erkennen des Mehrwertes etwa durch einen sicheren oder schnelleren Informationsaustausch, einer qualitativ höheren Patientenversorgung oder der Möglichkeit, die Mitarbeiter von unnötigen Aufgaben zu entlasten, ist heute sehr viel möglich.“

Von LN

Ausgehobene Gullydeckel, umgeworfene Mülleimer: Ein betrunkener 18-Jähriger hat in Reinfeld randaliert. Die Polizei prüft zudem, ob er auch für acht beschädigte Autos am Karpfenplatz verantwortlich ist.

20.01.2020

Viele betroffene Landwirte sagen im Prozess aus. Vor dem Landgericht in Lübeck wurden nun Brände in Koberg und Reinbek verhandelt. Zeugen hatten einen schwarz gekleideten Täter zu einem dunklen Auto laufen sehen. War es der Täter?

30.01.2020

Am Sonntagabend ist in Oststeinbek (Kreis Stormarn) eine Fußgängerin an einer Ampel von einem Auto angefahren worden. Die Frau wurde schwerverletzt in ein Krankenhaus gebracht.

20.01.2020