Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Stormarn Drei Jungs als Brandstifter?
Lokales Stormarn Drei Jungs als Brandstifter?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:26 24.02.2014
60 Meter lang war die Rundballen-Halde, die am Sonntag bei Hammor vollständig abbrannte. Quelle: Fotos: Jens Burmester
Hammoor

Darüber, dass Brandstifter am Werk gewesen waren, bestand schon während des Feuerwehreinsatzes kein Zweifel — zu auffällig waren die Zündelspuren. Die Polizei geht aber davon aus, dass zwischen diesem Feuer und der Serie von nächtlichen Strohballenbänden in den vergangenen Wochen bei Ahrensfelde kein Zusammenhang besteht.

Die etwa 400 Rundballen, die auf  einer Länge von 60 Metern und einer Breite von etwa 10 Metern aufgestapelt waren, brannten auf der gesamten Länge in voller Ausdehnung. Die Freiwilligen Feuerwehren aus Hammoor und Tremsbüttel waren im Einsatz und ließen die Ballen kontrolliert abbrennen.

Die etwa 400 Rundballen, die auf einer Halde von 60 Metern Länge und einer Breite von etwa zehn Metern aufgestapelt waren, brannten in voller Ausdehnung. Die freiwilligen Feuerwehren aus Hammoor und Tremsbüttel waren im Einsatz und ließen die Ballen zunächst kontrolliert abbrennen. Dicke Rauchschwaden zogen von der Einsatzstelle über eine Koppel und dann über Teile der Gemeinde Hammoor hinweg.

Amtswehrführer Hans Kunde erklärte: „Wir lassen das erst mal kontrolliert brennen und schützen die Umgebung, um weiteren Schaden an der Natur abzuwenden.“ Dabei hatte Kunde zwei wunderschöne große Eichen im Auge, die unmittelbar hinter dem Strohlager standen.

Der Einsatz begann um 16.19 Uhr am Sonntagnachmittag, doch den Einsatzkräften war klar, dass es dauern würde, bis sie wieder nach Hause kämen. Am Abend entschlossen sich dann Einsatzleiter Jürgen Feddern und Amtswehrführer Kunde, einen Bagger zu bestellen, der das immer noch brennende Stroh auseinander reißen sollte. Dabei wuchs die Fläche mit brennendem Stroh auf die dreifache Größe an, aber langsam stellte sich der Erfolg ein. Gegen 22.30 Uhr sagte Kunde, dass er beim nächsten Einsatz dieser Art sicherlich schon früher einen Bagger holen werde, um das Stroh auseinander zu ziehen.

Erst nach schweißtreibender Arbeit mit Mistgabeln und anderen Gerätschaften sowie dem großen Kettenbagger wurden die Flammen immer kleiner. Etwa eine halbe Stunde nach Mitternacht meldeten die Einsatzkräfte der Leitstelle, dass nur noch Glutnester abzulöschen seien und keine Gefahr durch das Feuer mehr bestehe. Gegen 1.15 Uhr rückten die letzten der 50 Einsatzkräfte wieder in ihre Unterkunft ein. Die Polizei schätzt den Schaden auf 12 000 Euro.

Der Verdacht der Brandermittler fiel relativ schnell auf drei Jungs, die, wie Zeugen beobachtet hatten, kurz nach Ausbruch des Feuers über ein angrenzendes Feld davongelaufen waren. Dieser Verdacht erhärtete sich wenig später. Die Ermittlungen der Polizei dauern zu diesem Fall ebenso an wie die zur Brandserie in Ahrensfelde. Dort gibt es allerdings noch keine heiße Spur.

3000 Ballen verbrannt
Seit Oktober vergangenen Jahres brannten immer wieder größere Mengen an Rundballen mit Stroh. Am 8. Oktober standen auf einem Acker bei Stemwarde mehrere hundert Ballen in Flammen. Am 30.
Oktober waren es 900 Rundballen, die in Ahrensfelde komplett niederbrannten. Am 12. , am 18. und am 20. Januar wurden insgesamt knapp 1500 Rundballen in der Umgebung von Ahrensfelde ein Raub der Flammen. Die Polizei geht in allen Fällen von Brandstiftung aus. Die Ermittlungen dauern an. jeb

Jens Burmester